Recht und Versöhnung - die deutschen Ostgebiete


In jüngster Zeit rückte die Preußische Treuhand nicht nur in der deutschen, sondern auch in der polnischen Presse stark ins Rampenlicht. Verantwortlich hierfür war vor allem ihre Forderung nach Rückgabe der deutschen Ostgebiete.

Um dieses aktuelle Thema aufzugreifen, veranstaltete die Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Burschenschaft Cimbria Lemgo am Donnerstag, dem 21. Oktober 2004, eine Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden der Preußischen Treuhand, Rudi Pawelka, und dem in Breslau ansässigen Rechtsanwalt Alexander Ilgmann. Rund 90 interessierte Gäste fanden sich an diesem Abend auf dem Haus der Burschenschaft Normannia-Nibelungen ein, um sich die unterschiedlichen Meinungen der beiden Referenten anzuhören und anschließend Fragen an sie zu stellen.

Rudi Pawelka erläuterte, warum er, Sohn einer Vertriebenenfamilie, so rigoros auf der Rückgabe der Ostgebiete beharre. Er kritisierte vor allem, daß Bundeskanzler Schröder sich mit seinen Äußerungen bzgl. der Rückgabe deutschen Eigentums gegen die eigenen Bürger wende und notfalls gegen Privatklagen diesbezüglich vorgehen wolle. Entschädigungen für deutsche Vertriebene seien von vornherein ausgeschlossen worden.

Alexander Ilgman hingegen versuchte darzulegen, weshalb ein Miteinander mit dem polnischen Volk sinnvoller sei als ein Gegeneinander. Als in Deutschland und Polen praktizierender Anwalt schilderte er die rechtlichen Möglichkeiten, die Deutsche in Polen besitzen, um ihren ehemaligen Grundbesitz wieder zu erwerben. Dies sei aufgrund einer in den 80er Jahren veränderten Rechtsprechung zwar erschwert worden, doch Deutsche seien in Polen gern gesehen.

Allerdings gab er auch zu bedenken, daß durch Forderungen auf unentgeltliche Rückgabe, wie von Pawelka gefordert, das in den letzten Jahren positiv entwickelte Klima zwischen Deutschen und Polen leiden müsse.

Nach den beiden Vorträgen stellten sich die Referenten den Fragen des interessierten Publikums. Rudi Pawelka hatte die Vertriebenen im Raum hinter sich, während vor allem jüngere Teilnehmer Alexander Ilgmann unterstützten.

Es kam die Frage auf, ob überhaupt jemand "zurück"gehen würde. Oder ob es nicht vielmehr darum ginge, als Vertriebener auf das erlittene Leid aufmerksam zu machen und gerichtlich bestätigt zu bekommen, daß den Deutschen im Osten großes Unrecht widerfahren war. Viele der anwesenden Vertriebenen zeigten sich erzürnt über solche Anmerkungen, räumten aber ein, daß es ihnen wohl kaum noch möglich sei, sich ein neues Leben in der alten Heimat aufzubauen.

Überschattet wurde die interessante und emotionsreiche Diskussion von einem Anschlag vermutlich linksextremer Chaoten, die an mehreren Fahrzeugen der Veranstaltungsteilnehmer die Reifen aufschlitzten. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen - die sich in der Vergangenheit schon des öfteren mit derlei Zerstörungswut abfinden mußte - erstattete Anzeige.


Quelle:
Verbandsbruder Hendrik Stiewe,
Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld

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