| Graz | Hochschulorte | Halle an der Saale |
Die örtliche Burschenschaft in Greifswald
Stadt- und Studieninformationen für Greifswald
Stadtbeschreibung von Greifswald
![]()
Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald mit rund 55.000 Einwohnern ist mit seiner reizvollen Altstadt einer der schönsten Städte des Ostseeraumes. Am Übergang einer von Stralsund nach Stettin verlaufenden Küstenstraße über den Ryck und in nächster Nähe einer 1193 bezeugten Salzquelle bildete sich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts eine Kaufmannsiedlung mit der Nikolaikirche (seit 1457 Dom). Anschließend wurde bald nach 1200 vom benachbarten Zisterzienserkloster Eldena aus, die spätere Stadt angelegt. Seit Ende des 13.Jahrhunderts ist Greifswald Hansestadt.
Auf Betreiben des Bürgermeisters Heinrich Rubenow gründete man 1456 die Universität als zweitälteste in Nordeuropa, welche nach einem kurzzeitigen Niedergang 1539 durch den Reformator Johann Bugenhagen wieder aufgerichtet wurde. 1648 fiel die Stadt an Schweden, wo sie bis 1815 verblieb. Danach ging Greifswald an Preußen. Seit 1850 wurde die Universität ausgebaut, deren Studentenzahl 1887 erstmals die 1.000 überstieg. An ihr wirkten auch Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn und Caspar David Friedrich.
1933 wurde die Universität nach ihrem größten Sohn benannt, in "Ernst Moritz Arndt" Universität, dessen Namen sie noch bis heute trägt. Am 30. April 1945 wurde Greifswald durch den Stadtkommandanten Oberst Rudolf Petershagen kampflos übergeben. Dadurch ist der größte Teil des alten Stadtkerns erhalten geblieben. Leider ist während der DDR-Zeit einiges verfallen, konnte aber nach der Wende wieder aufgebaut werden. Die Altstadt gehört heute zu den schönsten im Ostseeraum.
www.greifswald.de
Beschreibung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität
Die Ernst-Moritz Arndt Universität Greifswald ist eine kleine Universität mit langer Geschichte. Gegründet 1456 als pommersche Landesuniversität besteht sie heute noch aus den 5 klassischen Fakultäten: Theologische, Rechts- und Staatswissenschaftliche, Medizinische, Philosophische und Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät.
Somit ist fast jeder erdenkliche Studiengang in Greifswald vertreten. Derzeit sind etwa 6.700 Studenten eingeschrieben. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Greifswald die deutsche Universität mit dem größten Großgrundbesitz und somit eine der wohlhabensten. Einige berühmte Wissenschaftler studierten oder lehrten hier. Als Beispiel wären Ferdinand Sauerbruch, Friedrich Löffler oder der Physiknobelpreisträger Johannes Stark genannt. In den letzten 10 Jahren hat sich das äußere Erscheinungsbild unserer Alma Mater stark verändert. Viele Gebäude, die durch die Politik in der damaligen DDR dem Verfall preisgegeben wurden, sind saniert. Greifswald ist keine Massenuniversität. Hier ist es noch möglich, abends in gemütlicher Runde mit seinem Professor den Tag ausklingen zu lassen.
www.uni-greifswald.de
Informationen zu einzelnen Studiengängen
![]()
Rechtswissenschaften
Die Ausbildung unterliegt der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Das Studium wird mit dem ersten Staatsexamen abgeschlossen. Die Prüfung erfolgt in den klassischen Fächern Bürgerlichem, Öffentlichem und Strafrecht, sowie in einem Wahlfach. Bis zum Staatsexamen muss eine dreimonatige praktische Ausbildung während der Semesterferien erfolgen. Im Anschluss an das Studium folgt das Referendariat. Dieses überstreckt sich über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren und wird mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen.
Humanmedizin
Das Studium der Humanmedizin ist staatlich durch die Approbationsordnung geregelt. Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester. Nach der 4semestrigen vorklinischen Ausbildung wird das Physikum, die vorärztliche Prüfung geschrieben. Im Anschluss beginnt der klinische Teil, welcher nach dem 10. Semester mit dem 2.Staatsexamen beendet wird. Damit ist das Studium noch nicht fertig. Nach dem bestandenen Examen muss ein praktisches Jahr absolviert werden. Dann muss man noch das 3.Staatsexamen über sicher gehen lassen, und wird dann für eineinhalb Jahre Arzt im Praktikum, bevor man die volle Approbation erhält.
Das Medizinstudium in Greifswald bietet einige Vorteile. Die Zahl der Neuanfänger beträgt etwa 200, wovon nach dem Physikum circa 80 in Greifswald verbleiben. Als Student kann man einen sehr engen Kontakt zu seinen Professoren pflegen und geht nicht in der Masse unter. Die alten Gemäuer der medizinischen Fakultät sind saniert und erstrahlen in ihrem alten Glanz. Die Mediziner haben mit der "Community Medicine" eine für Deutschland einmalige Einrichtung gegründet: Greifswald wird eine neue Generation von Ärzten und Zahnärzten entwachsen, die schon ab dem ersten Semester engen Kontakt mit Patienten und niedergelassenen Ärzten der Region hatten und wissen, wie großen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes auf den Leib zu rücken ist. Die Ärzte vom Neuro-Zentrum operieren Schwerst-Hirn und Rückenmarksverletzte und unheilbar erscheinende Epileptiker. Ihre Früh-Rehabilitationskonzepte und ihre Schlaganfallbehandlung in einer sogenannten "stroke unit" haben europäischen Modellcharakter.
Biochemiker, ihrerseits im Forschungsverbund Molekulare Medizin engagiert, arbeiten in einem Graduiertenkolleg mit Biologen, Humangenetikern, Mikrobiologen, Immunologen und Molekularbiologen zusammen und ergründen die molekularen Mechanismen von Krankheiten, zum Beispiel des Herzflimmerns oder der Diabetes; sie haben mit Pharmakologen das Fach Humanbiologie neu konzipiert. Ebenfalls neu ist Biomathematik.
Zahnmedizin
Auch der Studiengang der Zahnmedizin ist in einen vorklinischen und klinischen Teil untergliedert. Die Vorklinik ist eher theoretischer Natur und beinhaltet unter anderem die einzelnen zahntechnischen Kurse, während in der klinischen Ausbildung der Kontakt zum Patienten im Vordergrund steht. Das Studium ist etwas kostenintensiver als andere Studiengänge. In Greifswald liegen die Gesamtkosten für Gerätschaften und Verbrauchsmaterialien bei 2500-3000 DM im Laufe des Studiums. Im Vergleich zu vielen anderen Universitäten sind diese Kosten sehr niedrig, da durch die hervorragende Ausstattung der Zahnmedizin den Studenten viele Dinge gestellt werden können.
Die zahnmedizinische Ausbildung in Greifswald erfreut sich eines ausgezeichneten Rufes in Deutschland. Auch hier ist die Anzahl der Studierenden gering, was eine optimale Betreuung durch das geschulte Personal gewährleistet.
Politikwissenschaften
An dem 1993 gegründetem Institut sind momentan etwa 200 Studenten eingeschrieben. Ihnen stehen drei Professoren, ein Lehrstuhlvertreter, eine Hochschulassistentin und zwei wissenschaftliche Mitarbeiter zur Seite. Greifswald kann somit eine persönliche und intensive Betreuung anbieten. Überfüllte Veranstaltungen gibt es nicht. Neben dem klassischen Abschluss als Magister (Haupt- und Nebenfach) gibt es auch den kürzeren und international bekannteren B.A.-Studiengang. Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen in den Bereichen Demokratieforschung, politische Kultur, internationale Umweltpolitik, politischer Systemvergleich in Ost und West, Wohlfahrtsstaatstheorien, europäische Integration und internationale Institutionen.
Aufgrund der geographischen Lage Greifswalds beteiligt sich das Institut sich am Forschungsschwerpunkt Ostseeraum/Nordeuropa der Universität. Zusammen mit den einschlägigen Aktivitäten anderer Fächer (u.a. Rechts- und Wirtschaftswissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Skandinavistik, Baltistik) besteht ein großes Angebot zur Spezialisierung in diesem Bereich während des Studiums und in einem Graduiertenkolleg.
Geschichtswissenschaften
Gegründet wurde das Historische Institut 1863. Heute besitzt es vielfältige Kontakte zu Universitäten im Ausland, die durch Exkursionen, Lehrkraft- und Studentenaustausch und Forschungsprojekte ihren Ausdruck finden. Es bestehen Verbindungen zu den Universitäten in Riga, Tartu, Vilnius, Stettin, Thorn, Stockholm, Lund, Aarhus, Leiden und Triest. In Greifswald sind Magister- und Lehramtsstudium möglich. Im Magisterstudiengang besteht die Möglichkeit als Hauptfach Geschichtswissenschaft zu wählen, sowie als Nebenfächer Geschichtswissenschaft, Mittelalterliche Geschichte, Neuere und Neueste Geschichte, Pommersche Landesgeschichte und Landeskunde, Nordische sowie Osteuropäische Geschichte.
Im Grundstudium (1.-4. Semester), das mit einer Zwischenprüfung abgeschlossen wird, sind neben einer obligatorischen Studienberatung und einer Einführungsübung Vorlesungen, Proseminare und Übungen zu besuchen. Das Hauptstudium (5.-9. Semester) gliedert sich in den Besuch von Hauptseminaren, Vorlesungen, Übungen und Kolloquien. Während des Hauptstudiums kann der Studierende sich ein oder mehrere Schwerpunkte setzen. Exkursionen bilden einen festen Bestandteil des Studiums.
