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Die Burschenschaftlichen BlätterDer Burschenschafterturm in Linz an der Donau

Politische Arbeit der Deutschen Burschenschaft

Im Vordergrund der Verbandsarbeit der Deutschen Burschenschaft stand stets die burschenschaftliche Arbeit, deren Ziel in erster Linie die politische Bildung junger Burschenschafter zur Verwirklichung burschenschaftlicher Ideale ist. Zunächst im Zusammenhang mit dem alljährlichen Burschentag, seit 1959 auf Burg Ludwigstein an der Werra, fanden lange Zeit hindurch Burschenschaftliche Wochen statt, bei denen aktuelle Fragen, insbesondere die Lage des geteilten deutschen Vaterlandes, erörtert wurden. Aus den fünfziger Jahren sind vor allem die Seminare zu erwähnen, die der Auseinandersetzung mit dem dialektischen Materialismus dienten.

Im Mittelpunkt der burschenschaftlichen Arbeit des Verbandes standen seit 1952 die Berliner Arbeitstagungen, die wegen der zahlreichen prominenten Redner aus Politik und Wissenschaft in der Öffentlichkeit stark beachtet wurden. Der Volksaufstand in Mitteldeutschland am 17. Juni 1953 und der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 waren in den folgenden Jahren häufig Anlaß, durch Veranstaltungen, Aufrufe und andere Aktionen die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Einheit und Freiheit des gesamten deutschen Vaterlandes zu unterstreichen. Seit 1981 fanden zentrale Veranstaltungen der Deutschen Burschenschaft zum 17. Juni regelmäßig statt.

Seit ihrer Wiedergründung hat sich die Deutsche Burschenschaft auch mit ihrer eigenen Geschichte kritisch auseinandergesetzt. Viele Jahre lang wurde heftig um das burschenschaftliche Geschichtsbild gerungen. Unstrittig waren stets die Ablehnung jeder Form persönlicher Diskriminierung, der Einsatz für die demokratische Staatsform und das Eintreten für ein einiges Europa in der Gemeinschaft freier Völker.

Im Vordergrund der Hochschulpolitik standen lange Zeit erbitterte Auseinandersetzungen um die öffentliche Anerkennung der Burschenschaften an den Hochschulen. Die zum Teil führende Rolle von Burschenschaftern in vielen Selbstverwaltungskörperschaften von Universität und Hochschule konnte gegen Ende der sechziger Jahre nicht gehalten werden; in jüngster Zeit sind hier erfreuliche Verbesserungen zu verzeichnen, die auch auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit Korporationen anderer Verbände auf der Grundlage des 1979/80 erarbeiteten �Bonner Papiers� zurückzuführen sind.

Die Befähigung junger Burschenschafter, Verantwortung an der Hochschule zu übernehmen, wird vor allem durch regionale Fortbildungsveranstaltungen des Verbandes - neuerdings auch durch Seminare der wesentlich von Korporationsstudenten getragenen �Arbeitsgemeinschaft akademischer Verbände� (AaV) - nachhaltig gefördert. Die Arbeit der Deutschen Burschenschaft wird seit mehreren Jahren auch aus Mitteln der Bundesregierung, z. B. des Bundesjugendplans, unterstützt.