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Bekannte Burschenschafter: Erfinder, Ingenieure, Unternehmer


Die uns heute vertraute lebenslange Mitgliedschaft in einer studentischen Korporation gibt es erst seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Einige der im folgenden genannten Verstorbenen zählten nur kurzfristig zu einer Burschenschaft, andere sind früh oder erst in späteren Jahren wieder ausgetreten bzw. erst im fortgeschrittenen Alter Ehrenmitglieder geworden. Bei manchen ist eine formale Zugehörigkeit zur Burschenschaft nicht genau nachweisbar, andere können auch als Corpsstudenten angesehen werden; die Abgrenzungen waren früher fließender als heute.

Robert Allmers (1872-1951),
Volkswirt, Industriemanager; gründete 1906 zusammen mit August Sporkhorst die Hansa-Automobil GmbH, die 1914 mit der Norddeutschen Automobil- und Motoren AG (NAMAG) zur Hansa-Lloyd-Werke AG Bremen fusioniert wurde, woraus später (1929) der Borgward-Konzern entstand; seit 1926 Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie.

Kurt Heinrich Debus (1908-1983),
Physiker und Raketenkonstrukteur, 1942 in Peenemünde an der Entwicklung der Fernrakete A 4 (V 2) beteiligt, seit 1945 in den USA, 1963-1974 Direktor des John F. Kennedy Space Center auf Cap Canaveral.

Wilhelm Exner (1840-1931),
österreichischer Technologe; 1868 Professor des forstlichen Ingenieurwesens an der Forstakademie Mariabrunn (1875 in die Wiener Hochschule für Bodenkultur eingegliedert); 1879 Gründer des Wiener Technologischen Gewerbemuseums; 1882-1897 liberaler Reichsratsabgeordneter, 1908-1918 Mitglied des Herrenhauses; Begründer des technischen Mittelschulwesens in Österreich, maßgeblicher Einfluß auf das österreichische Patentgesetz.

Hans Grade (1879-1946),
Ingenieur, Flugpionier; als erstem Deutschen gelang ihm 1908 der Flug mit einem selbstgebauten Motorflugzeug; gewann 1909 mit einem verbesserten Eindecker-Flugzeug den hochdotierten Lanz-Preis, erbaute 1913 das erste deutsche Kunstflugzeug für Sturz- und Rückenflüge und konstruierte 1918 das erste deutsche Kleinauto (Grade-Wagen).

Ernst Heinrich Heinkel (1888-1958),
Flugzeugkonstrukteur, entwickelte zahlreiche Verkehrs-, Sport- und Kriegsflugzeuge, u. a. 1939 das erste Raketenflugzeug und 1939 das erste Flugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerk.

Hanns Klemm (1885-1961),
Flugzeugbauer, als Chefkonstrukteur in dem 1918 gegründeten Daimler Flugzeugbau in Sindelfingen Schöpfer verschiedener Typen des Leichtflugzeugs, die 1926-1945 in der Firma Leuchtflugzeugbau Klemm GmbH in Böblingen gebaut wurden.

Georg Knorr (1859-1911),
Eisenbahningenieur, erfand 1909 die nach ihm benannte Einkammerschnellbremse, die bei den deutschen Bahnen die bis dahin zumeist verwendete Westinghouse-Bremse fast völlig verdrängte.

Ferdinand Porsche (1875-1951),
Autokonstrukteur, bereits 1897 Entwicklung ein Elektromobils, 1931 in Stuttgart Gründung eines eigenen Konstruktionsbüros (die heutige Porsche AG), seit 1934 Konstruktion des Volkswagens, Gesamtplanung und bis 1945 Leitung des Volkswagenwerks, Inhaber von 1230 Patenten.

Bernhard Timm (1909-1992),
Industriemanager, Studium der Mathematik, Physik, Chemie und Astronomie in Heidelberg; seit 1936 bei der (IG-Farben-Firma) BASF in Ludwigshafen; dort 1948 Prokura, 1950 Direktor, seit 1965 Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender; unter seiner Leitung Expansion zu einem weltweiten Konzern (u. a. Übernahme des amerikanischen Chemiekonzerns "Wyandotte Chemicals Corp."), 1974-1983 Vorsitzender des Aufsichtsrats.

 

 

Text und Bilder: Peter Kaupp und Helge Dvorak
Gestaltung: Markus Lenz