Säxit? – Wir gehen gerne!

Kategorie: Schwerpunkt
09.11.2016


"Dann geht doch", hieß es in der ZEIT im turbulenten Sommer 2015. Weil überall "Ausländerhass in Gewalt" umschlage, wollte der Ost-Redakteur des Blattes, Stefan Schirmer, den Freistaat Sachsen aus der Bundesrepublik verbannen. Zu Ende gedacht war dieser Vorschlag freilich nicht, denn viele Bürger würden den "Säxit" als eine Belohnung für ihr zivilcouragiertes Auftreten in den letzten Jahren empfinden. Der "Säxit" – eine Strafe für politisch unkorrektes Benehmen und den Widerstand gegen eine Asylpolitik, die inzwischen von weit mehr als nur einigen Patrioten als wahnsinnig empfunden wird? Das dürfte nach hinten losgehen.

Dürfte der Freistaat Sachsen die Bundesrepublik Deutschland verlassen, könnte er endlich eine vernünftige Asylpolitik betreiben. Nur in Ausnahmefällen würden dann noch tatsächliche Flüchtlinge in Dresden, Chemnitz oder Leipzig untergebracht, währenddessen das vorrangige Ziel der sächsischen Außenpolitik wäre, den heimatlos Gewordenen und Vertriebenen vor Ort in ihrer Krisenregion zu helfen.

Die positiven Folgen eines "Säxit" wären allerdings noch weitreichender: Ein freies Sachsen würde automatisch den Euro und die Europäische Union verlassen müssen. Welch ein Segen! Keine bürokratische Bevormundung mehr! Kein Martin Schulz, der uns dann noch irgendwas zu sagen hätte! Statt dessen würde entweder ein König herrschen (wenn wir denn einen geeigneten finden) oder vermutlich die AfD regieren, denn die Sachsen sind ja zumindest nach Ansicht des politisch-medialen Establishments durch die Bank weg Reaktionäre und Fremdenfeinde.

Doch zurück zum Ernst der Sache: Deutschland ist ein gespaltenes Land. Die Gutmenschen fahren dieses Land gerade mit voller Wucht gegen die Wand. Die "Dunkeldeutschen" dagegen, die übrigens sehr häufig mit dem Autokennzeichen DD unterwegs sind, werden derart diffamiert und kriminalisiert, daß sich eine Trotzreaktion einstellt. Das Beschimpfen der Sachsen wirkt nicht mehr. Dieses Mittel ist ähnlich abgenutzt wie der Nazivorwurf. Deshalb schweißt es die Sachsen sogar noch zusammen, wenn aus der hell-bunten Vielfaltsrepublik mal wieder die Kavallerie der Moralapostel einreitet.

Diese schießen gewöhnlich auch weit über ihr Ziel hinaus. Im Februar 2016 wollte der Rechtsextremismus-Experte Christian Bangel (Netz gegen Nazis) seine Leser in der ZEIT allen Ernstes davon überzeugen, daß in Sachsen die Demokratie abgeschafft werden müsse. Denn: "Mittlerweile dürften eher die überzeugten Demokraten in der Minderheit sein", schreibt er. Deshalb sollte für Sachsen der Bundeszwang gemäß Artikel 37 des Grundgesetzes greifen. Das heißt: Bundeskanzlerin Angela Merkel dürfte in so einem Fall einen Kommissar nach Sachsen entsenden, um die aufmüpfigen Bürger zur Willkommenskultur zu zwingen. "Mit aller Härte des Gesetzes" will Bangel anscheinend alle Andersdenkenden disziplinieren – oder besser gleich solange alle sächsischen Fremdenfeinde wegsperren, bis in ihrer Heimat nur noch "Refugees" leben?

Erstaunlich ist, daß sogar Stefan Locke, FAZ-Mann für das angeblich braune Bundesland, in dieselbe Kerbe schlägt. Er ist der Meinung, die Sachsen seien so ausländerfeindlich, weil sie schlichtweg dumm sind. So offen sagt er das natürlich nicht, aber er meint es so, denn die angeblich nur in Sachsen "spürbare Deindustrialisierung" und Abwanderung hat doch im gesamten Osten stattgefunden. Außerdem ist Locke komplett entgangen, daß der stolze Freistaat zu den Bundesländern zählt, die in Bildungsvergleichen am besten abschneiden und wirtschaftlich recht gut dastehen. Längst hat es darüber hinaus trotz oder gerade wegen PEGIDA und AfD eine Trendwende gegeben. Sachsen blutet nicht aus. Im Gegenteil: Etliche junge Leute kommen hierher zum Studieren, die Großstädte sind attraktiv für Rückkehrer und viele Rentner wollen hier ihren Lebensabend verbringen, weil sie es in der westdeutschen Multikulti-Hölle nicht länger aushalten.

Sowohl der Vorwurf der Demokratiefeindlichkeit als auch der Dummheit zielen nun aber auf genau das ab, was den Schmierfinken von FAZ bis ZEIT an den Sachsen nicht paßt: Sie sind das zivilcouragierteste Völkchen in ganz Deutschland. Wenn ihnen etwas nicht paßt, dann sagen sie das. Notfalls gehen sie auch auf die Straße – und zwar überall: in Dresden, Zwickau, Plauen, Bautzen, Heidenau und eben sogar in einem kleinen Kaff wie Clausnitz.

Man kann selbstverständlich immer darüber streiten, ob bestimmte Parolen auf Demonstrationen angemessen sind und ob mancher Patriot mit seinem aggressiven Auftreten seinem Anliegen nicht eher einen Bärendienst erweist. Natürlich gibt es darüber hinaus auch einen verschwindend geringen Prozentsatz krimineller Rechtsextremisten, die sich durch den radikalen Kurs der Bundesregierung dazu aufgerufen fühlen, mit Gewalt und Haß gegen die Falschen, nämlich Asylbewerber und Flüchtlinge, vorzugehen.

Aber die Mehrzahl derjenigen Sachsen, die für ihre Überzeugungen kämpfen, sind einfach nur zivilcouragiert und mutig. Aus diesem Grund ziehen sie auch die Unabhängigkeit der Bevormundung vor. Der "Säxit" kann also kommen! Wir Sachsen schaffen das!

Felix Menzel, Jahrgang 1983, studierte Medien- und Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Erst ist Mitbegründer der pennalen Burschenschaft Theodor Körner zu Chemnitz und seit über zehn Jahren Chef-Redakteur des Online-Magazins blauenarzisse.de.