Vorstellung der designierten Vorsitzenden Burschenschaft

Übernahme des Vorsitzes der Deutschen Burschenschaft im Geschäftsjahr 2017 durch die Braunschweiger Burschenschaft Thuringia

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01.09.2016


In unsere Vorsitzzeit fällt die 200. Wiederkehr des Wartburgfestes von 1817. Wir möchten dies zum Anlaß nehmen, ein weiteres Mal nach der 200. Wiederkehr der Gründung der Burschenschaft 2015 Ehre, Freiheit und Vaterland hochleben zu lassen.

Unsere Wurzeln gründen sich auf die "Unitas", die 1865 am Polytechnikum in Hildesheim nach dem Vorbild der burschenschaftlichen Bewegung ins Leben gerufen wurde. Der Name "Unitas" wurde damals vom Gründer Dr. Emil Kirchner mit dem Ziel verbunden, die Allgemeinheit aller Studenten an der Hochschule zu vereinen. Sie führte die Farben Schwarz-Rot-Gold. Aus ihr entstanden verschiedene Vereine, so auch 1868 der Fechtverein der Mühlen- und Maschinenbauer, der als der Ursprung der heutigen Braunschweiger Burschenschaft Thuringia gilt. Heute umfaßt unsere liebe Burschenschaft Thuringia 16 Aktive, 9 Inaktive/Auswärtige und in etwa 110 Alten Herren.

Über die vergangenen 148 Jahre hat sich unser Bund, der als mehrheitlich technisch geprägte Burschenschaft gesehen werden kann, in vielfältiger Weise in die Gemeinschaft der Burschenschaften eingebracht. Da es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts für Burschenschaften der Technischen Hochschulen nicht möglich war, Mitglied in der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft zu werden, entstanden Parallelverbände wie der Rüdesheimer Verband Deutscher Burschenschafter (RVDB), dem die Thuringia 1919 vorsaß. In diesem Vorsitzjahr verbanden sich der RVDB und die Allgemeine Deutsche Burschenschaft zu einem alle Burschenschaften auf dem Gebiet des hohenzollernschen Kaiserreiches umschließenden Verband, der sich Deutsche Burschenschaft nannte. Im selben Jahr traten auch die Burschenschaften der Ostmark diesem Verband bei. Auf diesen Einsatz für die Einheit der burschenschaftlichen Bewegung sind wir auch heute noch stolz.

In Bezug auf die Gemeinschaft der Burschenschaften, sah sich die Braunschweiger Burschenschaft Thuringia immer dem Ideal verpflichtet, das Gemeinsame stärker zu betonen als das Trennende. In unserer Burschenschaft ist ein Austritt aus der Deutschen Burschenschaft weder in der Satzung noch in der ihr vorangestellten Präambel überhaupt vorgesehen. Daher nahmen wir auch die Austrittswelle nach 2012 mit Unverständnis und Befremden zur Kenntnis. Wir haben uns weder der IBZ noch der BG fraktionell angeschlossen, noch haben wir uns an Aktionen beteiligt, welche die Absetzung von Vbr. Weidner als Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter forderte, obwohl sich vor allem bei den drei ausgetretenen Braunschweiger Burschenschaften diesbezüglicher Populismus und eine kursierende Unterschriftenliste großer Beliebtheit erfreute.

Wir wollen daher, gerade in unserem Vorsitzjahr, an der Einigkeit und Einheit des Verbandes weiterarbeiten und ihn mit den nötigen Fähigkeiten ausstatten, um bei zukünftigen Richtungsentscheidungen auf eine eng verbundene Gemeinschaft der Aktivitates der Einzelbünde bauen zu können. An dieser Stelle sei nochmals den Aktivitates und unterstützenden Alten Herren derer Burschenschaften gedankt, die nach 2012 den Vorsitz annahmen und dem Verband wieder Stabilität schenkten!

Wir werden die 2013 mit der Veröffentlichung der "Leitlinien der DB" ins Leben gerufene Imagekampagne weiterführen, damit sich die Deutsche Burschenschaft wieder selbständig – aber vor allem selbstgewählt – in der Mitte der Gesellschaft positionieren kann. Dazu gehört, daß sich die Deutsche Burschenschaft nach innen als ein "moderner Dienstleister" für ihre Mitgliedsburschenschaften präsentiert. Nur dann können diese, koordiniert von unserem Verband, unserem burschenschaftlichen Wertesystem in der Öffentlichkeit zur Geltung verhelfen. Daß wir dabei auf zeitgemäße Methoden wie die Arbeit an unserer Internetpräsenz und die Nutzung sozialer Medien zurückgreifen, versteht sich von selbst.

Voraussetzung dafür ist aber auch eine effiziente Verbandsstruktur. Die Modifikationen in den Jahren 2003 bis 2007 und die Installation eines Sekretariats zeigten unserer Meinung nach in die richtige Richtung. Weitere Optimierungen sind jedoch erforderlich, um einerseits kapazitäts- und kostenoptimal arbeiten zu können andererseits keine Abstriche am Unterstützungsangebot für die Mitgliedsburschenschaften machen zu müssen. Auch die derzeitige Praxis der Vorsitzregelung ist zu überdenken.

Abseits der Politik und der Organisation freuen wir uns auf die Feierlichkeiten. Wir werden über das Geschäftsjahr Präsenz bei den Mitgliedsbünden der Deutschen Burschenschaft zeigen, nicht zuletzt da einige runde Stiftungsfeste anstehen. Wie auch bei unserem Vorsitz im Jahre 1987 wird 2017 eine Jubiläumsfeier des Wartburgfestes stattfinden. Diese mit veranstalten zu dürfen, ist für uns eine große Ehre und wir freuen uns darauf. Außerdem freuen wir uns, auf dem Burschentag wieder viele Verbandsbrüder in Eisenach und Seebach begrüßen zu dürfen.
Einladen wollen wir natürlich auch alle Verbandsbrüder auf unser Haus in Braunschweig, wo wir gemeinsam geziemend auf die Deutsche Burschenschaft und ihre 202 Jahre alte Tradition anstoßen können.

Es blühe, wachse und gedeihe die Deutsche Burschenschaft!