Die Deutsche Burschenschaft vor 100 Jahren (1915) und in der Weimarer Republik

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Die plötzliche Mobilmachung im August 1914 stellte die Angehörigen aller Korporationsverbände

und auch die nicht Korporierten auf eine harte Probe. Während des Ersten Weltkrieges zeichneten

sich die Studenten allgemein, ganz abgesehen von den reformerischen Impulsen, die bereits der Allgemeine Deutsche Burschenbund (ADB)1 und auch die Deutsche Burschenschaft (DB)2 in den

Jahren davor gesetzt hatten, durch eine plötzlich erstarkende vaterländische Gesinnung aus. Eine Aufbruchsstimmung entstand, die an die Zeit von vor 100 Jahren erinnerte, als die Studenten in die Befreiungskriege gezogen waren. Standesdünkel wich einem ausgeprägten standesübergreifenden Sozialverhalten, gefolgt von gegenseitiger Wertschätzung. 

Dieser Krieg bedeutete für die Studierenden, wie es Frank Grobe (Teutonia Aachen) einmal treffend formulierte, eine „integrativ wirkende Zäsur“3. Der ständige Kampf Schulter an Schulter verdrängte allmählich die bisher zur Gewohnheit gewordenen klassenfördernden Privilegien und zog eine neue Dimension im Verhältnis zwischen Studenten und Arbeitern nach sich. 19.643 von jungen und alten Burschenschaftern waren ins Feld gezogen, 3.256 opferten, gemäß dem damals allgemein verbreiteten Wahlspruch: „Mit Gott für Kaiser und Reich“ ihr Leben für das Vaterland. Dank der bei der Deutschen Burschenschaft sorgfältig geführten Mitglieder- und Gefallenenlisten

läßt sich diese Zahl statistisch gut belegen. Auf dem Ehrenfriedhof bei Langemarck erinnert noch heute der flandrische Langemarck-Weihestein von 1932 an die Gefallenen aus den Reihen der Deutschen Burschenschaft. Der sogenannte „Langemarck-Mythos“ wirkte bis in die 1920er und 1930er Jahre nach und wurde in nationalsozialistischer Zeit instrumentalisiert, indem immer wieder durch den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) auf den „volksgemeinschaftlichen Charakter“ der Langemarck-Kämpfer – darunter vorwiegend junge Studenten, die 1914 angeblich begeistert „zu den Fahnen eilten“ – hingewiesen wurde. Verbandsbrüder, die nicht eingezogen wurden, zeigten sich solidarisch, indem sie für das Rote Kreuz eine größere Geldsumme spendeten oder sich der Verwundeten annahmen. Viele Verbindungshäuser wurden als Lazarette eingerichtet. Für die Kriegszeit wurde ein „Geschäftsführender Ausschuss der Deutschen Burschenschaft“ eingesetzt, der sich am „Vaterländischen Studentendienst“ beteiligte. Die zum Wehrdienst nicht fähigen Studenten konnten sich auf diese Weise in der Pflege der Verwundeten,

im Lazarettunterricht, in der Flüchtlingsfürsorge und in der Jugendpflege bewähren.

Der 100. Gründungstag der Burschenschaft 1915

 

„Du hundertjähr’ge Burschenschaft, Eichbaum aus Weltsturmstagen…“4, dichtete Walter Flex (Bubenruthia Erlangen). Denn die mit großer Akribie vorbereitete 100-Jahrfeier der Burschenschaft konnte infolge des Krieges nicht in dem ursprünglich vorgesehenen Rahmen stattfinden und

wurde still begangen. Der Rüdesheimer Verband deutscher Burschenschaften (RVdB) stellte seine Geschäftstätigkeit ein, an verschiedenen Frontabschnitten wurden durch die VABen oder einzelne Mitglieder kleinere Veranstaltungen organisiert. Immerhin gelang es, am 12. Juni 1915 eine gemeinsame Feier von DB und RVdB mit knapp 600 Teilnehmern zu veranstalten, auf der die Burschenschafter in einer Depesche ihre „unverbrüchliche Treue zu Kaiser und Reich“ bekundeten und „die Hoffnung auf einen Sieg der deutschen Waffen“ unterstrichen. Mit Wilhelm II. herrschte inzwischen ein gutes Einvernehmen, und er dankte den Burschenschaftern ausdrücklich für ihren Einsatz. Daß diese Feier doch von großer emotional begründeter Nachhaltigkeit begleitet war, zeigen mehrere Gedichte in den damaligen Burschenschaftlichen Blättern, darunter „Schwarzrotgold

(1815– 1915)“ von Adolf Ey (Brunsviga Göttingen), „Vor hundert Jahren (Zum 12. Juni 1915)“ von August Sturm (Arminia a. d. B. Jena) und „Hundert Jahre“ von Karl Grube. In allen drei Gedichten kommen die traditionellen Wertbegriffe der Burschenschaft, die Freiheit, die Ehre und das Vaterland sowie die burschenschaftlichen schwarz-rotgoldenen Farben vor. Nicht zu verkennen sei dabei aber auch der militante Charakter in allen drei Fällen. Die Erinnerung an die Befreiungskriege lebte wieder auf und natürlich der Wille zum Sieg! Das Gedicht „Hundert Jahre“ von Karl Grube deutete bereits auf die weitere Entwicklung des burschenschaftlichen Geistes in den 1920er Jahren vor allem in der zweiten Strophe hin: „Hundert Jahre…doch ewig jung, Bronnen aus frischer Begeisterung, Stahlblock der völkischen Eigenart, wo uns das Beste der Deutschheit bewahrt.“5

Hier wird schon klar auf die Ausbreitung des völkischen Denkens in der Burschenschaft hingewiesen, die in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre immer stärker wurde. Auch heroisierende Weisen wurden angestimmt. So betonte Walter Flex (1887–1917) in seinem Gedicht „Der Burschenschaft

ins Stammbuch“, gedichtet „An der Kolnizanka, Juni 1915“ in der ersten Strophe: „1. Du hundertjähr’ge Burschenschaft, Eichbaum aus Weltsturmstagen, Du prangest königlich in Kraft, Nun stehst du sturmzerschlagen.“ In der fünften und letzten Strophe kommen deutlich die militanten Züge zum Ausdruck, die später auch die Deutsche Burschenschaft während der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus‘ übernahm: 5. „Das Wutjahr rast, das Blutjahr tobt, Einst

wird der Tag erscheinen, Da man den Gott des Glutjahrs lobt in heil’gen Eichenhainen!“ 6. Gerade anläßlich dieser Jahrhundertfeier deutete schon vieles darauf hin, daß es in absehbarer Zeit auch zu einem Zusammenschluß der DB mit dem RVdB und der Burschenschaft der Ostmark (BdO) kommen würde, der vier Jahre später, als der Krieg zu Ende war, tatsächlich vollzogen wurde.

Angesichts der Tatsache, daß allein von den bis dahin 2.291 eingerückten österreichischen Burschenschaftern bereits 94 gefallen waren, wurde am 12. Juni 1915 unter anderem der Beschluß gefaßt, zu Ehren der gefallenen ostmärkischen Burschenschafter einen Gedächtnisturm an der Donau zu errichten. Ansonsten gab es keine größeren Zusammenkünfte auf Verbandsebene

mehr. Der letzte (= 15.) Burschentag hatte vom 3. bis zum 8. Juni 1914 stattgefunden. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Neubearbeitung von Verbandssatzungen. Erst nach Kriegsende fanden wieder regelmäßig Burschentage statt.

Neue Herausforderungen nach dem Ersten Weltkrieg

 

Der Untergang des Kaiserreichs brachte auch für die Studierenden durch das plötzlich hereinbrechende „Akademikerelend“ und das Gefühl einer politischen Entwurzelung, bedingt durch die Flucht Kaiser Wilhelms II. ins niederländische Exil, eine völlig veränderte Situation mit sich. Gerade in der Zeit zwischen 1918 und 1920 überschnitten sich die Ereignisse in bislang nicht gekannten Ausmaßen. Die zahlreichen Initiativen der organisierten und nicht organisierten Studentenschaft bewiesen Empathie und eine zunehmende soziale Trendwende innerhalb des bisher eher „sorgenfreien“ Studentenlebens. Ohne das vorangegangene Kriegserlebnis wäre das wohl nicht in so kurzer Zeit möglich gewesen. Als auffallend motiviert zu zukunftsweisenden strukturellen Veränderungen für das Verbindungsleben tat sich die Deutsche Burschenschaft hervor. In den Burschenschaftlichen Blättern, aber auch in den Bundeszeitungen einzelner Burschenschaften wurde ab dem Wintersemester 1918/19 stets auf die sich drastisch verschlechternden wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen für ein Studium und die geringen Aussichten auf eine angemessen bezahlte Stelle hingewiesen. Appelliert wurde jetzt an die Studierenden, mehr eigene Verantwortung zu zeigen und mehr Eigeninitiative zu übernehmen. Das sollte auch im Interesse der Gemeinschaft erfolgen, während Individualismus und Akademikerdünkel in den Hintergrund treten sollten. Aufgrund gleicher Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sollten bisherige Klassenunterschiede verschwinden. Konkret wäre der bereits im April 1915 durch den Burschenschafter und Schriftleiter der BBl von 1898 bis 1921, Hugo Böttger (Arminia a. d. B. Jena), zur Kriegsbeschädigtenfürsorge gegründete Akademische Hilfsbund (AHB) zu nennen, der nach Kriegsende bis 1925 zur Berufsberatung und Stellenvermittlung diente. Unter Böttgers Vorsitz und im wesentlichen danach unter burschenschaftlicher Lenkung entstand auch der Reichsausschuß der Akademischen Berufsstände (RAB) zwischen 1918 und 1920, der, ähnlich wie eine Gewerkschaftsorganisation, für wirtschaftliche und soziale Unterstützung der „studierenden Arbeiter“ und für eine den damaligen Umständen entsprechenden Stellenvermittlung sorgen sollte. Die Technische Nothilfe

bewährte sich bald als wirtschaftlicher Verband angesichts der anhaltenden Streiks zur Versorgung der Bevölkerung auf breiter Grundlage. Während die Deutsche Burschenschaft mit ihren Initiativen eher damals zur rechten Gegenseite tendierte, entstanden aus vorwiegend linksgerichteten Kreisen und sozialistischen Gruppen so genannte Studentenräte in Berlin, München, Leipzig und Breslau, aus der „Finkenschaft“ (=Freistudenten) und aus der Jugendbewegung bildeten sich 1918 eine Sozialistische Studentenpartei in Berlin sowie eine Gruppe sozialistischer Akademiker in München. Die seit einem halben Jahrhundert existierenden Allgemeinen Studentenausschüsse

(AStA) passten sich durch Einführung von Zwangsmitgliedschaft mit Zwangsbeiträgen sowie mit allgemeinem und direktem Wahlrecht der neuen Situation an. Hieraus bildete sich im Juli 1919 in

Würzburg als Dachorganisation die Deutsche Studentenschaft (DSt). Die Deutsche Burschenschaft wollte sich als „führend“ unter den Korporationsverbänden hervortun. Der Begriff „Führer“

tauchte ab sofort in der burschenschaftlichen Presse auf7. Gemeint war hiermit natürlich die Heranbildung junger Aktiver zu Persönlichkeiten, die imstande waren, führende Positionen zu bekleiden. Mehr politische Verantwortung, schon durch die Herabsetzung des Wahlalters auf 20 Jahre,

wurde angemahnt. Als weiteres wichtiges Kriterium stand damals die „Volksgemeinschaft“ auf dem Plan, in der aufgrund gleicher Bildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten die bisherigen Klassenunterschiede verschwinden sollten. Die Begriffe „Volkswohl“ und „Volksgemeinschaft“ wurden nach Kriegsende8 zunehmend richtungweisend. Sie deuteten aber schon auf das völkische Bewußtsein hin, das sich in den Folgejahren zunehmend ausweitete. Es ging nicht mehr allein um die Interessen der Studierenden, denn die Ziele der Deutschen Burschenschaft gingen weiter: – Mehr politische Bildung und mehr Engagement für die junge Republik – Verbot von Parteinahme! Die Deutsche Burschenschaft (DB) verpflichtete sich zur Neutralität und wollte keiner der damaligen

Parteien besonders nahestehen, distanzierte sich aber spürbar von Bolschewismus und Kommunismus – „Vaterländische Gesinnung“, denn das Vaterland sollte über der Partei stehen

– Großdeutscher Gedanke

– Erziehung der Mitglieder der DB zu Persönlichkeiten, zu zielbewußten „Führern“, auch in der Zukunft

– Die soziale Idee, eine „Volksgemeinschaft“ ohne Privilegien

– Seit Juli 1919: eine allmähliche Abkehr von der Weimarer Republik, nicht zuletzt wegen des Versailler Diktats und der damit verbundenen tiefen Demütigung Deutschlands.

Die neue Regierungsform weckte zunächst große Hoffnungen, entsprach sie doch ganz den liberalen urburschenschaftlichen Vorstellungen von einem in Einheit und Freiheit reifenden nationalen und nicht von selbstherrlichen Fürsten gelenkten Deutschland. Der „Politisierungsausschuss“ der Deutschen Burschenschaft forderte Ende 1918 unter anderem die „unverzügliche Einberufung einer verfassungsgebenden Nationalversammlung von Abgeordneten aus allen Ländern, die aus

freiem, unbehindertem Beschluss zu Deutschland gehören wollen“, dann die „ungehinderte Ausübung des Wahlrechts für alle Wähler“ und „Wahlpflicht für alle Wahlbeteiligten“. Die Burschenschaften setzten sich für „frisches Blut in der Nationalversammlung“, für die „Vertretung von

Frauen“ sowie für die „Gleichberechtigung aller Deutschen beiderlei Geschlechts“ ein 9. Mit ebenso großer Aufmerksamkeit verfolgte die DB die deutsche Außenpolitik. Woodrow Wilsons 14-Punkte-Programm mit annehmbaren Friedensregelungen, von der Akademikerschaft, so auch von den Burschenschaften akzeptiert, wurde von den übrigen Siegermächten verletzt, so die DB in einem Telegramm an die Nationalversammlung im Mai 1919 10. Immer wieder wurde in den BBl vom Sommersemester 1919 zu den außenpolitischen Konzepten Stellung bezogen, da sie sich angeblich zunehmend von Wilsons 14 Punkten auf Kosten des besiegten Deutschland entfernten. Als weiteres Kriterium kam die seitens der Niederlande geplante Auslieferung des bis 1918 regierenden Kaisers Wilhelm II. hinzu, zu dem die Burschenschaft zuletzt ein gutes Verhältnis pflegte. In einer Denkschrift an die Reichsregierung, an die niederländische Regierung und an die Nationalversammlung betonten zwei Professoren (Burschenschafter) ausdrücklich, daß die Unverletzlichkeit des Souveräns (hier Wilhelms II.) selbst durch den Kriegszustand nicht aufgehoben und die Niederlande zur Auslieferung Wilhelms zwecks Aburteilung vor einem internationalen Gericht nicht berechtigt seien.11 Der großdeutsche Gedanke, der schon eine längere Tradition besaß und auf die alldeutsche Bewegung, namentlich auf den Einfluss von Georg Ritter von Schönerer (1842–1921) mit seinem deutschnationalen Programm, gefolgt von grenzenloser Bismarckverehrung, zurückzuführen ist, lebte in dieser Zeit wieder auf. Besonders die Burschenschaften wurden davon schon im Habsburgerreich stark geprägt, und sie wurden überzeugte Verfechter deutschnationaler

und alldeutscher Ideen, die sie besonders konsequent und kompromißlos vertraten und damit dank eines starken Netzwerkes erstaunlich hohe Breitenwirkung erzielten. Nicht von ungefähr kam daher nach Kriegsende der sehnlichste Wunsch nach einem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich wieder auf, der allerdings erst 1938 realisiert wurde. Diesem politischen Ereignis kam die Burschenschaft auf Verbandsebene bereits 1919 zuvor. Nach der Verschmelzung der DB mit

dem seit 1905 unter dieser Bezeichnung existierenden und 37 Bünde an Technischen oder Tierärztlichen Hochschulen sowie an Forstakademien umfassenden „Rüdesheimer Verband deutscher Burschenschaften“ (RVdB) auf dem außerordentlichen Burschentag in Berlin am 4. Januar 1919 kam es auf dem (ordentlichen) Burschentag in Eisenach vom 3. bis zum 6. August 1919 zur Vereinigung der Deutschen Burschenschaft und der Burschenschaft der Ostmark (BdO), wovon auch in der burschenschaftlichen Presse ausführlich berichtet wurde12. Durch die Friedensverträge von

Versailles (28. Juni 1919) und St. Germain (10. September 1919) mit dem Anschlußverbot „Deutsch-Österreichs“ an das Deutsche Reich wurden zunächst alle Hoffnungen auf einen Zusammenschluß auch auf politischer Ebene – unter großem Protest der österreichischen Nationalversammlung – zerschlagen. Es blieb jedoch weiterhin ein Herzensanliegen der Österreicher, mit dem deutschen Mutterland vereinigt zu werden, da sie sich gemeinsam mit den Deutschen als „ein Volk“ von gleichem Stamme sahen.

Abkehr von der Republik und Ausbreitung des völkischen Denkens

 

Enttäuscht wandten sich Korporierte und Freistudenten, vor allem aber Burschenschafter,

allmählich von der Regierung schon im Frühstadium der Weimarer Republik ab. Von „Erfüllungspolitik“ war plötzlich die Rede, und Deutschland hatte aufgrund des Friedensdiktats von 1919 sehr

hohe Gebietsverluste hinzunehmen, die nicht nur zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Einbußen führten, sondern auch das Selbstwertgefühl des besiegten Deutschland erheblich schmälerten. Immer wieder war von der „Zerstückelung Deutschlands“ die Rede. Die DB, aber auch

andere Korporationsverbände wie die Corps (KSCV), die Landsmannschaften (DL) sowie die Vereine Deutscher Studenten (VVDSt) fanden es inakzeptabel, daß man sich in derart einschneidender Weise selbst bei einem besiegten, „wehrlos gemachten Volk“ über ethnische Gegebenheiten und das Selbstbestimmungsrecht der Völker hinwegsetzte. Vor allem die Abtrennung der Gebiete im Osten vom Reich, darunter das als „Kulturgebiet von den Deutschen geschaffene“ Westpreußen, dann Ostpreußen sowie Deutsch-Böhmen durch die Sudetengrenze, gefolgt von Oberschlesien und Südtirol, gerieten heftig in die Kritik und veranlaßten vor allem die DB dazu, sofort Konsequenzen daraus zu ziehen. Die anfängliche Bereitschaft, die Regierung durch den Anschluß an Zeitfreiwillligenverbände zu unterstützen und an Grenzlandkämpfen in Kärnten, in der Steiermark

(1920) und in Oberschlesien (1921) teilzunehmen sowie Freikorps zu bilden, schlug nach dem gescheiterten Kapp-Putsch vom 13. März 1920, an dem vereinzelt auch Burschenschafter beteiligt waren, bald in eine regierungsfeindliche Haltung um. „Studentenwehren“ gegen den rheinischen Separatismus und gegen Kommunisten im Ruhrgebiet, die blutige Niederschlagung einer bewaffneten Demonstration in Berlin am 13. Januar 1920 sowie die Vorfälle in Mechterstädt in Thüringen, bei denen am 25. März 1920 von der Begleitmannschaft des Studentenkorps Marburg (StukoMa) 15 als Aufrührer gefangene Arbeiter angeblich auf der Flucht erschossen wurden, führte zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Regierung und den Studenten, Anrechnung verlorener Studiensemester zugestanden wurde13. Auf unterschiedliche Weise motivierte gerade die Deutsche Burschenschaft ihre Mitglieder zu Aktionen, die stark an das urburschenschaftliche Gedankengut erinnerten. In erster Linie wurde an den Einsatz „für Volk und Vaterland“ appelliert und „vaterländische Arbeit“ in Form von Grenzlandfahrten gepflegt. Gerade der Kontakt zur Bevölkerung in den durch das Friedensdiktat von Versailles abgetrennten Gebieten wurde als besonders wichtig gewertet, da nur so die deutsche Sprache, deutsche Kultur und das Bekenntnis zu Deutschland auch für die Zukunft erhalten werden konnten. Der von dem Studienrat Dr. phil. Georg Kleeberg (1887–1931, Germania Marburg) seit 1923 geleitete, aus dem bereits im Jahr 1919 gegründeten sogenannten „Politisierungsausschuß“ der DB hervorgegangene „Ausschuß für vaterländische Arbeit“ zielte auf eine Unterweisung der Burschenschaften im „vaterländisch-politischen Sinne“ ab. Seine Tätigkeit vor Ort war die ständige Verfolgung der Verhältnisse in den vom Reich abgetrennten Gebieten sowie der Einsatz von Burschenschaften für das Grenz- und Auslandsdeutschtum. Diese „vaterländische Arbeit“ fand während der gesamten Zeit der Weimarer

Republik mit anfangs mäßigem, später mit wachsendem Erfolg statt 14. Die durch Friedrich Ludwig Jahn und seinen damaligen Mitstreiter, Karl Friedrich Friesen, am 19. Juni 1811 auf der Berliner Hasenheide ins Leben gerufene Turnbewegung, auf die auch der Begriff „Burschenturner“

zurückgeht, sollte nicht nur allein der körperlichen Ertüchtigung dienen, sondern auch Werte, darunter eine tiefe patriotische Gesinnung, fördern. Selbstbewußtsein, geistige und körperliche Tüchtigkeit sowie ein erstarkendes Nationalbewußtsein sollte damals das deutsche Volk angesichts

der schweren Krise, bedingt durch die napoleonische Fremdherrschaft, unter Beweis stellen. Somit wurde Jahn zum geistigen Wegbereiter der Burschenschaft, was er auch in seiner Rede als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung am 15. Januar 1849 in der Paulskirche bestätigte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß die Turnbewegung vor allem seit 1865 bei weitem nicht mehr die Breitenwirkung wie in ihrer Gründungszeit, was auch nach der Reichsgründung von 1871 umso spürbarer wurde. Die gefühlte Erfüllung der ursprünglichen burschenschaftlichen politischen Zielsetzung dank Bismarck und Wilhelm I. führte zu einer Abflachung des Korporationswesens auch innerhalb der Burschenschaften. Es wurde weniger mit Herzblut gekämpft, da ja nun alles erreicht war. Erst der Erste Weltkrieg und vor allem dessen unrühmlicher Ausgang für Deutschland rief die Erinnerung an den deutschen Turnvater Jahn wieder wach und veranlaßte

eine Renaissance des Turnwesens innerhalb der DB. Dieses wurde nicht mehr wie vorher unter dem Aspekt des Sports mit gesellschaftlichem Stellenwert betrachtet, sondern als Ersatz für die nach dem Krieg durch den Versailler Vertrag geregelte entfallene Wehrpflicht15 und bekam dadurch zunehmend militanten Charakter, begleitet von Optionen wie Selbstüberwindung und Selbstbeherrschung. In der Förderung des „Wehrsports“ während der 1920er und 1930er Jahre bis zur Auflösung der Deutschen Burschenschaft kann man somit Ansätze zur Instrumentalisierung von Werten erkennen, die ursprünglich zum traditionellen urburschenschaftlichen Gedankengut gehörten. Gegen Ende der 1920er Jahre wurde der „Wehrsport“ aktualisiert. Der akademische „Wehrsport“ sollte „Führer heranbilden“. In den vom Deutschen Hochschulring (DHR) eingerichteten Wehrsportlagern übernahm die Burschenschaft bald eine Vorreiterrolle. Einige Sportarten deuteten auf einen zunehmenden Einfluß durch den Nationalsozialismus hin, so zum Beispiel

das Kleinkaliberschießen, das Wandern als Ausdauertraining zur Vorbereitung auf den späteren Geländesport, das Rudern zur Förderung des Gemeinschaftssinnes und vor allem der Segelflug. Letzteren leitete Otto Schwab (1889–1959, Germania Darmstadt) durch die Gründung der „Akademischen Fliegerabteilung Deutscher Burschenschafter e. V.“ (Akaflieg) in die Wege, in der bis 1933 etwa 250 Segelflieger ausgebildet wurden. Außerdem wurde in Böblingen eine Burschenschafter-Motorfliegerabteilung mit vier eigenen Motorflugzeugen zur Schulung eingerichtet, die bei

„Deutschlandflügen“ gute Plätze belegte 16. Auch im Umgang mit der Sprache setzte Jahn zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit seinem Appell zur Pflege einer „reinen“, unverfälschten deutschen Sprache deutliche Akzente. Seitdem sah die Burschenschaft die Reinhaltung der deutschen Sprache als ihre sittliche Pflicht an, denn die Pflege des eigenen geistigen und kulturellen Erbes sollte Fremdeinflüsse nach Möglichkeit ausschalten17. In den 1920er Jahren wurden damit der Dienst am deutschen Volk und die Hebung des deutschen Selbstwertgefühls verbunden. Konkrete Maßnahmen seitens der Burschenschaft waren „Korrekturen“ innerhalb burschenschaftlicher Publikationen. So wurde unter anderem bei der DB ein sogenannter „Sprachausschuß“ unter der Leitung Albert Petzolds (1857–1939, Arminia a. d. B. Jena) mit der Option gegründet, in den BBl ab sofort eine sogenannte „Sprachecke“ einzurichten. Dort bot sich eine Plattform zu Anregungen, auch innerhalb akademischer Gesprächsrunden und Publikationen sowie während der Kommerse latinisierte Begriffe durch deutsche zu ersetzen. Die Muttersprache sollte sich zunehmend gegenüber dem von Jahn gerügten „Kauderwelsch“ durchsetzen. Dabei darf natürlich eine ideologische

Zweckentfremdung der Sprache in der Weimarer Zeit nicht übersehen werden. So hieß es im „Handbuch für den Deutschen Burschenschafter“ von 1927, daß die DB unter dem „Dienst an der deutschen Sprache gleichzeitig den Dienst am deutschen Volk“ verstehe. Auf Dauer war diese Anregung jedoch nicht erfolgreich, weil die traditionelle akademische Sprache weitreichendere Wirkung besaß, als bislang vermutet18. Daß es im Zuge der politischen Entwicklung auf dem Burschentag vom 4. bis 7. August 1920 in Eisenach unter dem Vorsitz von Germania Jena, wo es unter anderem um die „Belebung des deutsch-völkischen Gedankens“ ging, zu den sogenannten „Eisenacher Beschlüssen“ kam, war in erster Linie auf den Nachdruck seitens der österreichischen

Bünde zurückzuführen, die den Untergang der Donaumonarchie mit ihren Spätfolgen in Form von Migrationsbewegungen von Ostjuden besonders zu spüren bekamen. Sie stellten Anträge, die Mitgliedschaft von Juden und Ehen von Burschenschaftern mit jüdischen oder farbigen Frauen zu untersagen. Die beiden Grazer Burschenschaften Frankonia und Allemannia setzten deutlich antisemitische Akzente: In der Rassenfrage solle nicht nur auf die ungetauften oder getauften Juden, sondern auf die „Judenstämmlinge“ bis „in das letzte Glied“ Bezug genommen werden. Gerade die Vertreter von Allemannia Graz stellten auf diesem Burschentag mehrere Anträge, wovon der erste und grundsätzliche lautete: „Die Deutsche Burschenschaft erkennt in der Judenfrage den Rassestandpunkt an“19. Obwohl die „Eisenacher Beschlüsse“ über die künftige Nichtaufnahme von Juden viele Gemüter in den eigenen Reihen erregten, erfolgte auf dem Burschentag 1920 kein Widerspruch gegen die Anträge der österreichischen Bünde. Ein von Hans Wehberg (1885–1962,

Marchia Bonn) veranlaßter und von etwa 100 alten Burschenschaftern unterzeichneter Aufruf als Protest gegen die „Eisenacher Beschlüsse“ blieb leider ohne größere Resonanz20.

Die Entwicklung von 1931 bis 1945

 Auf dem Grazer Studententag 1931 schaffte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund den Durchbruch in der Deutschen Studentenschaft. Nach der „Machtergreifung“ 1933 sahen sich die Korporationen durch ihn zunehmend diktiert, vor allem im

Reich, weniger dagegen in Österreich, wo ab 1933 für viele Studenten und Korporierte der Kampf für die „Bewegung“ Hitlers begann. Die Durchsetzung des Führerprinzips auf dem 15. Deutschen Studententag in Königsberg im Juli 1932 führte zur Entmachtung der Korporationen. Der Burschenschafter und DSt-Vorsitzende Gerhard Krüger (1908–1994, Hansea Hamburg) setzte in der

Folge das Führerprinzip durch, personalisiert bei der DB ab 1933 durch Otto Schwab, der sich als DB-Bundesführer jedoch auf Dauer wegen seiner umstrittenen Position vor allem in der Kameradschaftserziehung nicht behaupten konnte und schon gegen Ende der Weimarer Republik durch die Förderung der „Wehrerziehung“ und des „Wehrsportes“ eine unverkennbare Übereinstimmung

mit nationalsozialistischen Zielsetzungen erkennen ließ. Die in diese Zeit fallende Kameradschaftserziehung wurde zwar vor allem in den Korporations- und Wohngemeinschaften als erzieherische Maßnahme zur Förderung des Gemeinschaftswesens teilweise begrüßt, aber gerade wegen eines zu starken Eingreifens in die Strukturen der Verbindungen durch Verbot von Couleur- und Fechtbetrieb sowie durch den erzwungenen Umbau der Korporationshäuser in „Erziehungsinstitute“ im Stil von Kasernen, wie es der von Schwab unterstützte Feickert-Plan vorsah, mit Argwohn betrachtet. Vor allem den Alten Herren, die in der DB wie auch in anderen Korporationsverbänden die besten Stützen für die Aufrechterhaltung traditioneller Formen des Verbindungslebens blieben, war es immer wieder zu verdanken, daß sich das nationalsozialistische Gedankengut in den Korporationen auf Dauer nicht durchsetzen konnte. Dazu hatte der NSDStB auch geistig viel zu wenig zu bieten und konnte selbst die jungen Aktiven nicht wirklich überzeugen. Als es im Herbst des Jahres 1935 zur Auflösung der Verbände kam, war die Burschenschaft mit einer besonderen Haltung hervorgetreten Im Gegensatz zu den Verbänden, die sich in der Mehrzahl freiwillig auflösten, sah sie ihren „urburschenschaftlichen Auftrag“ darin, sich in den NSDStB in Form von Studentenbundskameradschaften integrieren zu lassen, was aber letztlich scheiterte, weil der Studentenbund gemachte Zusagen nicht einhielt. Nicht alle ehemaligen Burschenschaften traten jedoch dem NS-Studentenbund bei. Verfolgt man die weitere Entwicklung bis zum Ende

des Zweiten Weltkriegs, erkennt man, daß es der Burschenschaft in der Tarnung von NS-Kameradschaften vor allem ums Überleben ging, vor allem um die Wiederbelebung und Aufrechterhaltung des traditionellen Verbindungswesens mit allen dazugehörigen Ritualen. Daß die Jahre von

1939 bis 1945 nicht das Aus für die Burschenschaft bedeuteten, war auf den geringen Einfluß der Kameradschaftsführer und das mangelhafte Konzept des NSDStB zurückzuführen21. Die Korporationen blieben ihm stets überlegen!

Brunck, Helma: Die Deutsche Burschenschaft in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, München 1999. Als Dissertation (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) 1996 erschienen unter dem Titel: „Die Entwicklung der Deutschen Burschenschaft in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus. Eine Analyse“ (Dissertations-Druck Darmstadt GmbH).

Brunck, Helma: Burschenschaften und Burschenschafter in der Weimarer Republik, in: Oldenhage, Klaus (Hg.): Jahresgabe 2008 der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG), S. 7–66.

Brunck, Helma: Die Burschenschaft in der Weimarer Republik und in der NS-Diktatur (1919-1945) – Eine historiographische Bilanz, in: Oldenhage, Klaus (Hg.): 200 Jahre burschenschaftliche Geschichtsforschung – 100 Jahre GfbG – Bilanz und Würdigung. Jahresgabe 2009 der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG), Koblenz 2009, S. 71–90.

Cerwinka, Günter: „Sie (die ‚Klerikalen‘) stehen ja nicht einmal in der Judenfrage auf unserem Standpunkt“. „Juden-„ und „Klerikalenfrage“ in den Konventsprotokollen der Grazer Burschenschaft Allemannia 1919/1920, in: Schroeter, Bernhard (Hg.): Für Burschenschaft und Vaterland. Festschrift für Peter Kaupp, Norderstedt 2006, S. 261–280.

Grobe, Frank: Zirkel und Zahnrad. Ingenieure im bürgerlichen Emanzipationskampf um 1900 – Die Geschichte der technischen Burschenschaft. Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, Band 17, Heidelberg 2009.

Handbuch der Deutschen Burschenschaft. Ausgabe 2005 zum 190. Jahrestag der Burschenschaft, Memmingen/Stuttgart/Traunstein 2005.

Johannsen, Richard (Hg.): Der Wille zum Sieg. Kriegsgedichte aus der Deutschen Burschenschaft, Hilden 2013.

Krausmüller, Helmut/Anger, Ernst/Pabst, Martin: Die Geschichte des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes (ADB) 1883-1933 und das Schicksal der ehemaligen ADB-Burschenschaften (Historia Academica. Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des CC, 28), o. O. (Jever) 1989.

Lönnecker, Harald: „…das deutsche Volk in der Zeit tiefer nationaler Erniedrigung aufzurütteln, für ein einiges und freies deutsches Vaterland zu begeistern und gegen innere und äußere Bedränger anzuführen“ – Die Burschenschaft der Ostmark (BdO) und ihre Vorläufer 1889-1919, in: „…ein großes Ganzes…, wenn auch verschieden in seinen Teilen“, Beiträge zur Geschichte der Burschenschaft, DuQ, Bd. 19, Heidelberg 2012, S. 516–630.

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1 Krausmüller, Helmut/Anger, Ernst/Pabst, Martin: Die Geschichte des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes (ADB) 1883-1933 und das Schicksal der ehemaligen ADBBurschenschaften.

Historia Academica. Schriftenreihe der Studentengeschichtlichen Vereinigung des CC, 28, o. O.

(Jever) 1989.

2 Krausmüller, ADB (s. Anm. 1), S. 29 f. Erst seit 1902 heißt der Zusammenschluss der Burschenschaften an den – ursprünglich nur reichsdeutschen – Universitäten „Deutsche Burschenschaft“ (DB), davor existierte er seit 1881 unter der Bezeichnung „Allgemeiner Deputierten-Convent“

(ADC). Zur Geschichte der Deutschen Burschenschaft nach dem Ersten Weltkrieg siehe auch: Brunck, Helma: Die Deutsche Burschenschaft in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, München 1999, hier S. 45–54.

3 Grobe Frank: Zirkel und Zahnrad. Ingenieure im bürgerlichen Emanzipationskampf um 1900 – Die Geschichte der technischen Burschenschaft (DuQ, 17), Heidelberg 2009, S. 461 f.

4 Gedicht: „Der Burschenschaft ins Stammbuch“ von Walter Flex (Bubenruthia Erlangen), gedichtet „An der Kolnizanka, Juni 1915“, zitiert in: Lönnecker, Harald: „das deutsche Volk in der Zeit tiefer nationaler Erniedrigung aufzurütteln, für ein einiges und freies deutsches Vaterland zu begeistern und gegen innere und äußere Bedränger anzuführen“ – Die Burschenschaft der Ostmark

(BdO) und ihre Vorläufer 1889-1919, in: „…ein großes Ganzes…, wenn auch verschieden in seinen Teilen“, Beiträge zur Geschichte der Burschenschaft, DuQ, Bd. 19, Heidelberg 2012, S. 516-630, hier S. 613, Anm. 240.

5 Grube, Karl: Hundert Jahre, in: Richard Johannsen (Hg.): Der Wille zum Sieg. Kriegsgedichte aus der Deutschen Burschenschaft, Hilden 2013, S. 93.

6 Siehe Anm. 4.

7 BBl 33/1 (8.4.1919), S. 1–4, hier S. 4; BBl 33/2, S. 19; BBl 34/3 (21.11.1919), S. 36, S. 42 f., hier S. 43 u. a.

8 BBl 33/1, S. 1-4; BBl 33/2, S. 19.

9 BBl 33/4 (WS 1918/19), S. 50.

10 BBl 33/3 (SS 1919), S. 33 f.

11 BBl 33/4 ( SS 1919), S. 49 f.

12 BBl 33/5 (15.1.1919), S. 66 f.; BBl 34/7 (1920), S. 118 f.; Brunck, Helma: Burschenschaften und Burschenschafter in der Weimarer Republik, in: Oldenhage, Klaus (Hg.): Jahresgabe 2008 der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG), Koblenz 2009, S. 7–66, hier S. 16-19; Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 54–57, S. 64–71.

13 Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 105–125.

14 Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 73–98; dies:, Burschenschaften (s. Anm. 12), S. 34–37.

15 Lönnecker, Harald: Jahn und die Burschenschaft, in: BBl 4/2014, S. 123–127, hier S. 126.

16 Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 127-140; dies.: Burschenschaften (s. Anm. 12), S. 38 f.

17 Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 145–147.

18 Ebd.; dies.: Burschenschaften (s. Anm. 12), S. 40 f.

19 Cerwinka, Günter: „Sie (die ‚Klerikalen‘) stehen ja nicht einmal in der Judenfrage auf unserem Standpunkt“. „Juden-„ und „Klerikalenfrage“ in den Konventsprotokollen der Grazer Burschenschaft Allemannia 1919/1920, in: Schroeter, Bernhard (Hg.): Für Burschenschaft und Vaterland.

Festschrift für Peter Kaupp, Norderstedt 2006, S. 261-280.

20 Brunck, Burschenschaften (s. Anm. 12), S. 45.; dies.: Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 155-174.

21 zusammenfassend über die Entwicklung seit 1932: Brunck, Burschenschaft (s. Anm. 2), S. 269–386.

Dr. Bruno Burchhart (Olympia Wien)

Unser Autor Verbandsbruder Dr. Bruno Burchhart (Olympia Wien, 1960) war DBÖ-Vertreter im Ausschuß für Burschenschaftliche Arbeit (AfBA) der Deutschen Burschenschaft sowie DBÖ-Verbindungsreferent zu anderen Korporationen. Verbandsbruder Burchhart beschäftigt sich seit dem Studium intensiv mit volksdeutschen Minderheiten in Europa, seit 2006 ist er Obmann vom „Burschenschaftlichen Volkstumsvereins“. Zudem ist er seit 2010 als DB-Bildungsbeauftragter mit der Ausrichtung von DB-Regionalseminaren beauftragt.