„Standhaftigkeit als Tugend“

Kategorie: Schwerpunkt


Anläßlich der Festakademie hielte der Ehrenbandträger der Deutschen Burschenschaft, Vbr. Niederhausen, folgenden Vortrag zur Zukunft der Deutschen Burschenschaft:

Hochverehrte Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft, meine Herrn Verbandsbrüder der Burschenschaft Germania Marburg, sehr geehrter Herr Verbandsbruder Dr. Burchhart, lieber Bruno, meine sehr verehrten Damen, meine Herrn Verbandsbrüder, liebe Kartell– und Bundesbrüder!

Es ist mir eine besondere Ehre, heute anläßlich der Festakademie zur 200–jährigen Gründungsfeier der Burschenschaft, meine Gedanken zur Zukunft dieser Bewegung Ihnen vortragen zu dürfen.

Bei allem Respekt zu den Einladenden und den Veranstaltern, möchte ich gleich zu Beginn darauf hinweisen, daß ich meine Gedanken allerdings der Deutschen Burschenschaft widmen und ihre Zukunft behandeln möchte. Ich verstehe den Ansatz von der Gründung der Burschenschaft zu sprechen, wir Deutschen Burschenschafter haben aber allen Grund uns mit unserem richtigen Namen als Deutsche Burschenschaft der Zukunft zuzuwenden.

Bevor ich aber zu meinen politischen und burschenschaftlichen Überlegungen komme, möchte ich stellvertretend für alle Verbands– und Bundesbrüder, die sich jahrzehntelang für die Deutsche Burschenschaft eingesetzt haben, verfolgt wurden und ungebrochen ihren Weg gegangen sind, unseren unvergessenen Verbandsbruder, Ehrenbandträger der Deutschen Burschenschaft Alfred Jutzi nennen, der maßgeblich das erfolgreiche Wirken der Deutschen Burschenschaft nach dem 2. Weltkrieg bestimmt hat. Sein Wirken ist jedenfalls für mich Verpflichtung für die Zukunft, so wie das Wirken Ihrer Bundesbrüder für Sie, meine Herrn Verbandsbrüder, Verpflichtung ist oder sein sollte.

Wenn ich an dieser Stelle von dem erfolgreichen Wirken spreche, so kann dies nicht bedeuten, daß ich damit das Bestehen seit 200 Jahren und das Überleben seit dieser Zeit meine. Einen Selbstzweck in unserem Bestehen zu erkennen, ohne auf unsere Ziele und unser Wollen einzugehen, wäre fatal. Wir bestehen in der Überzeugung unserer Mitglieder, wir bestehen in der Verantwortung unserem Volk gegenüber und uns ist dabei bewußt, daß die Freiheit und das Recht ständig neu erkämpft und bewahrt werden müssen.

Der große Rechtsgelehrte Rudolf von Jhering hat im 19. Jahrhundert zusammen mit dem Rechtsphilosophen Friedrich Carl von Savigny in mehreren Beiträgen unter dem Titel „Der Geist des Rechts“ zu dieser Frage Stellung genommen. Ich zitiere nicht wörtlich: „Ziel des Rechts ist der Friede und die Freiheit, das Mittel dazu der Kampf. Solange das Recht sich auf den Angriff von Seiten des Unrechts gefaßt halten muß – und dies wird dauern, solange die Welt besteht – wird ihm der Kampf nicht erspart bleiben. Das Leben des Rechts ist ein Kampf, ein Kampf der Völker, ein Kampf der Staatsgewalt, ein Kampf der Gruppen und ein Kampf der Individuen. Alles Recht in dieser Welt ist erstritten worden.

Jeder wichtige Rechtsatz hat erst denjenigen, die sich ihm widersetzten, abgerungen werden müssen.“

Erfolgreich können wir unser Handeln aus diesen Gründen nur dann bezeichnen, wenn wir diesen Kampf geführt haben und wenn wir auch in der Zukunft bereit sein werden, ihm nicht auszuweichen. Dies gilt für jeden einzelnen Burschenschafter, jede Burschenschaft und insbesondere auch für die Deutsche Burschenschaft. Wir sind nicht überkommender Selbstzweck, wir haben auch heute unserer Selbstverpflichtung und damit unserer übernommenen Verantwortung Genüge zu leisten. Man wird mir vielleicht entgegenhalten, daß in einer so heterogen zusammengesetzten Gesellschaft, wie es nun einmal die Deutsche Burschenschaft ist, könne es einen von allen geführten Kampf für Freiheitsinhalte nicht geben, da jeder sie für sich selbst definiert und dementsprechend mehr oder weniger bereit ist, sich auch dafür einzusetzen.

Lassen Sie mich meinen Beitrag zu dieser Festakademie deshalb nicht als Prognosereferat eines erwarteten und mit mathematischer Wahrscheinlichkeit belegten Eintritts bestimmter Ereignisse abhandeln. Erlauben Sie mir vielmehr eine kurze Bestandsaufnahme der jetzigen burschenschaftlichen Situation, wie auch meinen ganz persönlichen Ausblick auf zukünftige Notwendigkeiten, darzustellen. Die Deutsche Burschenschaft befindet sich nicht in einem Zustand der Agonie, die Gefahr ihres plötzlichen Ablebens durch einen quasi Schlaganfall ist äußerst gering. Auch die schändliche und durch nichts zu rechtfertigende Abkehr einer nicht unbedeutenden Zahl von Burschenschaften von der Deutschen Burschenschaft, wird diese nicht an ihrem Weiterbestehen hindern, auch wenn es diesen Gruppen gelingen sollte, sich unter einer Verfassung zusammen zu schließen.

Ich habe es in all den Jahren, in denen ich burschenschaftlich tätig bin, nicht verstanden, daß die Probleme innerhalb der Deutschen Burschenschaft auf die Heterogenität in der Mitgliedschaft zurück geführt werden. Besonders deutlich wurde dies ab dem Jahr 1961 und zwar mit der Gründung der Burschenschaftlichen Gemeinschaft in DB und DBÖ, danach mit der Aufnahme der Deutschen Burschenschaften aus der Republik Österreich, weiter mit der verfassungsmäßigen Verankerung des volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffs und der Selbstausschlußklausel. Es wurde nur noch ein Machtkampf geführt, nicht um Freiheitsinhalte, um Ehre oder Vaterland, sondern nur um Mehrheitsverhältnisse. Es macht mich sehr traurig und ich habe kein Verständnis für derartige Handlungen, wenn ich alte Weggefährten sehe, die diese Handlungsweisen mit ertragen müssen.

In den so betroffenen Burschenschaften herrscht doch auch keine Uniformität und ein nur auf bundesrepublikanische Verhältnisse bezogenes Denken vor. Wer will bestreiten, daß das Deutsche Volk nicht nur in den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland lebt und daß innerhalb dieser Grenzen viele Ausländer leben.

Ich bleibe dabei, daß wir uns nicht in einem Zustand der Agonie befinden. Dieser Verband funktioniert und zwarnicht nur in Hinblick auf seine satzungsmäßig vorgeschriebenen Veranstaltungen, sondern durch seine ausgewogene Behandlung der Fragen der Freiheit und des Vaterlands.

Ich will dabei nicht verkennen, daß es auch niveauarme Debatten über Geschäftsordnungen, Tagesordnungen, persönliche Erklärungen, direkte Erwiderungen, sachliche Richtigstellungen oder ähnliches gibt. Sarkastisch ließe sich anmerken, daß auch dies zu erheblichen Lern– und Erfahrungswerten bei jungen Bundesbrüdern führen kann. Ich behaupte, ohne statistischen Nachweis, daß ein Großteil unserer jungen Verbandsbrüder in ihren eigenen Burschenschaften derartige Erfahrungen nicht sammeln können.

Sei es aus einer vorhandenen inneren Geschlossenheit der Einzelburschenschaft, oder auf Grund der Zusammensetzung von Conventen, die bereits in der Teilnehmerzahl derartige verfeinerte inhaltliche Diskussionen nicht zulassen. Der jeweilige Lern– und Erfahrungswert bestünde dann in der Tatsache, daß mit all diesen inhaltsarmen Debatten trotzdem etwas erreicht werden kann. Man verhindert die inhaltliche Auseinandersetzung, schafft tiefe Gräben und schwimmt munter im Teich der Sorglosen. Mindestens für die spätere politische Karriere hat man etwas gelernt. Ich sehe unseren Verband Deutsche Burschenschaft aber nicht als einen solchen blutleeren Organismus, der nur durch den Versuch die Herz– und Hirnlosigkeit durch solcherlei Implantate zu überwinden versucht.

Meine sehr verehrten Gäste, liebe Verbands–, Kartell– und Bundesbrüder, ich möchte mich nicht in die Reihe der Wehklagenden, die eigene Larmoyanz feiernden handlungsunwilligen und handlungsunfähigen Besserwisser begeben. Wir alle haben zur Genüge diese Auseinandersetzungen in den letzten Jahren erfahren. Wenn aber meine Zustandsbeschreibung im Kern stimmt, so muß es dafür Gründe geben, die meiner Meinung nach drei Ursachen haben können. Der beschriebene Zustand kann sich aus der Sache selbst, das heißt aus der Art der Zusammensetzung der Deutschen Burschenschaft ergeben. Er kann Folge einer überheblichen selbstgefälligen Saturiertheit und Faulheit sein, oder aber er kann in der nicht vorhandenen Attraktivität der Inhalte und ihrer zeitlichen Überholtheit liegen. Lassen Sie mich daher etwas zu den Zielvorstellungen unserer Deutschen Burschenschaft sagen. Hierbei müssen wir unterscheiden zwischen den verfassungsmäßig vorgegebenen wörtlich verfaßten Zielen und der inhaltlichen Behandlung beziehungsweise Durchsetzung. Niemand in unseren Reihen wird bezweifeln, daß wir einen politischen Auftrag haben. Ich könnte es mir nun einfach machen und sagen, daß wir uns um das Deutsche Volk zu kümmern haben, wir haben auf seine Freiheitsrechte zu achten und wirhaben jeden anderen zu achten. Diese Aussage ist aber viel zu einfach, unsere politische Aufgabe hat eine wesentlich genauere Beschreibung verdient. Durch die Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts durch die vormalige rot–grüne Regierung hat sich die Aufgabenstellung in Hinblick auf das Deutsche Volk für uns Burschenschafter nachhaltig verändert. Bis zum heutigen Tag macht sich die parteipolitische Mehrheit auf den Weg, das Bewußtsein und die Identität des Deutschen Volks zu verändern. Das Berufen auf die Abstammung wird verteufelt. Das Deutsche Volk soll dort vorhanden sein, wo sich eine Wohnbevölkerung auf deutschem Staatsgebiet aufhält und auch zeitlich dort eine gewisse Zeit verbringen will.

Ausfluß dieser Geisteshaltung ist es dann folgerichtig, daß man auf sein Volk auch nicht mehr stolz sein darf, was uns ja seit Ende des 2. Weltkriegs immer wieder eingetrichtert wird. In dem Märchenfragt die böse Schwiegermutter den an der Wand hängenden Spiegel nach ihrem persönlichen Zustand und ihrem Aus– und Ansehen. Ich frage meinen Spiegel: „Was ist los im Deutschen Vaterland?“ Und der Spiegel antwortet mir: „Du darfst nicht stolz sein, Du mußt Dich schämen!!!“

Hohe Corona der Festakademie, dann beginne ich mich tatsächlich zu schämen. Ich schäme mich, daß es möglich sein kann, daß Mitglieder unserer Parlamente am 9. Mai am Treptower sowjetischen Ehrenmal wegen der Befreiung Deutschlands durch die Sowjetarmee Kränze niederlegen, daß dies auch Mitglieder der jüdischen Gemeinde tun und dies im vollen Bewußtsein, daß diese Armee und dieses dahinterstehende System für die millionenfache Vernichtung Andersdenkender verantwortlich war. Ich verstehe auch nicht, wieso der Herr Bundespräsident Joachim Gauck sich bei der Roten Armee der Sowjetunion für deren aufopferungsvollen Kampf gegen Deutschland bedankt, der es erst möglich gemacht habe, daß wir in Deutschland heute in Freiheit und Würde leben können.

SIE IRREN HERR BUNDESPRÄSIDENT

Die Rote Armee hat uns nicht die Freiheit gebracht. Die Sowjetunion hat auf der Machtbasis der Roten Armee 45 Jahre lang ganz Osteuropa und Teile Deutschlands unterdrückt, terrorisiert und Millionen Menschen umgebracht. Sie hat die Würde der Menschen mißachtet und ihnen die unveräußerlichen Menschenrechte verweigert.
Sie, meine Damen und Herren, verstehen mich bitte nicht falsch. Ich negiere in keiner Weise die ungeheuerlichen Verbrechen, die durch Deutsche in der Zeit von 1933 bis 1945 begangen wurden und ich rechne nicht mit Verbrechen anderer auf.

Wenn aber auch ein früherer Bundespräsident von mir verlangt, daß ich nicht stolz auf mein Volk sein darf und ich mich nicht von der Kultur meines Volkes leiten lassen darf, dann bin ich zu tiefst erschüttert, schäme mich und stelle die Frage, wodurch ich mich eigentlich leiten lassen soll. Haben die Protagonisten der Identitätsveränderung des Deutschen Volks vergessen, daß die Leitkultur sich nicht auf den Zeitraum von 1933 bis 1945 beziehen kann, aber auch nicht nur auf Goethe, Schiller, Kleist und Herder, oder Walther von der Vogelweide oder Karl den Großen, oder was sonst noch aus der Vergangenheit herangezogen wird. Ich möchte mich sehr wohl auch auf das Kulturschaffen unserer Tage berufen können und mich aller kulturellen Leistungen würdig erweisen.

Eine dieser herausragenden kulturellen Leistungen ist gerade der freiheitliche und soziale Rechtsstaat, in dem es die Vielfalt gibt. Ich möchte weiterhin in der Lage sein, mich auch um die Deutschen kümmern zu dürfen, die nicht in unserem Staat leben und ich möchte auch in der Zukunft ein Bewahrer der politischen Vielfalt bleiben.

Dieses Eintreten wird uns nicht leicht gemacht. Ich möchte es weder der Antifa, noch der SPD, den Grünen oder Linken durchgehen lassen, daß sie uns – als die älteste verfaßte demokratische Studentenbewegung – als rechtsradikal verunglimpfen. Man mag Unvereinbarkeitsbeschlüsse fassen, wir alle aber erklären diesen Gruppierungen, daß nicht wir Terroranschläge verüben, Brandbomben gegen Häuser und Menschen werfen, durch Straßenterror Veranstaltungen zu verhindern suchen und Meinungsunterdrückung betreiben, sondern daß dies von Gruppen gegen uns ausgeführt wird, die den gerade Genannten nahe stehen. Viel subtiler sind allerdings die Bestrebungen auf dem Gebiet der politischen Korrektheit, mit denen man alle dem Staatsproporz zuwiderlaufende Denkweisen verhindern will. Bezeichnend hierfür ist ein Essay von Herrn Alan Posener, abgedruckt in der WELT vom 30. Januar 2013. Ich zitiere:

„Es geht bei der politischen Korrektheit um Anstand. Die politische Korrektheit ist nicht ein Korsett für das freie Denken. Sie ist ein Comment des zivilisierten Diskurses. Sie entwickelt sich mit der Zivilisation weiter, die nach einer Definition des britischen Autors Brian Aldiss gleichzusetzen ist mit dem Abstand, den der Mensch von seinen Exkrementen gewinnt. Auch von seinen geistigen Exkrementen.“

Sie, meine verehrten Zuhörer, dürfen sich jetzt fragen, wann Sie das letzte Mal eine Gleichsetzung von Andersdenkenden mit menschlichen Exkrementen vernommen haben. Es ist weit gekommen mit unserer Meinungsfreiheit und ihrer Verteidigung, wenn sie nur im Rahmen der politischen Korrektheit noch möglich sein sollte. Wir haben als Deutsche Burschenschafter auf die Freiheitsrechte zu achten und müssen dieser Unterdrückung mit aller Kraft entgegen arbeiten.

Unter Berücksichtigung unseres Strebens nach Freiheit und Verwirklichung der individuellen Freiheit muß gleichgewichtig hinzutreten die Bewahrung der Identität des Deutschen Volks nach innen und die Verwirklichung des inneren und für mich damit auch des sozialen Friedens. Wir haben uns viel mit der äußeren Sicherheit als Deutsche Burschenschaft vor, aber auch nach der Wiedervereinigung befaßt. Immer wieder höre ichaber auch noch heute, daß Grenz– und Staatsfragen behandelt werden, die sich mit Schlesien, Pommern und Ostpreußen beschäftigen. Sehr deutlich sage ich, daß diejenigen, die solchen Gedanken anhängen, nicht die Interessen des Deutschen Volkes beachten, das verläßlich mit seinen Nachbarn in Frieden leben muß. Kümmern wir uns lieber um die Deutschen in Pommern, Schlesien und Ostpreußen, sorgen wir im Rahmen unserer politischen Möglichkeiten dafür, daß ihnen ihre Rechte auf Bewahrung des Deutschtums erhalten bleiben, setzen wir uns konkret mit dem polnischen Staat, aber auch mit dem tschechischen und dem russischen Staat auseinander, aber hören wir auf und zwar bereits gedanklich uns selbst ins Abseits der Vergangenheitsträumer zu stellen.
Hierzu gehört dann allerdings auch, daß wir von den erwähnten Staaten und anderen verlangen müssen, daß die Vertreibung der Deutschen, daß der an Deutschen begangene Völkermord und daß die widerrechtlichen Enteignungen deutschen Vermögens nicht nur als Unrecht anerkannt werden, sondern daß da, wo materieller Ausgleich möglich ist, dieser auch geleistet wird.

Unsere zukünftigen Aufgaben hinsichtlich der Behandlung mit unserem Volk nach innen sind für mich allerdings die zentralen Aufgaben in den kommenden Jahren. Hierbei ist die wichtigste Aufgabe das Eintreten für die Freiheit. Individuelle Freiheit und freie Gestaltungsmöglichkeit sind aber nur auf gesicherter materieller Grundlage, weitgehender Chancengleichheit und individuell erreichbarer Gerechtigkeit möglich. Ich habe die ganz große Sorge, daß wir uns in unserem Land von diesen Grundlagen wegbewegen. Ich stelle eine immer stärkere Teilung unserer Gesellschaft fest, der wir als Burschenschafter bisher tatenlos zusehen. Sind wir tatsächlich schon so saturiert, daß wir unsere Verpflichtung nicht mehr erkennen, die Teilung unserer Gesellschaft zu verhindern? Wir müssen doch auf Grund unserer besseren Ausbildung, Erziehung und der selbst gewählten Verpflichtung unserem Volk gegenüber dafür Sorge tragen, daß in unserem Land jeder die Chance erhält, wenn er leistungswillig und leistungsbereit ist, seinen Erfolg zu erzielen und für sich selbst zu erhalten. Wir Burschenschafter sollten vermehrt daran arbeiten, daß in unserem Volk das Bewußtsein vertieft wird, daß die individuellen Fähigkeiten und die Möglichkeit ihrer Durchsetzung nicht statusbezogen erfolgen kann. Derjenige, der in den Genuß besserer vom Staat zur Verfügung gestellter Ausbildungsmöglichkeiten gelangt, muß danach auch eine höhere Verpflichtung für sich selbst haben, diese auch anderen in Zukunft einzuräumen.

Es gibt unter unserem Wahlspruch viele konkrete Aufgaben, die wir alle gemeinsam und jeder für sich in Angriff nehmen können. Wir haben vor 200 Jahren begonnen ein Haus zu bauen und haben darauf vertraut, daß dieses Haus Bestand hat. Wir haben geschworen, daß wir das, was wir für richtig erkannten, zu bewahren. Wir werden es weiter tun. Wir werden uns nicht davon abbringen lassen, daß sich der Einsatz für unser Volk, auf das wir stolz sein können, lohnt, daß wir ehrbar mit unseren Nachbarn in Europa zusammen leben und wir unser Land in Frieden und Freiheit bewahren wollen. ■

Und für mich besonders wichtig und für uns Burschenschafter von besonderer Bedeutung, der letzte Satz des Zitats: „Jedes Recht, sowohl das Recht eines Volkes, wie das eines Einzelnen setzt die stetige Bereitschaft zu seiner Behauptung voraus.“

Wer allerdings die damit verbundenen Probleme nicht zu seinen burschenschaftlichen
Aktivitäten machen will, sondern sich lieber in den Schoß der Gutmenschen und der politischen Korrektheit zurückzieht, hat mit den Grundsätzen der Deutschen Burschenschaft tatsächlich nichts mehr zu tun.

Dieter Niederhausen

Dieter Niederhausen