Leitmotive der DB

Burschenschaft braucht Freiheit! Wo Freiheit nicht ist, kann Burschenschaft sich nicht entfalten

Worte, die das Selbstverständnis burschenschaftlichen Denkens manifestieren.

Niemals in ihrer fast 200jährigen Geschichte konnte die burschenschaftliche Bewegung lange Zeiten der Unfreiheit oder der Diktatur überstehen. Aber immer wieder formierten sich Burschenschafter nach dem Ende einer solchen Periode zu aktiven Streitern für demokratische Grundsätze. Diesem Glauben an die Freiheit und dem beharrlichen Streben danach, frei von Opportunismus und zeitgeistigen Strömungen, ist es maßgeblich zu verdanken, dass ein großer Teil des deutschen Volkes in Mitteleuropa heute sein Leben und seine Zukunft auf der Basis des Grundgesetztes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung der Republik Österreich gestalten kann.

Leitgedanken der Gründer der burschenschaftlichen Bewegung flossen unmittelbar in das Grundgesetz und die Verfassung der beiden Staaten ein. Sie sind die Grundlagen, die dem deutschen Volk und den meisten Völkern Europas seit nunmehr über zwei Generationen ein Miteinander ohne Krieg ermöglichen, eine Zeitspanne, die in der langen Geschichte Mitteleuropas nur sehr selten erreicht wurde.

Aus der Sklaverei der napoleonischen Fremdherrschaft entwickelte sich die Überzeugung der Urburschenschafter, dass ein Volk, im Sinne einer Gemeinschaft von Menschen mit gleicher Sprache, Kultur und Herkunft, die auf einer gemeinsamen Abstammung und gemeinsamen Schicksal über Generationen hinweg beruht, niemals durch willkürlich gezogene politische Grenzen getrennt sein soll.

Eine große Chance, diesen Grundsatz auch für das deutsche Volk Wirklichkeit werden zu lassen, sieht die Deutsche Burschenschaft in einem zusammenwachsenden Europa der Vaterländer in der Gemeinschaft freier Völker. Dies setzt auf staatlicher Ebene, insbesondere nach den kriegerischen  Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts, neben der Achtung der gegenseitigen Existenz und Souveränität auch gelebten Minderheitenschutz voraus. Auf der persönlichen Ebene muss der Bestandteil des burschenschaftlichen Ehrbegriffs, der Respekt vor der Würde des Menschen und der Meinung Andersdenkender, unabhängig von Rasse, Religion und Volkszugehörigkeit für jedes Mitglied der Gesellschaft selbstverständlich werden.

Elementare Grundlage für eine solche Haltung ist ein gefestigter Charakter, Mut und die Überzeugung, jen¬seits persönlicher Egoismen  unter Beachtung der Würde des Menschen zum Wohle des Volkes zu handeln. Persönliche Souveränität und geistige Unabhängigkeit sind dazu notwendig. Weder Vorurteile, noch Emotionalität, weder Systemopportunismus noch blindes Revolutionsgeschrei, sondern sachlich analytisches Denken und das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit führen zu nachhaltig tragbaren Entscheidungen. Diesem Erziehungsprozess ihrer Mitglieder trägt die Deutsche Burschenschaft in vielfältiger Weise Rechnung.

Wenn die Deutsche Burschenschaft zu Themen unserer Gesellschaft Stellung bezieht, ist sie nur dann authentisch und glaubhaft, wenn sie ihre Überparteilichkeit wahrt. Mehr denn je gilt es, trotz Grundgesetz/Verfassung und Wiedervereinigung in einer zunehmend komplexen, globalen und digitalisierten Welt Zivilcourage zu zeigen und sich für eine zukunftsorientierte Lösung der Probleme unseres Volkes engagiert einzusetzen. Nicht im Sinne eines „Gegen den Staat und die Marktwirtschaft“, sondern im Sinne eines Bürgerdialogs als Grundlage eines konstruktiven Ringens um die Gestaltung unser aller Zukunft.