Stammbuch von Burschenschaftern von 1820

Die meisten Studenten hatten vor dem Aufkommen der Photographie ein persönliches Stammbuch, was man heute als Poesialbum bezeichnen würde. In dieses kleine Büchlein konnten sich befreundete Studenten eintragen sowie Grüße und Wünsche verewigen. Die auf den Stammbuchblättern zu lesende Schriftart heißt "deutsche Kanzleischrift". Bei der nachstehenden Abbildung handelt es sich um ein Stammbuchblatt eines Mitgliedes der "Alten Marburger Burschenschaft" vom 3. August 1820.

Vorderseite: "Die Warthburg"

Text auf der Rückseite:

"Wandle sorgenfrei und lange,
Deinen Lebenspfad dahin,
pflück' auf Deinem Lebensgange
alle Freuden, die Dir blühen.
Sich Dein Finger Rosen bricht,
mögst Du auch ein Blümchen finden,
das sich nennt: Vergißmeinnicht!
Marburg, d. 3ten August 1820"

Text unten rechts:

"Mögen Sie diese Zeilen
bei deren Durchlesung
manchmal erinnern
an Ihren Sie wahrhaft
liebenden Freund
E. C. L. Scheffer der Rechte Befli[ssener]
aus Böddiger in Kurhessen."

Quelle:
Archiv und Bücherei der Deutschen Burschenschaft