Das Wappen der Deutschen Burschenschaft

Die Wartburg
Die Wartburg

Das vermutlich nach 1818 in Jena entstandene Wappen der Burschenschaft zeigt ursprünglich folgende Gestalt: Silberner durch schwarz-silbernes sogenanntes "Deutsches Kreuz" gevierter Schild mit silbernem Herzschild, in dem der schwarze Burschenschafterzirkel steht.

1. Feld: In Schwarz, von Ringschlange umgeben, zwei verschlungene Treuhände.
2. Feld: In Rot die aufgehende goldene Sonne.
3. Feld: In Rot die große deutsche Eiche.
4. Feld: In Schwarz goldene Leyer und silbernes Schwert mit grünem Kranz.

Auf dem silbernen Schildrand steht der Wahlspruch: Ehre - Freiheit - Vaterland. Die "Treuhände mit der Ewigkeitsschlange" stammen aus dem Brauch der Orden und verkörpern den von diesen vielverwendeten Wahlspruch aus Schillers Lied an die Freude "Ewigkeit geschworenen Eiden", also die Burschenehre. Die aufgehende Sonne ist immer als Sinnbild der Freiheit gedeutet worden. Die Eiche stellt das deutsche Volk oder Vaterland dar und ist der Dichtung der Freiheitskriege entnommen. "Leyer und Schwert" mit Eichen-Kranz sind dem Titel von Theodor Körners letzter Kriegsliedersammlung entlehnt und zeigen deutlich den Einfluß der Lützower Dichtung auf die Gedankenwelt der Urburschenschaft.

Die Grundfarben der vier Wappenfelder sind auf den einzelnen Hochschulen verschieden, ebenfalls die Reihenfolge der Symbole. Strenge heraldische Regeln hat man damals offensichtlich nicht angewendet; dies gilt ganz allgemein für studentische Wappen. Schon in der burschenschaftlichen Frühzelt haben einzelne Burschenschaften eigene Symbole gepflegt und zum Teil das Wappen auf sechs bis neun Felder erweitert. Bemerkenswert sind: Der einköpfige schwarze Reichsadler in Gold (Symbol des alten Deutschen Reiches), der weiße Pelikan in Gold (Sinnbild der Selbstaufopferung), das mit schwarz-rotem oder mit schwarz-rot-goldenem Band umwundene, auch als Helmschmuck verwandte Pfeilbündel (Stärke durch Einigkeit). Diese drei Symbole sind zuerst in Heidelberg, dann in Bonn, Gießen und Marburg nachweisbar.

Als Symbol der Hoffnung trifft man in Bonn auch auf den Anker und dann besonders häufig den durch eine dunkle Wolke fliegenden, schwarz-rot-gold gefiederten Pfeil, das Sinnbild des stürmenden Mutes, das Theodor Körners Gedicht "Durch" entnommen ist. Die ursprüngliche Form des Wappens mit den Treuhänden, der Sonne und Eiche sollte ohne Zweifel den Wahlspruch "Ehre - Freiheit - Vaterland" symbolisieren, "Leyer und Schwert" im vierten Feld den Sang und die Wehrhaftigkeit des Burschentums.