Dr. Alfred Dregger über die Deutsche Burschenschaft

Aus der Festrede beim Festkommers der DB am 1. Juni 1996 in Eisenach:

An drei Weichenstellungen, die es uns heute ermöglichen, unser Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, haben die Burschenschaften aktiv mitgewirkt. Die erste Weichenstellung war der Kampf für die Bürgerrechte, die zweite war der Kampf für den demokratischen Staat; der in den Freiheitskriegen gewachsene Wunsch der Völker, in einem Nationalstaat zu leben, war die dritte Weichenstellung, die von den Burschenschaften angeregt und konsequent verfolgt wurde. Bürgerrechte, Demokratie und Nationalstaat - die Burschenschaften empfanden sie als Einheit, die es gemeinsam zu verwirklichen galt.

Es ist gewiß bemerkenswert: Als Deutschland in Trümmern lag und ein völliger Neuanfang notwendig wurde, knüpften die Väter des Grundgesetzes an die freiheitlichen Traditionen der Burschenschaften und mit diesen an die Ideen der preußischen Reformer, der Freiheitskriege und der Paulskirche an. Darauf können Sie, die deutschen Burschenschafter, stolz sein.

Sie, die deutschen Studenten, die sich in den Burschenschaften verbunden haben, werden morgen - mit anderen zusammen - als Teil der Elite unseres Volkes für Deutschland Verantwortung übernehmen. Wir Älteren vertrauen auf Sie. Auch für dieses Nachwachsen in der Verantwortung setzen die Burschenschaften Maßstäbe. Ihre Alten Herren helfen Ihnen heute in vielfältiger Weise, weil sie wissen, daß deren eigenes Wohlergehen im Alter dann durch die Leistung der heute Jungen bestimmt wird. Bei den Burschenschaften hat schon immer der Generationenvertrag gegolten, lange bevor er zu einem "terminus technicus" der Sozialpolitik geworden ist.