Die Deutsche Bundesregierung zur Deutschen Burschenschaft

Anläßlich der 12. Berliner Tagung der Deutschen Burschenschaft hielt der Vizekanzler und Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Dr. Erich Mende (FDP), am 2. Januar 1964 die Eröffnungsansprache. Darin führte er aus:

Die Bundesregierung begrüßt das Eintreten der Deutschen Burschenschaft für staatliche Belange. Sie sieht in der Deutschen Burschenschaft eine Dokumentation studentischen Freiheitswillens, der von den Befreiungskriegen 1813 über das Hambacher Fest und die Tage der Paulskirche hineinreicht. Gerade der Akademiker ist geeignet und aufgerufen, die "res privata" hinter der "res publica" zurückstehen zu lassen und sich - wie es die Deutschen Burschenschaft seit eh und je tut - durch tätige Anteilnahme an den Dingen der Öffentlichkeit auszuzeichnen.

In seiner Ansprache beim Festakt anläßlich des 150jährigen Bestehens der Deutschen Burschenschaft erklärte Vizekanzler Dr. Mende am 12. Juni 1965 in Berlin:

Wie alles in diesem Leben wird auch ihre Arbeit und die Art Ihrer Repräsentation nicht unbestritten sein und bleiben. Das liegt im Wesen aller irdischen Dinge. Und dennoch möchte ich Ihnen gerade in dem Streit, der gegenwärtig hier und da die studentische Bewegung ergriffen hat, für die Bundesregierung sagen: Es ist für uns der Idealismus der deutschen Burschenschaften für die Zukunft unseres deutschen Volkes wesentlich wertvoller als der Materialismus jener Studentenfunktionäre, die das Studentengehalt zum obersten Prinzip ihrer Arbeit machen wollen. In diesem Sinne wünsche ich ihnen auf dem weiteren Weg Erfolg in Ihrer Arbeit.

Zu Beginn der Berliner Tagung "Jugend im geteilten Deutschland" der Deutschen Burschenschaft sagte Vizekanzler Dr. Mende in seiner Rede am 2. Januar 1966:

Ich übermittle Ihnen im Namen der Bundesregierung die besten Grüße und Wünsche für diese 14. gesamtdeutsche Arbeitstagung der Deutschen Burschenschaft in Berlin. Die Bundesregierung wertet diese Arbeitstagungen als gesamtdeutsches Bekenntnis und Beweis des gesamtdeutschen Bewußtseins in jenen studentischen Verbänden, die sich in der Deutschen Burschenschaft zusammengeschlossen haben. Sie dankt Ihnen und versichert, daß sie diese Seminararbeit auch weiterhin unterstützen wird.

Im Zusammenhang mit dem Burschentag 1995 in Eisenach hatte die PDS-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerichtet, in der sie u. a. wissen wollte: "Warum hat die Bundesregierung den Parlamentarischen Staatssekretär Bernd Naumann zu dem Burschenschaftertag nach Eisenach entsandt?" In der Antwort der Bundesregierung vom l. Juli 1995 (Drucksachen-Nummer 13/2019) heißt es:

Auf die Einladung der Deutschen Burschenschaft an Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl hin hat das Bundeskanzleramt den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Bernd Neumann, gebeten, den Termin für die Bundesregierung zu übernehmen. Die Bundesregierung hält die Deutsche Burschenschaft für eine wichtige gesellschaftliche Gruppe.