Hochwasserhilfe der Deutschen Burschenschaft

Mit dem Bekanntwerden des unglaublichen Ausmaßes der sogenannten Jahrhunderflut hat sich die Deutsche Burschenschaft in der Pflicht gesehen, nicht nur durch die Einrichtung eines Spendenkontos, sondern auch durch aktive und vor allem tatkräftige Unterstützung in der Umgebung von Dresden zu helfen. Seit August 2002 sind viele Einzelmitglieder der Deutschen Burschenschaft im Einsatz gewesen, vor allem auch für die Bundeswehr und andere Organisationen wie Feuerwehr, THW, Deutsches Rotes Kreuz. Die Überflutung hat vielen Menschen die Existenz, die in vielen Jahren aufgebaut wurde, mit einem Schlag zerstört. Häuser sind teilweise oder ganz eingestürzt, Keller und Erdgeschoß mit Schlamm verschmutzt, das Inventar unbrauchbar, Straßen sind nicht mehr vorhanden oder nur eingeschränkt benutzbar, Gleise unterspült. Oft waren es nur ein paar Meter weniger Abstand zum Fluß, die das Leben komplett aus den Fugen gerieten ließen.

Die Mitglieder der Deutschen Burschenschaft waren als Hilfe bei den Aufräumarbeiten in einer gemeinsamen Aktion im Einsatz. Dabei konzentrierte sich die Tätigkeit zunächst auf das Entfernen des Schlammes aus Kellern in der Stadt Freital an der Weißeritz. Nachdem dort die Arbeiten nur mit schwerem Gerät fortgeführt werden konnten und Keller von der Feuerwehr aufgrund Sondermülls entleert werden mußten, verlagerte sich die Aufräumhilfe auf die Stadt Dohna an der Müglitz. Da die Straßen dort nur schwer befahrbar waren, wurde ein eigener Zubringerdienst der Polizei für die Helfer eingesetzt. Dort bot sich ein wahres Bild der Verwüstung: "Es sieht aus wie im Krieg, fehlen nur die Einschußlöcher", wie manch einer meinte.

Hier konnten die Hilfsorganisationen erst relativ spät mit der Arbeit beginnen, da der Bürgermeister anscheinend keine Hilfe annehmen und zulassen wollte. Inzwischen wurde jedoch sehr viel geleistet, um die gröbsten Schäden zu beseitigen. Die Deutsche Burschenschaft will allen Helfern großen Dank aussprechen, denn die Hilfsaktion verlief seitdem sehr erfolgreich, auch wenn nur ein minimaler Bruchteil der Aufräumarbeiten erledigt werden konnte. Jede Hand konnte und kann dort gebraucht werden, noch immer sind die Verwüstungen immens. Ein Dank geht auch an die Aachen-Dresdner Burschenschaft Cheruscia, die ihr Haus als Unterkunft zur Verfügung gestellt und die Versorgung der Arbeitenden gesichert hat. Dennoch bleibt immer noch sehr viel zu tun vor Ort; Hilfe wird gerne angenommen, gerade jetzt, wo die wirkliche Arbeit beginnt.


Quelle:
Benedikt Fahrland, Burschenschaft Hilaritas Stuttgart
Sprecher der Deutschen Burschenschaft im Geschäftsjahr 2002/2003