Preisverleihung des Mauerlied-Wettbewerbes der Deutschen Burschenschaft

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse wurden am 22. März 2003 im Zeitgeschichtlichen Forum die drei Gewinner des Mauerlied-Wettbewerbs der Deutschen Burschenschaft vorgestellt und die Preise an die Sieger überreicht. Die drei Mauerlieder werden für immer Zeugnis ablegen vom steten Streben der Deutschen Burschenschaft, daß nur "ein Deutschland ist, und ein Deutschland sein und bleiben soll", wie es schon in den "Grundsätzen und Beschlüssen des 18. Oktober" des Wartburgfestes der Burschenschaft im Jahr 1817 heißt. "Mit dem 9. November 1989 zeigte sich, daß die Geschichte einen langen Atem hat. Mauer und Stacheldraht werden von den Deutschen friedlich überwunden. Damit war ein langjähriges Streben der Burschenschaft in Erfüllung gegangen. Die Mauer ist Teil der deutschen Geschichte geworden." Mit diesen Worten begrüßte Verbandsbruder Dr. Karl Wolfgang Völger (Frankfurt-Leipziger Burschenschaft Arminia, Arminia Leipzig) am 22. März 2003 die Teilnehmer an der Mauerlied-Preisverleihung der Deutschen Burschenschaft im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig.

Die Idee, einen Wettbewerb auszuschreiben und "die Mauer" literarisch zu verarbeiten, stammt von Verbandsbruder Johannes Öhlböck (Oberösterreicher Germanen Wien). Mit der Ausarbeitung und Ausgestaltung des Wettbewerbes wurde Verbandsbruder Dr. Egeler beauftragt. Die Ausschreibung des Mauerlied-Wettbewerbs erfolgte in Heft 1/2002 der "Burschenschaftlichen Blätter" sowie im Internet. Einsendeschluß war der 31. Dezember 2002. Zugelassen waren nur Texte mit einer eigenständigen Melodie. Der Wettbewerb war offen, jedermann konnte teilnehmen. Bei Verbandsbruder Völger, der dankenswerterweise bereit war, Korrespondenzpartner zu sein und die Organisation der Preisverleihung übernahm, gingen 25 teilnahmeberechtigte Beiträge ein. Darunter waren auch einige Teilnehmer mit mehreren Beiträgen. Von den 25 Beiträgen stammen sechs aus der Deutschen Burschenschaft, sechs aus dem CC und dem BDIC und 13 von Nichtkorporierten. Ein Beitrag stammt von einer Frau, die anderen 24 wurden von Männern eingesandt.

Im Januar 2003 übersandte Verbandsbruder Völger alle 25 Beiträge in anonymisierter Form an die beiden Juroren, Herrn Verbandsbruder Professor Dr. Helmut Göttsche (Normannia-Leipzig Marburg, Normannia Leipzig), Hochschullehrer i. R. an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, und an Herrn Verbandsbruder Dr. Friedrich Tulzer (Oberösterreicher Germanen Wien), Gymnasiallehrer in Linz/Donau. Beide Verbandsbrüder, vielen als ausgezeichnete Klavierspieler bekannt, wählten nach eingehenden Beratungen und Abwägungen die drei Siegertitel aus, legten die Reihenfolge fest und teilten das Ergebnis Herrn Verbandsbruder Völger mit. Den beiden Juroren sei herzlich für ihre Arbeit und Mühe gedankt.

Als dann am 22. März alle Teilnehmer der Preisverleihung Platz genommen hatten, kannte noch keiner außer Verbandsbruder Völger die Gewinner. Selbst diese wußten nicht, welchen Preis sie gewonnen hatten, denn sie waren eingeladen worden mit der Nachricht, daß sie gewonnen hätten. Welcher Preis es war, wurde vorab nicht mitgeteilt. So lag doch eine erwartungsfrohe Spannung über der Mauerlied-Preisverleihung. Daß die Preisverleihung in Leipzig stattfinde, freue ihn, so Verbandsbruder Völger. Leipzig sei durch die Friedensgebete zur Keimzelle der Bewegung geworden, die durch friedliche Demonstrationen, durch Gebete und mit Kerzen ein totalitäres System überwunden habe. "Nicht ohne Grund hat die Deutsche Burschenschaft daher Leipzig für die Ausschreibung und heute für die Preisverleihung ausgewählt." Danach richtete Verbandsbruder Benedikt Fahrland (Hilaritas Stuttgart) namens der VorsDB ein Grußwort an die Teilnehmer.

Danach traten drei Studierende der Leipziger Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy - Frau Therese Fauser, Frau Verena Usermann und Herr Sven Schönborn - auf und trugen die drei Siegertiteln des Mauerlied-Wettbewerbs der Deutschen Burschenschaft vor. Zunächst erklangen der zweite und der dritte Siegertitel. Und dann gab Verbandsbruder Völger als erstes den dritten Sieger bekannt: Für seinen Beitrag "Wir sind ein einig Vaterland" erhielt Farbenbruder Gottfried Weidauer (T.V. Franco Textoria zu Münchberg im BDIC) den dritten Preis. Verbandsbruder Fahrland übergab die Urkunde, Verbandsbruder Völger den Preis, ein Lahrer Kommersbuch, gestiftet von der Rechtsanwaltskanzlei Betzga & Korell in Rastatt, deren Inhaber die Verbandsbrüder Korell (Frankonia Heidelberg), Betzga (Saxo-Silesia Freiburg) und Neuwirth (Tuiskonia Karlsruhe) sind.

Danach gab Verbandsbruder Völger den Gewinner des zweiten Preises bekannt: Verbandsbruder Dr. Hanns Göttl (Akademische Burschenschaft Allemannia Graz) mit seinem Beitrag "Gespräch mit einem DDR-Bürger 1977". Auch ihm überreichte Verbandsbruder Fahrland anschließend die Urkunde. Für den Stifter des Preises, die VAB Stuttgart, war Verbandsbruder Bernhard Schroeter (Arminia a.d.B. Jena) als VAB-Vorsitzender nach Leipzig gekommen und übergab dem Gewinner einen Gutschein für ein Wochenende mit einer Übernachtung für zwei Personen im Berghotel der Deutschen Burschenschaft in Eisenach.

Und dann gab Verbandsbruder Völger den Sieger des Mauerlied-Wettbewerbes der Deutschen Burschenschaft bekannt: Den ersten Preis erhielt Herr Gert D. E. Sattler für seinen Beitrag "Annullierung", gemeinsam mit Herrn Siegfried Burger, der den Text vertonte. Herr Sattler konnte leider nicht anwesend sein. Verbandsbruder Fahrland überreichte Herrn Burger die Urkunde. Den Preis, ein Wochenende mit zwei Übernachtungen für zwei Personen in Leipzig, gestiftet von der VAB Heidelberg, haben sich die beiden Gewinner geteilt.

Sodann erklang als krönender Abschluß der Veranstaltung das Siegerlied. Mit langem, herzlichen Applaus bedankten sich die Teilnehmer danach bei den Sängern für die ausgezeichnet vorgetragenen Lieder. Ein besonderer Dank geht an Herrn Siegfried Burger, der die Klaviersätze für alle drei Lieder geschrieben hat, so daß sie problemlos begleitet werden können. Besonders hingewiesen sei auf das Urheberrecht. Mit der Einreichung haben die Einsender der Deutschen Burschenschaft gemäß Ausschreibungstext gestattet, ihre Beiträge in den Publikationen der Deutschen Burschenschaft zu veröffentlichen. Alle anderen Urheberrechte bleiben bei den Verfassern der Texte und Melodien. Die drei Mauerlieder werden für immer Zeugnis ablegen vom steten Streben der Deutschen Burschenschaft, daß nur "ein Deutschland ist, und ein Deutschland sein und bleiben soll", wie es in den "Grundsätzen und Beschlüssen des 18. Oktober" des Wartburgfestes der Burschenschaft im Jahr 1817 heißt.

Quelle:
Dr. Walter Egeler
Herbert Bippi,
Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter