Ethnologen, Geographen, Forschungsreisende


Die uns heute vertraute lebenslange Mitgliedschaft in einer studentischen Korporation gibt es erst seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Einige der im folgenden genannten Verstorbenen zählten nur kurzfristig zu einer Burschenschaft, andere sind früh oder erst in späteren Jahren wieder ausgetreten bzw. erst im fortgeschrittenen Alter Ehrenmitglieder geworden. Bei manchen ist eine formale Zugehörigkeit zur Burschenschaft nicht genau nachweisbar, andere können auch als Corpsstudenten angesehen werden; die Abgrenzungen waren früher fließender als heute.

Franz Boas (1858-1942),

Ethnologe und Anthropologe, 1899 Professor an der Columbia University in New York, gilt als eigentlicher Begründer der modernen amerikanischen Ethnologie, befaßte sich - die enge Verbindung von Ethnologie und Linguistik betonend - insbesondere mit den Zentral-Eskimo und den Sprachen der nordamerikanischen Indianer (so mit dem Kwakiutl).

Heinrich Karl Brugsch (-Pascha) (1827-1894),

Ägyptologe, Professor in Berlin, Göttingen und Kairo; 1870 vom Khediven zum Bei, 1881 zum Pascha ernannt; bedeutende Beiträge zur Ägyptologie, besonders zum Demotischen.

Mehmed Emin Pascha (Eduard Schnitzer) (1840-1892),

Arzt und Afrikaforscher, seit 1876 in ägyptischem Dienst; seit 1876 Gouverneur des Sudan, für dessen Erforschung und Entwicklung er zehn Jahre wirkte; wertvolle Beiträge zur Geographie, Biologie, Völker- und Sprachenkunde Afrikas, von arabischen Sklavenhändlern ermordet.

Ernst Marno (1844-1883),

Afrikaforscher; seit 1878 Vizegouverneur (Mudir) der Provinz Galabat im Sudan, 1882 für die Befreiung zweier Nilzuflüsse von Pflanzenbarrieren zum Bey ernannt, bekämpfte die Anhänger des Mahdi und den Sklavenhandel; Karl May soll in vielen seiner Romanen von der Gedankenwelt M.s beeinflußt worden sein.

 

 

Text und Bilder: Peter Kaupp und Helge Dvorak
Gestaltung: Markus Lenz