Geschichte und Gegenwart

Fahne und Schwert der Urburschenschaft
Fahne und Schwert der Urburschenschaft
Studium im Mittelalter
Studium im Mittelalter
Studentenleben um 1620
Studentenleben um 1620

Im Mittelalter lebten die Studenten der Universitäten in sogenannten "Bursen", in denen sie sich vornehmlich in landsmannschaftlichen Gruppen zusammengeschlossen hatten. Aus diesen Gemeinschaften entwickelten sich im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts die heutigen studentischen Korporationen wie beispielsweise Corps, Landsmannschaften, Burschenschaften und auch konfessionell gebundene Verbindungen. Sie alle haben vieles gemeinsam, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Die Burschenschaften haben ihren Ursprung in der am 12. Juni 1815 in Jena gegründeten Burschenschaft, der "Urburschenschaft". Sie war der Zusammenschluß von Jenaer Studenten, deren Ziele die nationale Einheit aller Deutschen und die Befreiung von obrigkeitsstaatlichem Regiment waren.

Viele der späteren Burschenschafter hatten als Freiwillige an den Befreiungskriegen gegen Napoleon in den Jahren 1813 bis 1815 teilgenommen und widersetzten sich nun den Beschlüssen des Wiener Kongresses vom Sommer 1815, der eine Zersplitterung Deutschlands in 38 Teilstaaten festgeschrieben hatte. Diese Ziele wurden trotz Verfolgung und Unterdrückung immer wieder in die Öffentlichkeit getragen. Das Wartburgfest im Oktober 1817 in Eisenach, das Hambacher Fest 1832 in der Pfalz, die Revolution 1848 und daran anschließend die stark von Burschenschaftern geprägte Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche bildeten Höhepunkte in der von der burschenschaftlichen Bewegung mitbestimmten Entwicklung auf dem Weg zum Nationalstaat.