Burschenschaftliche Gedenkstätten

Die Wartburg
Die Wartburg
Das Burschenschafterdenkmal in Jena
Das Burschenschafterdenkmal in Jena
Das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach
Das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach
Der Burschenschafterturm in Linz
Der Burschenschafterturm in Linz
Die Heinrich von Gagern Gedenktafel
Die Heinrich von Gagern Gedenktafel

Als erstes Denkmal burschenschaftlicher Geschichte ist fraglos die Wartburg zu nennen, auf der das Wartburgfest am 18. Oktober 1817 dem burschenschaftlichen Gedanken an den deutschen Hochschulen den entscheidenden Impuls verlieh.

In Jena, der Stadt der Urburschenschaft, denken wir zunächst an die "Tanne" auf der anderen Seite der Saale, vor der sich am 12. Juni 1815 die Fahnen der Landsmannschaften zum Zeichen ihres Aufgehens in der Jenaischen Burschenschaft senkten. Auf dem Eichplatz stand vor der am 19. Januar 1816 gepflanzten Burscheneiche das 1883 von A. v. Donndorf in Marmor gemeißelte Denkmal des Urburschen mit Fahne und Schwert. Es hat heute - 1972 restauriert - einen Platz vor dem Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität gefunden.

Gegenüber der Wartburg ragt auf der Göpelskuppe das von Wilhelm Kreis geschaffene und 1902 eingeweihte Burschenschaftsdenkmal, das "dem geeinten Vaterlande", "den deutschen Jünglingen und Männern" errichtet wurde, "die den Gedanken der nationalen Einigung faßten und ins Volk trugen, ihn hegten und für ihn stritten, in heißen Völkerkämpfen ihr teueres Blut für seine Verwirklichung vergossen und ihn durch Willenskraft, Feldherrnkunst und Staatsweisheit zu schöner Tat werden ließen", gewidmet vor allem der Erinnerung an die Burschenschafter, die 1866 und 1870/71 für ihr Vaterland gefallen sind. Das am Fuße liegende Ehrenmal wurde 1933 dem Gedächtnis der Toten der Burschenschaft aus dem Ersten Weltkrieg geweiht. Waren beide Ehrenmale lange Zeit zwar in ihrer baulichen Substanz erhalten, jedoch vielfach geschändet, so künden sie heute wieder unversehrt von ihrer Bestimmung und gedenken dabei auch der Burschenschafter, die 1939/45 im Glauben an ihr Vaterland das Leben gegeben haben.

Und zu denken ist auch an den am Donaustrand von allen deutschen Burschenschaftern erbaute und wiederhergestellte Linzer Turm, der davon kündet, daß auch dort Glieder des deutschen Volkes leben.

Zum 40. Jahrestag der Verkündung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland stiftete die Deutsche Burschenschaft eine Gedenktafel für Heinrich von Gagern. Die Präambel des Grundgesetzes schließt mit dem Satz: "Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden."

An diese Aufforderung hat sich die Deutsche Burschenschaft über vier Jahrzehnte der gewaltsamen Teilung unseres Vaterlandes gehalten, indem sie immer wieder die Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten einforderte. Im Herbst 1989 wurde dieses Ziel durch die Öffnung der Mauer erreicht. Die Burschenschaft hat stets den Gedanken der nationalen Einheit in Freiheit verfolgt. Seit ihrer Gründung im Jahre 1815 bis in unsere Tage ist sie ihren Idealen "Ehre - Freiheit - Vaterland" treu geblieben. In den Revolutionsjahren 1848/49 hat die Burschenschaft mit Heinrich von Gagern eine herausragende Persönlichkeit in ihren Reihen gehabt, der in Heidelberg und in Jena als Burschenschafter wirkte. Sein staatsmännisches Wirken gipfelte in der Präsidentschaft der Nationalversammlung in Frankfurt am Main. Am 22. Mai 1989, dem Vorabend des Tages der Grundgesetz-Verkündung, enthüllte der Präsident des Hessischen Landtags, Klaus Peter Möller (Burschenschaft Frankonia zu Bonn), feierlich die Gedenktafel für Heinrich von Gagern. Die Deutsche Burschenschaft ehrte auf diese Weise die Verdienste von Gagerns für Volk, Nation und Vaterland.