Südtirol: Der Freiheit entgegen

Herwig Nachtmann, Innsbrucker akad. Burschenschaft Brixia
Dr. Jörg Frey, Innsbrucker akad. Burschenschaft Brixia

Das „Land im Gebirge“, wie Tirol sehr lange genannt wurde, hat schon durch seine geographische Lage, als Passland und als Standort des mit 1200 Höhenmetern niedrigsten Überganges über den Alpenhauptkamm, den Brennerpass, eine besondere Rolle in der deutschen und europäischen Geschichte gespielt. Dazu kommt eine weltweit zu beobachtende Tatsache, dass Bewohner von extremen Gebirgslandschaften - und extrem waren bis in die jüngsten Jahrzehnte herauf die Lebensbedingungen in den Alpen - eine ganz besondere Ausprägung erfahren.

In der nachrömischen Zeit trafen auf die dünn siedelnde rätoromanische Bevölkerung die seit dem sechsten Jahrhundert einwandernden Bajuwaren, nachdem früher andere im Zuge der Völkerwanderung durchziehende germanische Stämme, wie etwa Langobarden und Goten, kaum Spuren hinterlassen hatten. Die Bajuwaren kolonisierten das Land friedlich und wurden nach und nach zur dominierenden Bevölkerung.

Mit der Wiederaufnahme der karolingischen Reichstradition durch die ostfränkischen, also deutschen Könige, durch die Gewinnung Italiens und die unter Otto I. im Jahre 962 erreichte Kaiserkrönung durch den Papst in Rom kam dem heutigen Tirol eine besondere Stellung zu.

Es war für die Kaiser von größter Wichtigkeit, die an sich schon gegebenen Reiseerschwernisse über die Alpen nicht durch politische Unsicherheiten in diesem Gebiet noch zu erhöhen. Immerhin führten mehr als die Hälfte der Romzüge der deutschen Könige bzw. Kaiser über den Brennerpass. Dies war der Grund dafür, dass knapp nach 1000 die Herrschaft über das Gebiet den Bischöfen von Brixen und Trient, gekoppelt mit der Verleihung verschiedener königlicher Rechte, übertragen wurde. Dies wiederum war die Voraussetzung für die später selbständige politische Einheit Tirol. Etwas nördlich von Trient verlief und verläuft die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Italienisch, das alte Tirol umfasste also Deutsche, im Süden Italiener und vorwiegend in den Tälern des Gebirgsstocks der Dolomiten auch die Reste der früheren Bevölkerung, nämlich die in der Römerzeit romanisierten Räter, genannt Ladiner.

Die Ausstattung der beiden Bischöfe in Tirol mit politischer und daher auch zusätzlicher materieller Macht und die bereits seit dem 6. Jahrhundert (Kloster Säben) und kurz später entstandenen Klöster sowie weiters der Umstand der laufenden Berührung mit den durchs Land führenden Kaiserzügen dürfte die Entfaltung eines reichen kulturellen Lebens in Tirol schon im frühen Mittelalter begünstigt haben. So findet man in Tirol seltene Beispiele für karolingische Malerei (um 800) oder die im ganzen Land verbreiteten romanischen Fresken und erstklassige Werke romanischer Goldschmiedekunst.

Arbeo von Meran (Gemälde von Franz Joseph Lederer (1676-1733)

Tirol hat übrigens einen Mann hervorgebracht, der am Beginn der deutschen Literatur steht: Arbeo von Meran, geb. 724, später Bischof im bayerischen Freising, Schriftsteller und Anreger des ersten deutschen Glossars, eines lateinisch-deutschen Lexikons.

Im 12. und 13. Jahrhundert besingen zahlreiche Minnesänger die Gestalten der germanischen Heldensage. Ein Hauptthema ist Dietrich von Bern (Verona), das ist der Ostgotenkönig Theoderich. Walther von der Vogelweide (seine Tiroler Herkunft ist nicht einwandfrei nachweisbar) und Oswald von Wolkenstein sind die bedeutendsten Minnesänger aus Tirol.

Im 14. Jahrhundert entbrannte zwischen dem bayerischen Geschlecht der Wittelsbacher und den Habsburgern ein Streit um den Erwerb Tirols nach dem Aussterben der Grafen von Tirol, der schließlich 1363 zu Gunsten Habsburgs ausgeht. Im Zuge dieser Auseinandersetzung hatten die Wittelsbacher den Tirolern im Jahre 1342 im sogenannten "Großen Freiheitsbrief" ein Mitspracherecht bei der Regierung des Landes versprochen. Wenngleich die Verwirklichung dieser Zusagen seitens der Habsburger noch etwa 100 Jahre auf sich warten ließ, so ist dieses Zugeständnis doch die Grundlage für in damaliger Zeit ungewöhnlich weitgehende Freiheitsrechte der Tiroler geworden: die Mitwirkung der vier damaligen Stände an der Gestaltung des Landes, nämlich Adel, Klerus, Bürger und Bauern.

Michael Gaimair (stritt für die Gleichheit aller Menschen in einer christlichen, sozialen und demokratischen Bauernrepublik)

Maximilian 1., seit 1490 Tiroler Landesfürst und seit 1508 römisch-deutscher Kaiser, war ein großer Freund des Landes. Viele Männer seiner Umgebung stammten aus Tirol, der Kaiser weilte sehr oft im Lande, hier wurden viele Kongresse abgehalten, so der erste „Generallandtag“ aller habsburgischen Länder, der sich mit der Bedrohung durch die Türken beschäftigte. Maximilian wollte überhaupt den kaiserlichen Hof nach Innsbruck, der Tiroler Landeshauptstadt, verlegen und Tirol die Würde eines Kurfürstentums erteilen, was jedoch am Widerstand der Reichsfürsten scheiterte.

Immerhin verdanken die Tiroler Maximilian I. eine Wehrverfassung, der zufolge sie zwar zur selbständigen Verteidigung Tirols verpflichtet, jedoch ausdrücklich von jedem Zwang, außerhalb des Landes für den Kaiser bzw. das Reich kämpfen zu müssen, befreit wurden. Dieses sogenannte ,,Landlibell“ von 1511, das bis ins 19. Jahrhundert Grundlage des Tiroler Verteidigungswesens blieb, trug wesentlich zur Festigung der Tiroler Sonderstellung bei.


Tirol war eines der deutschen Länder, in denen schon von alters her Bodenschätze wie Silber, Kupfer, Zink und Blei abgebaut wurden. Das Silberbergwerk in Schwaz war am Beginn des 16. Jahrhunderts der Welt größtes Bergwerk. Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus konnten Bodenschätze, besonders Silber, viel billiger aus Übersee beschafft werden, was zu einem Niedergang des Bergbaus in Tirol - und auch anderswo in Deutschland - führte, was wiederum die soziale Lage sehr verschlechterte. Dies und auch die Missstände in der Kirche, der Sünden-Ablasshandel, der von Rom aus betrieben wurde, mit dem man den armen Menschen mit der Drohung, nach dem Tod bestraft zu werden, wenn man für den Bau des Petersdoms in Rom nicht opfern würde, führten zu großer Hoffnungslosigkeit, Unzufriedenheit und trostloser Verarmung. So fanden die Reformideen Martin Luthers in Tirol starken Zuspruch. 1525/26 brach auch in Tirol der Bauernkrieg los. Die herausragende Persönlichkeit war Michael Gaismair, Sekretär des Bischofs von Brixen, der sich mit der Kirche überwarf, sich auf die Seite der unterdrückten Bauern stellte und schließlich mit der von ihm formulierten ,,Landesordnung“, einem Katalog sozialer und politischer Forderungen, europaweit seiner Zeit um Jahrhunderte voraus war.

Im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs wurde Tirol als Preis für die Hilfe Bayerns auf der Seite Frankreichs gegen Habsburg Gegenstand der Politik und auch Schauplatz schwerer kriegerischer Ereignisse. Hierbei hat sich die Tiroler Landesverteidigung auf Basis des Schützenwesens blendend bewährt.

Rund 100 Jahre später war Tirol in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts wiederum Kriegsschauplatz, als Napoleon das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ überfiel und ganz Deutschland unterjochte. Fast alle deutschen Fürstentümer, außer u.a. Preußen und Österreich, schlossen sich im „Rheinbund“ zusammen und stellten sich gegen den eigenen Kaiser. Sie waren Vasallen Napoleons und ihre Bewohner wurden gezwungen, auch für den französischen Imperialismus Kriegsdienste zu leisten. Dies alles veranlasste den Habsburger Franz II., die Krone des Reiches im Jahr 1806 niederzulegen.

So war auch das stammesverwandte Bayern, nördlicher Nachbar Tirols, mit Frankreich verbündet. Es erhielt von Napoleon Tirol 1805 als Kriegsbeute zugesprochen. Die Unzufriedenheit der Tiroler mit dieser Entwicklung führte schließlich im Jahre 1809 zum Aufstand der Tiroler Bauern unter ihrem Kommandanten Andreas Hofer gegen die Franzosen und deren bayerische Vasallen.

Gründe für den Aufstand gab es mehrere. Die Aufhebung der alten Tiroler Verfassung, das überhebliche und koloniale Auftreten der bayerischen Beamten, die drückende Steuerlast und religionspolitische Maßnahmen, welche die mit der „Aufklärung“ sympathisierende neue bayerische Beamtenschaft radikal einführen wollte. Ganz besonders erzürnten die Tiroler auch die Zwangsrekrutierungen zum bayerischen Militär, was ja das Ende der maximilianischen Wehrverfassung bedeutete.

Drittes Bergisel Gefecht am 13.08.1809. Tiroler Schützenaufgebot, geführt von Andreas Hofer

Die Tiroler Aufständischen konnten die Gegner trotz eines gewaltigen Heeresaufgebotes - mehrere zehntausend Kämpfer standen sich bei den vier entscheidenden Schlachten am Bergisel, in der Nähe der Tiroler Hauptstadt Innsbruck, gegenüber - mehrmals zurückschlagen, schlussendlich unterlagen sie allerdings dem weit überlegenen Gegner.

Der Kampf der Tiroler wurde im gesamten deutschen Raum als Fanal für die deutsche Freiheit gesehen und Andreas Hofer wurde zum Volkshelden, denn die Tiroler bewiesen, dass es sogar schlecht ausgerüsteten Bauern möglich war, den scheinbar unbesiegbaren Napoleon zumindest in arge Verlegenheit zu bringen. Wie müsste erst eine gemeinsame Befreiungsaktion mehrerer deutscher Fürsten zum Erfolg führen?

Schließlich konnten nur vier Jahre nach dem Tiroler Volksaufstand 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig die vereinten Heere von Österreich, Preußen und Russland Napoleon endgültig besiegen. Seine Herrschaft über fast ganz Europa wurde damit beendet.

In Tirol ist die Erinnerung an die Heldentaten der Vorfahren bis zum heutigen Tage nicht in Vergessenheit geraten, und der Befreiungskampf gegen Napoleon ist eigentlich seither die bewusstseinsbeherrschende Erfahrung des Tiroler Volkes geblieben.

Im „Wiener Kongress“ von 1815 wurde eine politische Neuordnung Europas herbeigeführt. Tirol kam wieder zurück zu Österreich.

Der 1. Weltkrieg und dessen Auswirkungen für Tirol

Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich entbrannte an der Tiroler Südgrenze ein jahrelanger Stellungskrieg im Hochgebirge. Trotz gewaltiger Übermacht konnte Italien diese Front nicht überrennen.

Das nächste tragische Ereignis in der Tiroler Geschichte brachte der Erste Weltkrieg. Das Deutsche Reich, Österreich-Ungarn und Italien waren bei Kriegsausbruch im "Dreibund" verbündet. Die Kriegsgegner, Frankreich und England, wollten verständlicherweise diesen mächtigen Block auseinanderreißen und fanden in Italien das schwächste Glied des Bündnisses. Italien erklärte sich zu Kriegsbeginn 1914 trotz des Bündnisvertrages neutral. Es hatte bereits seit Jahrzehnten die Angliederung des italienischen Teils von Tirol, südlich der Sprachgrenze bei Salurn, das heutige Trentino, gefordert. Jetzt wurde im Geheimvertrag von London 1915 für den Fall des Austrittes aus dem Dreibund nicht nur der Anschluss der italienisch besiedelten südlichen Gebiete Tirols sondern die zukünftige Staatsgrenze am Brennerpass versprochen. Das hieße, dass neben dem italienisch besiedelten Teil Tirols auch das fast rein deutsche Tirol vom Brennerpass bis zur deutsch-italienischen Sprachgrenze bei der letzten deutschen Ortschaft Salurn den Italienern seitens der Kriegsgegner versprochen wurde. Italien nahm dieses Angebot an und erklärte seinen bisherigen Verbündeten im Mai 1915 den Krieg. Italien wollte handstreichartig mit 875.000 mobilisierten Soldaten die weitgehend von Militär entblößte österreichische Südgrenze überrennen und nach Wien durchbrechen. Da stellten sich wieder die zu Hause gebliebenen Tiroler Standschützen - Greise und junge Buben, insgesamt rund 40.000 Mann - dem Feind entgegen. Monatelang allein, dann zunächst mit Unterstützung des „Deutschen Alpenkorps“ und schließlich regulärer österreichischer Militäreinheiten konnte die Front gehalten werden. Das Heldentum der Verteidiger in einem erbitterten Hochgebirgskrieg gegen einen übermächtigen Feind ist ein besonderes Ruhmesblatt in der Tiroler Geschichte.

Obwohl Italien während des mehr als dreijährigen Hochgebirgskrieges an der Tiroler Südgrenze keinen Quadratmeter Tiroler Bodens erobern konnte, rückten die italienischen Truppen nach der Kapitulation der Mittelmächte und dem falsch interpretierten Waffenstillstand zwischen Österreich-Ungarn und Italien bis zum Brennerpass als Besatzungsmacht vor. Es war zu erwarten, dass der italienisch besiedelte Teil Tirols, das Trentino, an Italien abgetreten werden müsse, aber niemand konnte sich vorstellen, dass Italien auch das rein deutsche und ladinische Tirol südlich des Brennerpasses auf Dauer besetzt halten und es dem italienischen Staat einverleiben können würde. Man vertraute auf die 14 Punkte des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, die als Grundlage für eine zukünftige europäische Friedensordnung die Durchsetzung des Selbstbestimmungsrechtes zum Ziel hatt

Verbotener Deutschunterricht. Auf Almhütten, in Stadeln und entlegenen Gehöften wurden die Kinder mit der eigenen Muttersprache vertraut gemacht – Katakombenschule.

Trotz des erklärten Willens der Tiroler wurde mit dem in Paris beschlossenen Diktatfrieden das deutsche Tirol zerrissen und das Land zwischen Brennerpass und Salurn Italien zugesprochen. 240.000 deutsche und ladinische Tiroler waren entgegen dem feierlich verkündeten Selbstbestimmungsrecht unter italienische Herrschaft gekommen. Schon sehr bald mussten die Südtiroler auf drastische Weise erleben, wie sich ihr Dasein nun entwickeln wird. In Italien war inzwischen die von Mussolini gegründete Faschistische Bewegung immer stärker geworden. Südtirol wurde zum Aufmarschgebiet faschistischer Rollkommandos. So überfielen diese am 24. April 1921 einen Trachtenumzug anlässlich der Bozner Frühjahrsmesse. Der Lehrer Franz Innerhofer wurde erschossen und weitere 40 Südtiroler verletzt. In den Schulen wurde die italienische Unterrichtssprache eingeführt und der Deutschunterricht verboten. Italienisch wurde die allein gültige Amtssprache. Die deutschen Beamten in Verwaltung, in Schulen, bei Bahn und Post wurden entlassen und wurden als Arbeitslose aus der eigenen Heimat verdrängt. Die gewählten Gemeinderäte und Bürgermeister wurden durch faschistische Amtsbürgermeister und Gemeindesekretäre ersetzt. Das deutsche Vereinsleben wurde verboten, deren Eigentum italienischen Institutionen übertragen. Lokale Banken und Genossenschaften wurden aufgelöst, die deutsche Presse durch Zensur und Verbote unter faschistische Kontrolle gebracht. Auf diese Weise wurden die deutschen und ladinischen Südtiroler fast vollkommen aus dem öffentlichen Leben entfernt. Als nächstes wurden erfundene italienische Ortsnamen als allein verpflichtend eingeführt, die deutschen Bezeichnungen durften nicht verwendet werden. Dann kamen die Vornamen der Bürger dran, diese wurden italienisiert. Es folgten die Familiennamen. Sogar auf den Friedhöfen wurden die Namen der Verstorbenen heraus gemeißelt und nur mehr italienische Aufschriften zugelassen.

Mit all diesen diktatorischen Maßnahmen konnte die Entdeutschung nicht oder jedenfalls nicht schnell genug vorangetrieben werden. Die Südtiroler entwickelten Methoden des passiven Widerstandes und den Willen zum Durchhalten, um sich gegen die drohende Italienisierung zur Wehr zu setzen. Der im ganzen Land beliebte und bekannte katholische Geistliche Kanonikus Michael Gamper baute ein geheimes deutsches Schulwesen auf. Viele Freiwillige, sehr oft Frauen, trafen sich mit den Kindern an geheimen Orten, in Stadeln, auf entlegenen Bauernhöfen oder Almen, um ihnen das Lesen und Schreiben der eigenen Muttersprache zu ermöglichen. Diese verbotenen Notschulen nannte man Katakombenschulen. Es wurden harte Freiheitsstrafen ausgesprochen, wenn die Italiener Kenntnis von derartigem Unterricht erhielten. Oft wurden Missliebige auf die Liparischen Inseln in Süditalien verbannt, so z. B. die junge Angela Nicoletti oder der Salurner Rechtsanwalt Dr. Josef Noldin, die beide an den Folgen der Verbannung sehr früh verstarben.

Auf enteigneten Obstwiesen unterhalb von Bozen entsteht eine Industriezone. Als Arbeitskräfte werden Italiener im fast rein deutschen Südtirol angesiedelt.

Italien setzte Ende der 20-er Jahre ein neues Mittel zur Entnationalisierung ein. Südlich von Bozen wurde hochwertiger landwirtschaftlicher Boden mit Wein- und Obstpflanzungen enteignet und dort eine Industriezone aufgebaut, um eine massenhafte Zuwanderung von Italienern zu fördern. Deutschen wurde die Beschäftigung in diesen neu entstandenen Betrieben verweigert.

So war der Anteil der zugezogenen Italiener im Lande bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf mehr als 80.000 Personen (gegenüber 7.000 bei der Besetzung des Landes durch Italien rund zehn Jahre vorher) angewachsen, Bozen hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine italienische Mehrheit. Die soziale Lage der Deutschen wurde immer schlimmer, denn die landwirtschaftlichen Gehöfte waren zu klein, um die große Zahl an Jugendlichen, die keine Arbeit in anderen Berufen fanden, zu versorgen. Mitte der 30-er Jahre kam es zur Annäherung der italienischen Faschisten und der deutschen Nationalsozialisten und schließlich zum Bündnis dieser beiden Länder, der Achse Berlin - Rom. Für dieses Bündnis war Hitler bereit, das deutsche Südtirol zu opfern, wie er dies bereits in „Mein Kampf“, wo er sich auf mehreren Seiten mit „Der Südtiroler Frage“ auseinandergesetzt hatte, angekündigt hat.

Hitler und Mussolini vereinbaren die Umsiedlung der Südtiroler. Die abwandernden Südtiroler werden durch Italiener ersetzt. Bis 1943 verließen rund 70.000 Deutsche ihre Heimat Südtirol.

Er erkannte gegenüber Mussolini die Brennergrenze an. Beide wollten nun im Jahr 1939 das Problem Südtirol endgültig beseitigen. Sie vereinbarten in dem „Umsiedlungsabkommen“ genannten Vertrag die Südtiroler vor die Entscheidung zu stellen, entweder das Volkstum zu behalten, dafür aber die Heimat aufzugeben und ins Deutsche Reich umzusiedeln, oder aber in der Heimat zu verbleiben, in diesem Fall aber der Assimilierung durch Italien zuzustimmen.

Vor diese grausame Entscheidung gestellt, entschied sich die große Mehrheit von etwa 86 Prozent für das Auswandern aus der geliebten Heimat, um wenigstens ihr deutsches Volkstum nicht aufgeben zu müssen.

Bis zum Jahr 1943 mussten auf diese Weise mehr als 70.000 deutsche Südtiroler ihre Heimat verlassen und wurden in sogenannten „Südtiroler-Siedlungen“ in zahlreichen Städten des Deutschen Reiches und im „Warthegau“ angesiedelt.

1943 brach das Regime von Benito Mussolini zusammen, die Deutsche Wehrmacht übernahm die Verwaltung in Südtirol, setzte die deutsche Sprache neben Italienisch wieder als Amtssprache ein und stellte die Rechte der Deutschen Südtirols wieder weitgehend her.

Tirol nach dem 2. Weltkrieg

Am 22. April 1946 werden dem österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl mehr als 155.000 Unterschriften, die in Südtirol geheim gesammelt wurden, überreicht. In einer Resolution heißt es: „Es ist unser unerschütterlicher Wunsch und Wille, dass unser Heimatland Südtirol vom Brenner bis zur Salurner Klause mit Nordtirol und Österreich wieder vereinigt werde.“

Nach 1945 hofften die Tiroler, dass das faschistische Unrecht beseitigt und ihre Heimat wieder vereint werden würde. Trotz der italienischen Überwachung konnten im ganzen Land Unterschriften für eine Rückkehr zu Österreich gesammelt werden, insgesamt 123.777, mit den wegen der Umsiedlung 1939 außerhalb Südtirols lebenden Landsleuten schließlich 158.628 Unterschriften. Am 22. April 1946 wurden diese Unterschriften dem österreichischen Bundeskanzler Leopold Figl bei einer Großkundgebung in Innsbruck übergeben. Das heißt, die gesamte erwachsene Bevölkerung Deutsch-Südtirols forderte: „Es ist unser unerschütterlicher Wunsch und Wille, dass unser Heimatland Südtirol vom Brenner bis zur Salurner Klause mit Nordtirol und Österreich wiedervereinigt werde“. Die Hoffnungen der Tiroler wurden enttäuscht, denn die Siegermächte wollten die Siegerbeute Südtirol aus dem ersten Weltkrieg für den damaligen Beitritt zur Entente bei Italien belassen, nachdem Italien seine Kolonien und die Gebiete in Istrien und Dalmatien verloren hatte. Der Westen wollte das strategisch wichtige Italien in dem heraufziehenden Ost-West-Konflikt als Verbündeten behalten und nicht an die Sowjetunion verlieren (mit einem durchschnittlichen Stimmenanteil von 27 Prozent war die KPI nach dem Zweiten Weltkrieg die mitglieder- und wählerstärkste Kommunistische Partei Westeuropas). Im sog. "Pariser Vertrag" hatte sich im Jahre 1946 Italien verpflichtet, den Deutschen in Südtirol eine wirksame Autonomie einzuräumen. Dieses Vertragswerk (in der Länge von lediglich einer Schreibmaschinenseite!) war vollkommen unzureichend und unpräzise. Es bot Italien die Möglichkeit, seine Verpflichtungen von Anfang an zu umgehen. Nicht einmal das Territorium, auf welchem die Autonomie Gültigkeit haben sollte, war festgelegt, so dass Italien die Autonomiebestimmungen nicht auf Deutsch-Südtirol (Provinz Bozen) allein anwandte, sondern Deutsch-Südtirol mit der italienischen Nachbarprovinz Trient zu einer Region vereinte, für die nun die Autonomieregelungen zu gelten hätten. In dieser Region hatten die Deutschen jedoch keine Mehrheit (wie in Südtirol), sondern die Italiener verfügten in der Region über eine Zweidrittel-Mehrheit. So konnte Italien ungehindert die Politik der Assimilierung weiter betreiben.

In Südtirol änderte sich im demokratischen Italien nur wenig gegenüber der faschistischen Periode. Zwar wurde die deutsche Schule wieder ermöglicht, aber die zugesagte und als Verpflichtung übernommene Ermöglichung der Rückkehr der während des Krieges ausgesiedelten Südtiroler wurde so behindert, dass nur rund 20.000 der 70.000 Umgesiedelten wieder heimkehren konnten, was eine dauerhaft Schwächung der deutschen Volksgruppe in Südtirol bedeutete.

Im politischen Leben und im Beamtenapparat hatten dieselben Personen das Sagen wie in der faschistischen Zeit, nunmehr hatten sie sich lediglich als Parteigänger der Christdemokraten oder anderer italienischer Parteien deklariert. Die deutsche Sprache blieb im öffentlichen Leben, bei Polizei, Justiz, in den Ämtern, bei Post, Bahn usw. ausgeschlossen. Wer sich in Ämtern der deutschen Sprache bediente, wurde oft ignoriert oder mit dem gängigen Hinwies „Noi siamo in Italia“ („Wir sind in Italien“) aufgefordert, sein Anliegen in italienischer Sprache vorzubringen. Die staatlich geförderten Volkswohnbauten wurden weiterhin fast ausschließlich Italienern zugesprochen. Die soziale Zurücksetzung blieb aufrecht, in der Industriezone in Bozen wurde die Einstellungspraxis nur marginal geändert. Geschätzte 10.000 junge Südtiroler waren daher gezwungen, deshalb die Heimat zu verlassen, um Arbeit im Ausland zu finden.

Der unerschrockene Führer der deutschen und ladinischen Volksgruppe, Kanonikus Michael Gamper, Herausgeber der „Dolomiten“.

Das „demokratische“ Italien führte die faschistische Zuwanderungspolitik sogar noch mit steigender Tendenz weiter. Im Jahre 1910 hatten rund 3 Prozent Italiener in Südtirol gelebt, bis zum Jahr 1953 stieg ihr Anteil auf über 30 Prozent. Bei dieser Hinhaltepolitik Italiens war abzusehen, dass bald eine italienische Mehrheit im Lande leben würde, was mittel- und langfristig ein Ende der deutschen Volksgruppe in Südtirol bedeutet hätte. Der geistige Führer der
deutschen Volksgruppe, der Priester und Publizist Kanonikus Michael Gamper schrieb am 28. Oktober 1953 in dem von ihm im Jahre 1945 gegründeten Tagblatt der Südtiroler „Dolomiten“: „Die gewollte Unterwanderung unseres Volkes geht weiter. Viele Zehntausende sind nach 1945 und nach Abschluss des Pariser Vertrages aus den südlichen Provinzen in unser Land eingewandert, während zur gleichen Zeit die Rückkehr von einigen Zehntausenden unserer Landsleute unterbunden wurde ... Es ist ein Todesmarsch, auf dem wir Südtiroler uns befinden, wenn nicht noch in letzter Stunde Rettung kommt.“

Man konnte ausrechnen, dass bei Fortsetzung der Zuwanderung von Italienern wie bisher Anfang der 70-er Jahre Italien das Ziel einer italienischen Mehrheit im Lande erreicht haben würde. Dann wäre die Hoffnung auf Recht und Freiheit endgültig vertan.

Österreich wollte in Verhandlungen mit Italien die Realisierung der im Pariser Vertrag von 1946 vereinbarten Zugeständnisse erreichen, Italien hielt die Österreicher aber ständig hin, indem es die Frage Südtirol rechts- und faktenwidrig zum inneritalienischen Thema erklärte, über das Italien nur in Randbereichen überhaupt zu sprechen bereit wäre.

Der Südtiroler Freiheitskampf

Die BAS-Freiheitskämpfer sprengten zum Auftakt den provokanten „Aluminium-Duce“ in Waidbruck, auf dem während der Faschistenzeit eine Aufschrift dem „Genius des Faschismus“, Benito Mussolini, huldigte.

Im Frühjahr 1961 brachten italienische Parlamentarier im Senat ein Gesetz zur „Ausbürgerung italienischer Staatsbürger, die sich der Republik gegenüber untreu verhalten“,  ein. Damit sollte der willkürliche Entzug der Staatsbürgerschaft von Südtirolern auf rein administrativem Weg, ohne Klärung einer Schuldfrage durch ein ordentliches Gericht, ermöglicht werden. Dieses Gesetz wurde im Senat beschlossen, es fehlte nur noch die Bestätigung in der zweiten Kammer des Parlaments (Abgeordnetenkammer). In der italienischen Tageszeitung „Il Tempo“ hieß es dazu, dass bereits die Ausweisung von lediglich 10.000 „nazistischen Agitatoren“ die Ruhe in Südtirol herstellen würde. Eine Massenvertreibung von 200.000 Südtirolern wäre dann gar nicht notwendig.

Der politisch-kulturellen Führungsschicht der deutschen Südtiroler drohte die Verweisung aus der Heimat.

Diese Zukunftsaussicht gab den entscheidenden Ausschlag für den inzwischen gegründeten „Befreiungsausschuss Südtirol“ (BAS), sich gegen den drohenden Verlust der eigenen Heimat und der nationalen Identität zu wehren.


Monatelang bemühten sich die Männer und Frauen des BAS, mit friedlichen Aufklärungsschriften, Flugblättern und Appellen an die italienischen und internationalen politisch Verantwortlichen eine Besserung der Situation zu erreichen. Alles ohne Echo oder gar Erfolg. Im BAS sah man nur noch die Möglichkeit, die Weltöffentlichkeit auf den drohenden Volkstod durch demonstrative Sprengungen aufmerksam zu machen. Als erstes  Signal wurde der „Aluminium-Duce“ bei Waidbruck, ein mächtiges Reiterstandbild Mussolinis - in den 40-er Jahren mit der Aufschrift „Al Genio del Fascismo“ errichtet -  gesprengt. Dem BAS ging es darum, keine Menschenleben zu gefährden,  weshalb das Ziel der Anschläge ausschließlich auf Sachwerte gerichtet war. Mit der „Feuernacht“ im Juni 1961 fand der Freiheitskampf seinen spektakulären Auftakt und Höhepunkt. Fast vierzig Hochspannungsmasten, Symbole der italienischen Ausbeutung des Landes, wurden gesprengt.

In der Feuernacht gesprengte Masten
Aus dem Gefängnis geschmuggelter Brief von Franz Höfler, an den Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Südtirol, Silvius Magnago. Franz Höfler verstarb aufgrund der Folterungen noch im Gefängnis.

Das Ziel, die Weltöffentlichkeit auf Südtirol aufmerksam zu machen, war erreicht.  Italien war völlig überrascht, mit welcher Präzision die Freiheitskämpfer ihre große Aktion, ohne dass die italienischen Sicherheitskräfte etwas bemerkten, durchführten. Die Vorbereitung einer groß angelegten Aktion wie die Sprengung von rund 40 Hochspannungsmasten war eine gewaltige logistische Leistung, bei der hunderte Menschen mitwirken mussten, bei der Beschaffung von Sprengmittel, Zündmaterial, bei der Herstellung der Zeitzünder, mit der Schulung der Einsatztrupps für jeden der ausgesuchten Strommasten u.a.m.

Sofort ging Italien zum Gegenangriff über. Tausende Soldaten und Polizeikräfte, auch solche, die „Erfahrung“ in den Bandenkriegen auf Sizilien hatten, wurden nach Südtirol versetzt, die mit einer vollkommenen Überwachung und Bespitzelung Südtirols begannen. In groß angelegten Verhaftungswellen wurden mehrere hundert volks- und heimattreue Bürger, unabhängig von Verdachtsmomenten, abgeholt und in die Polizeikasernen eingeliefert. Dort wurden die Häftlinge oft nackt ausgezogen, beschimpft, bespuckt, oft am ganzen Körper mit brennenden Zigaretten gebrannt, auch z.B. in Ohren und Nasen und an intimen Stellen. Oft mussten die Gefangenen stundenlang vor grellen Quarzlampen in „Habt Acht“-Stellung stehen, bekamen über Tage nichts zu essen oder trinken. Wenn sie umfielen, wurden sie mit Gewehrkolben und kaltem Wasser wieder zum Aufstehen gezwungen. Es wurden ihnen Mehrkilogewichte an die Geschlechtsteile gehängt, man trieb ihnen Stecknadeln unter die Finger- und Zehennägel, man spannte sie nackt in Streckapparate ein oder schnallte sie mit dem Rücken über Kisten fest und flößte ihnen – ähnlich dem heutigen „water-boarding“ – Säuren in Mund und Nase, um so Erstickungsanfälle auszulösen. Das Ziel war, von den Gepeinigten Hinweise auf andere Personen, oft auch auf ihnen unbekannte, zu bekommen und Geständnisse zu erhalten. Nach den oft tagelangen Torturen waren viele nicht mehr in der Lage, dieser Art von Verhör zu widerstehen. Oft wurde einfach das unterschrieben, was die Verhörpersonen ihrerseits formuliert hatten, unabhängig, ob es stimmte oder nicht, nur um weiterer Folter zu entgehen. Drei Häftlinge starben noch in der Haft an den Folgen der Folter, viele blieben bis ans Lebensende psychisch oder physisch schwer geschädigt.

Wenn Südtiroler Häftlinge mit Anzeigen gegen die folternden Beamten vorgehen wollten, wurde das entweder ignoriert oder wegen des Hinweises, dass sie mit den Anzeigen gegen die Verhörbeamten ihre Lage vor Gericht verschlechtern würden, die Anschuldigungen von den Gefolterten zurück genommen. Als es nach aus den Gefängnissen geschmuggelten Folteranschuldigungen gegen bestimmte italienische Beamte doch zu Gerichtsverfahren kam, wurden die Betreffenden großteils freigesprochen und die wenigen verurteilten sofort amnestiert.

Südtirol wurde durch die italienischen Polizeikräfte mit Terror überzogen. Es kam zu Erschießungen von zivilen Personen auf offener Straße oder zum Beispiel einmal bei der Auffahrt mit der Materialseilbahn zum bäuerlichen Gehöft. Ganze Ortschaften wurden überfallen, so am 10. September 1964 die bäuerliche Siedlung Tesselberg im Pustertal. Auf der Suche von Freiheitskämpfern fielen Polizeieinheiten zur Mittagszeit schießend in der Ortschaft ein, forderten alle Bewohner der Bauernhöfe auf, sich auf eine Wiese zu legen, die Männer separat mit gestreckten Armen über dem Kopf, die Frauen und Kinder in einem eigenen Bereich. Dann wurden die Häuser durchsucht, die Einrichtungsgegenstände teilweise zerstört, der Inhalt von Schränken herausgerissen, wobei auch in den Häusern von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wurde. Den ganzen Tag und die darauf folgende Nacht mussten die Bewohner auf der Wiese ausharren, nur den Frauen wurde erlaubt, in Begleitung von Polizisten für die Kinder Nahrung und Decken für die Nacht zu holen. Erst am nächsten Tag um 14 Uhr wurde die Aktion abgebrochen, die Männer auf die Polizeistation abgeführt. In einem der Bauernhöfe wurden Handgranaten gezündet, in einem weiteren wurde ein taubstummes Mädchen angeschossen.

Nach den Anschlägen setzte eine umfangreiche Verhaftungslawine im ganzen Land ein. Mehrere 10.000 italienische Soldaten und Polizisten kamen nach Südtirol und begannen mit der Bewachung aller gefährdeten Objekte und mit der Überwachung der deutschen Menschen.
Die politischen Häftlinge wurden wie Schwerverbrecher aneinander gekettet.


Die Gangart der Freiheitskämpfer hatte sich nach solchen Ereignissen verhärtet. Es zogen sich bewaffnete Kleingruppen auf die Berge zurück und eröffneten das Feuer auf Polizeistationen, aus denen man vorher tage- und nächtelang das qualvolle Schreien von Opfern der Folterungen hören musste. Auch Militärkonvois wurden nun von den Freiheitskämpfern angegriffen. Sie waren als ortskundige Männer den landfremden, bergungewohnten Besatzungssoldaten und Polizisten überlegen, zumal die Italiener nur in größeren Gruppen und mit Fahrzeugen unterwegs waren.

Zwei besonders verwegene Freiheitskämpfer Luis Amplatz und Jörg Klotz wurden am 7. September 1964 bei einem Einsatz in den Bergen des Passeiertales durch italienische Spitzel verraten. Auf beide wurden während des Nachtlagers in einer Almhütte mehrere Schüsse abgegeben. Amplatz wurde erschossen. Klotz erhielt zwei Streifschüsse, ein Projektil blieb in der Brust stecken. Klotz konnte entkommen und floh über den Alpenhauptkamm der Ötztaler Alpen über den Gletscher ins österreichische Ötztal.

Ab Dezember 1963 fand der erste große Prozess gegen 94 Angeklagte in Mailand statt. Es folgten noch weitere große Prozesse, der zweite Mailänder Prozess, ein Prozess in Florenz und weitere in anderen Städten. Die offensichtlich wegen erzwungener Geständnisse in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten wurden zwar nach ungerechtfertigten Vorwürfen freigesprochen, aber insgesamt wurden über 500 Jahre Gefängnis verhängt. Die letzten Verurteilten kamen erst nach acht Jahren wieder in Freiheit.

An der Vorbereitung des Südtiroler Freiheitskampfes der 60-er Jahre waren auch Burschenschafter  von Anfang am BAS (Befreiungsausschuss Südtirol) beteiligt. Nach und nach sind mehrere Dutzend Waffenstudenten, hauptsächlich Burschenschafter, in unterschiedlichen Bereichen den Freiheitskämpfern zur Seite gestanden.

Mehrere Burschenschafter waren als Aktivisten an der Durchführung der Mastensprengungen in der „Feuernacht“ beteiligt. In verschiedenen Gerichtsprozessen in Italien waren auch Burschenschafter angeklagt und erhielten zum Teil mehrjährige Kerkerstrafen. Bei den in Österreich gegen die Freiheitskämpfer durchgeführten Gerichtsverfahren, die größten davon in Graz und Linz, wurden die den Anklagebehörden bekannt gewordenen Fakten nicht bestritten, sondern die Angeklagten nahmen das Recht auf Widerstand gegen die auf Volkstod ausgerichteten italienischen Verfolgungsmaßnahmen in Anspruch. Die Laienrichter erkannten an, dass in Südtirol ein Notstand vorliegt und daher die Angeklagten in gerechter Notwehr handelten. Die Angeklagten wurden jeweils freigesprochen.

Diese Graphik zeigt die Bevölkerungsentwicklung der deutschen und ladinischen Volksgruppe in Südtirol bis zum Jahr 1981. Man sieht daraus, dass sich mit dem Beginn des aktiven Widerstands gegen die Umvolkungspolitik Italiens die Anstiegskurve des italienischen Bevölkerungsanteils verflachte und nach dem Freiheitskampf in eine Abstiegskurve verwandelte. Der Freiheitskampf hat die künstliche Zuwanderung in den 60-er Jahren gestoppt und eine teilweise Abwanderung bewirkt.

Während anfänglich den Südtiroler Freiheitskämpfern, den sogenannten „Bumsern“, von der österreichischen Bevölkerung große Sympathie entgegengebracht worden ist – es lebten in den 50- und 60-iger Jahren noch Tausende ehemalige K.u.K.-Soldaten, die im ersten Weltkrieg jahrelang für die Freiheit Südtirols gegen Italien gekämpft hatten, schlug die Stimmung radikal um, als im Sommer 1967 unmittelbar an der Grenze zwischen Österreich und Italien auf der Porze-Scharte vier durch eine Sprengung zu Tode gekommene italienische Soldaten gefunden worden sind, welcher Vorfall sofort den Freiheitskämpfern angelastet worden ist. Über Druck Italiens wurde das Österreichische Bundesheer aufgeboten, das im sogenannten „Grenzeinsatz Süd“ in Verbindung mit Zoll- und Gendarmerie die Staatsgrenze überwachte, um weitere Sprengstoffanschläge zu verhindern. Obwohl drei wegen der Toten auf der Porze-Scharte angeklagte Freiheitskämpfer von einem österreichischen Gericht wegen erwiesener Unschuld freigesprochen worden sind, wurde dieser Vorfall seither laufend PR-mäßig zum Zwecke der Kriminalisierung des Südtiroler Freiheitskampfes missbraucht.

Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass das 2013 herausgekommene Buch „Zwischen Porze und Rosskarspitz ….“ in der österreichischen Öffentlichkeit nahezu totgeschwiegen worden ist. Der Autor Hubert Speckner, ein Militärhistoriker, wollte anfänglich nur ein Buch über den Einsatz des österreichischen Bundesheeres im Jahre 1967 schreiben. Aufgrund des Studiums der ihm zu diesem Zweck auch vom Innen- und Justizministerium zur Verfügung gestellten Akten kam er zu dem in seinem Buch zusammengefassten Ergebnis, dass die nach italienischer Darstellung am 25.06.1967 auf der Porze-Scharte durch Sprengstoff zu Tode gekommenen vier italienischen Soldaten auf keinen Fall den dafür in Italien in Abwesenheit zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilen Freiheitskämpfern anzulasten sind, sondern dieses angebliche Attentat mit hoher Wahrscheinlichkeit vom italienischen Geheimdienst in Tateinheit mit der Organisation „Gladio“ getürkt worden sein dürfte.

Das Buch von Speckner wird in Österreich nahezu totgeschwiegen. Nach wie vor werden von gewissen Kreisen die Südtiroler Freiheitskämpfer als „ Terroristen“ diffamiert.

Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass die Fakten, die von Speckner praktisch als Nebenprodukt seiner militärhistorischen Arbeit zusammengetragen worden sind und die Unschuld der angeklagten Freiheitskämpfer beweisen, seinerzeit im österreichischen Innenministerium bekannt gewesen sein mussten und aus Gründen, die man nur vermuten kann, mit hoher Wahrscheinlichkeit bewusst unterdrückt worden sind und sich auch dafür offensichtlich niemand interessiert.

Wenn der Freiheitskampf in Südtirol auch nicht die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes und damit die Rückkehr des besetzten Landes zu Österreich gebracht hat, so ist als großer Erfolg des Freiheitskampfes anzuführen, dass seither die Zuwanderung von neuen Italienern aus dem Süden gestoppt wurde, ja auch bei Volkszählungen das Bekenntnis zur italienischen Volksgruppe abnimmt.

Die UNO Generalversammlung beschäftigte sich 1960 mit dem Thema Südtirol, wobei Italien und Österreich aufgefordert wurden, „eine Lösung aller Differenzen hinsichtlich der Durchführung des Pariser Vertrages (aus 1946) zu finden“. Dazu wurde im Jahre 1961 die sog. ,,19-er Kommission“ gebildet, die aus insgesamt 19 Personen, Italiener und Südtiroler, bestand. 1964 wurden insgesamt 137 Maßnahmen zum Schutz der Südtiroler Volksgruppe als Verhandlungsergebnis, genannt „Paket“, zusammengeschlossen, wobei als Garantie für die Einhaltung der italienischen Zusagen ein „Operationskalender“ erstellt wurde.

Südtirol in der Gegenwart

Wesentlicher Inhalt dieser Vereinbarung war der Wechsel wichtiger Kompetenzen von der Region Südtirol-Trentino auf die jeweiligen Landtage (in Bozen bzw. Trient), die gleichberechtigte Anerkennung der deutschen mit der italienischen Sprache, auch bei den Ämtern, bei Gericht usw. Als weiteres ganz entscheidendes Zugeständnis wurden die Stellenbesetzungen im öffentlichen Dienst und bei Bahn, Post usw. nach dem „ethnischen Proporz“ vereinbart. Damit wurde der deutschen Minderheit das Recht zuerkannt, nach seiner verhältnismäßigen Stärke öffentliche Stellen besetzen zu können. Auch zur damaligen Zeit war der Beamtenapparat noch zu mehr als 90 Prozent aus der italienischen Volksgruppe besetzt, obwohl die deutsche und ladinische Bevölkerung ungefähr zwei Drittel der gesamten Einwohnerschaft stellte. Weiters wurde garantiert, dass es getrennte schulische Ausbildung, also deutsche bzw. italienische Schulen, geben werde, wobei jeweils ein Mandatar der betreffenden Volksgruppe in der Landesregierung das betreffende Kulturamt innehaben sollte. Für die während der Faschistenzeit zwangsweise eingeführten italienischen Ortsnamen sollten die althergebrachten deutschen Orts- und Flurnamen wieder gebraucht werden dürfen. 

Anlässlich des großen Landesfestzuges „200 Jahre Andreas Hofer“ im Jahr 2009 in Innsbruck wurden zahlreiche große Spruchbänder mitgetragen, auf denen die Freiheit Tirols verlangt wird.

Unbestritten haben sich die politischen Verhältnisse in Südtirol für die deutsche und ladinische Bevölkerung verbessert. Viele der vereinbarten Regelungen sind in Kraft getreten, die Gleichstellung der deutschen und ladinischen Sprache ist erfolgt, das deutsche Schulwesen funktioniert, ebenso wie die unter deutscher Führung stehende Landesverwaltung. Auch der „ethnische Proporz“ wurde realisiert, so dass heute in der Beamtenschaft der deutsche und ladinische Anteil entsprechend angewachsen ist. Bei den Südtirolern hat sich ein neues Selbstbewusstsein entwickelt.

Und trotzdem: Viele Fragen sind offen geblieben. Beim Eintritt Österreichs in die Europäische Union im Jahre 2000 wurde von der Regierung in Wien verabsäumt, die vereinbarten Autonomiebestimmungen, Südtirol betreffend, beim Beitrittsvertrag als integrierenden Teil einzubeziehen und damit als Teil des Vertragswerkes außer Streit zu stellen. Damit besteht die Gefahr, dass der „ethnische Proporz“ auf dem Prozessweg mit der Begründung  abgeschafft wird, dass solche Bestimmungen mit dem EU-Recht nicht in Einklang stünden. Die Anerkennung der deutschen Orts- und Flurnamen ist bis heute nicht erfolgt. Diese werden nur geduldet, die allein gültigen Ortsbezeichnungen sind die während der Zeit des Faschismus gesetzlich eingeführten, erfundenen italienischen Bezeichnungen. Am Status des getrennten Schulwesens wird immer wieder durch „Reformvorschläge“ hingearbeitet auf eine gemischte Schule. Eine große Gefahr, wie das Beispiel des französisch besiedelten und zum italienischen Staatsgebiet gehörenden Aosta-Tales zeigt, wo die gemischte – in Wirklichkeit italienische – Schule in einigen Jahrzehnten dazu führte, dass im Jahre 2001 nur mehr zwei (!) Prozent der Bevölkerung sich als „frankophone Muttersprachler“ bekannten. Über die Schule entstanden immer mehr Defizite in der eigenen Muttersprache.

Südtirol musste seit den vergangenen Jahren viele tausend Migranten aus verschiedenen Ländern aufnehmen. Zu welcher Volksgruppe im Sinne des ethnischen Proporzes sollen sich denn diese Menschen bekennen? Es wird wohl in den meisten Fällen die italienische sein. Aushebelung der Autonomiebestimmungen auch in dieser Frage!

Erstmals marschierte beim Landesfestzug 2009 auch ein Block ehemaliger Freiheitskämpfer mit. Dieser wurde von den fast 100.000 Zuschauern mit sehr großem Applaus bedacht.

Im Jahre 1945 wurde die „Südtiroler Volkspartei“ (SVP) als Sammelpartei der deutschen und ladinischen Volksgruppe gegründet. Ihr politisches Ziel war es, das Selbstbestimmungsrecht für Südtirol zu erreichen. Dieses Ziel ist in den Statuten des Parteiprogramms zwar noch enthalten, aber in der praktischen Arbeit merkt man davon nichts. Dieser Umstand führte dazu, dass neue Parteien entstanden, die sich längerfristig mit der Zukunftsentwicklung in Südtirol befassen. Sie fordern das Selbstbestimmungsrecht und verfügen inzwischen über 10 Mandate im 35-köpfigen Landtag (weiters: SVP 17, italienische Parteien 5, Grüne 3).

Seitens der Bundesregierung in Wien, zunehmend auch von SVP-Seite, wird die Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes öffentlich als illusorisch und zumindest derzeit nicht realisierbar hingestellt. In den Medien, auch selbstverständlich im Staatsrundfunk ORF wird kaum einmal über Südtirol berichtet. Schon gar nicht wird die Stimmung innerhalb der Südtiroler Öffentlichkeit thematisiert. Dass Österreich nach wie vor „Schutzmacht“ für Südtirol ist, wird verdrängt. Offenbar soll das Thema Südtirol möglichst aus dem Bewusstsein des Volkes eliminiert werden.

Trotzdem, in Südtirol tritt in der Bevölkerung zunehmend die Überzeugung ins Bewusstsein, dass eine Autonomie nicht geeignet ist, die Erhaltung der Volksgruppe zu garantieren. Zu stark sind die identitätsstiftenden Einflüsse, die der Gesamtstaat und seine Kultur auf eine Minderheit ausüben kann. Bei einem zahlenmäßigen Missverhältnis zwischen Staatsvolk und Minderheit wie im Falle Südtirols umso mehr.

Es zeugt von der inneren Stärke der deutschen und ladinischen Volksgruppe, dass sie nach 90 Jahren der Fremdbestimmung, verbunden mit den erlittenen Verfolgungen die Kraft aufbringen, die Loslösung von Italien zu verlangen. Dies soll friedlich erfolgen. Es haben sich die Verhältnisse gewandelt. Italien hat das Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den Satzungen der UNO verankert ist, im Jahre 1977 endlich anerkannt. Vorher war das Verlangen dieses Grundrechtes in Italien mit Kerkerhaft geahndet worden. Zudem sind seit dem Umbruch im Osten die Staatsgrenzen Europas verändert worden und neue Staaten entstanden, man denke an die Slowakei und an die baltischen Staaten, wo diese Loslösung auf friedlichem Weg erfolgte, oder an die Vereinigung der „DDR“ mit Westdeutschland. 

In den großen Kultur- und Freizeitverbänden in Südtirol tritt die Forderung nach Landeseinheit Tirols, also Anschluss an Österreich, bzw. nach einem eigenständigen Staatswesen, ähnlich dem Status von Liechtenstein – jedenfalls aber außerhalb Italiens –  immer mehr in den Vordergrund. Ganz besonders stark ist diese Sehnsucht bei einem guten Teil der Jugend anzutreffen. Selbstverständlich gibt es auch viele Menschen, die fürchten, manchen wirtschaftlichen Vorteil bei Realisierung der Selbstbestimmung einzubüßen, oder die einfach kein Risiko eingehen möchten.

Im Jahr 2009 fand in Innsbruck aus Anlass ,,200 Jahre Aufstand der Tiroler gegen Napoleon“ ein Landesfestumzug statt, an dem mehr als 30.000 Tiroler aus allen Landesteilen und aus allen Schichten der Bevölkerung teilnahmen. Auch mehrere tausend Teilnehmer aus Südtirol nahmen an dem gemeinsamen Gedenken teil. Obwohl von Seiten der Nord- wie Südtiroler Politik es verboten wurde, politisch geprägte Transparente mitzuführen, setzten sich die Verhandler aus den Schützenverbänden sowie Kultur- und Sportorganisationen dagegen durch. Und sie wurden getragen, die acht bis zehn Meter breiten Spruchbänder mit Losungen wie „Südtirol ist nicht Italien“, „Selbstbestimmung für Südtirol“, „Los von Rom“, „Ein Tirol“, ,,90 Jahre - ein Ruf- ein Land - ein Tirol!"

Die Bezirksleitung der Burggräfler Schützen, angeführt von Ihrem Bezirksmajor-Stellvertreter Manfred Klotz. Auszug dazu aus einer Pressemitteilung während des Umzugs: „… Die Burggräfler Schützen und viele andere Südtiroler sehen im Verbleib Südtirols bei Italien, mit dieser so genannten "Modellautonomie", keine Perspektiven mehr. Gerade deshalb blicken die Burggräfler beim Tiroler Landesfestumzug in Richtung Zukunft, und nicht auf die Ehrentribüne, denn einige der Ehrengäste haben sich mit ihren rückständigen Aussagen selbst in die Vergangenheit gestellt….“

Außerdem wurde eine aus Metall hergestellte Dornenkrone als Symbol des Märtyrertums von Südtirol, mit einem Gewicht von mehr als 500 kg und geschmückt mit Rosen, mitgetragen.

Die Erler Dornenkrone mit 2009 Rosen geschmückt in der Innsbrucker Altstadt. „Auch wenn die Politik die Dornen der Krone mit Rosen abdecken wollte, so waren die Stacheln, die heute noch in die Tiroler Herzen stechen, gut zu erkennen.“

Aber es ist erstaunlich, dass auch in der italienischen Volksgruppe an eine Loslösung Südtirols von Italien gedacht wird. Die Erfahrungen mit der durch die deutsche Volksgruppe geprägten ordentlichen und sauberen Verwaltung stehen in krassem Gegensatz zu den Verhältnissen diesbezüglich in Italien.

Aber lassen wir die in letzter Zeit durchgeführten Befragungen sprechen:

Am 7. Juni 2006 titelte die Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“: „Mehrheit will weg von Italien“, womit berichtet wurde, dass 54,6 Prozent der Südtiroler sich bei einer groß angelegten Meinungsumfrage entweder für einen eigenen Staat oder für die Wiedervereinigung aussprachen.

Eine unter jungen Italienern in Südtirol durchgeführte Umfrage ergab, dass 35 Prozent der Jahrgänge zwischen 18 und 40 sich einen Freistaat Südtirol vorstellen können.

Im Jänner 2015 wurde im Presseclub Concordia in Wien eine repräsentative Meinungsumfrage des Linzer Marktforschungsinstituts SPECTRA vorgestellt. Dabei haben 89 Prozent der befragten Österreicher es begrüßt, wenn die Südtiroler in einem Referendum über ihre staatliche Zugehörigkeit abstimmen könnten. Derselbe Prozentsatz beurteilte es positiv, wenn die Südtiroler dabei für eine Vereinigung mit Österreich stimmen würden.

Am 9. Oktober 2014 beschloss der Südtiroler Landtag bei 31 Ja- und 1 Nein-Stimme:

„Der Südtiroler Landtag unterstreicht, dass Südtirol gegen den Willen der Bevölkerung vom Vaterland Österreich abgetrennt wurde und bezeichnet die unfreiwillige Angliederung Südtirols an Italien als Unrecht“.

Ebenfalls am 9. Oktober 2014 beschloss der Südtiroler Landtag mit 26 Ja-Stimmen und 6 Nein-Stimmen:

„Der Südtiroler Landtag bekennt sich zu den UN-Menschenrechtspakten und bekräftigt das im Artikel 1 verankerte Selbstbestimmungsrecht der Völker auch für Südtirol.“

Zum Schluss noch ein Zitat des früheren Staatssekretärs für Südtirol in der österreichischen

Regierung, Univ. Professor Dr. Franz Gschnitzer:

„Selbstbestimmung gegen Fremdbestimmung – das heißt nichts anderes als Recht gegen Gewalt“.

Und der Völkerrechtler Univ. Prof. Dr. Eduard Reut-Nicolussi, der im Jahre 1928 aus seiner Südtiroler Heimat fliehen musste, weil er das Buch „Tirol unter'm Beil“ verfasste, in dem die faschistische Unrechtspolitik dokumentiert wurde:

„Selbst wenn Italien den Schlern mit Gold überziehen wollte, könnten wir dem Ziel der Landeseinheit nicht entsagen!“