Pressenachlese

Burschenschaft bereitet beim diesjährigen Burschentag das Jubiläum "200 Jahre Wartburgfest" im nächsten Jahr vor 

Eisenach. Nach der "Beschriftungsaktion" am Burschenschaftsdenkmal und der öffentlich von den Bundesbrüdern vor dem Abgeordnetenbüro der Linken geforderten Distanzierung von dieser Sachbeschädigung ging am Wochenende das Jahrestreffen der Deutschen Burschenschaft in Eisenach und Seebach doch ruhig, ohne Ausschreitungen, Krawalle und Proteste über die Bühne.

"Es ist alles friedlich - es gibt keine Zwischenfälle", sagt die Leiterin der Polizeiinspektion Eisenach, Bianka Ißleib, während des Totengedenkens am Fuße des Burschenschaftsdenkmals am späten Freitagsabend. Ein überschaubares Aufgebot von Einsatzkräften mit mehreren Streifenwagen sicherte die Veranstaltung ab. Rund 400 Burschenschafter zogen mit Einsetzen der Finsternis in einem Fackelmarsch zur Langemarck-Gedenkstätte, um der gefallenen Studenten des Gefechts am 10. November 1914 in der Nähe des belgischen Ortes Langemarck nördlich von Ypern zu gedenken.

Schmierereien am Burschenschaftsdenkmal gebe es hin und wieder mal, aber bisher nicht in dem starken Ausmaß. Die Verunreinigung konnte die Spezialfirma noch nicht gänzlich beseitigen. "Die Reinigung auf dem Naturstein erweist sich als sehr aufwendig", informiert Philip Stein, Sprecher der Burschenschaft. Die Farbbeutel wurden teils sehr hoch an das Denkmal geworfen, sodass für die Entfernung ein Baugerüst gestellt werden muss. Der Dachverband als auch der Denkmalverein lobten zusammen eine Prämie für die Ergreifung und Verurteilung der verantwortlichen Schmierer aus. Teils würden deutschlandweit Gebäude der 70 Mitgliedsburschenschaften sogar wöchentlich beschmiert, so Philip Stein.

Die Tagungen der Bundesbrüder waren beim diesjährigen Treffen neben erbittert geführten politischen Auseinandersetzungen auch von interner organisatorischer Arbeit geprägt. einer der wichtigsten Beratungspunkte war in diesem Jahr das Thema ungewollte Zwangsmitgliedschaft bei der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) und des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). "Die Zwangsmitgliedschaft wird seitens einiger Burschenschafter scharf kritisiert", sagt Jörg Sobolewski, Vorsitzender der Berliner Burschenschaft Gothia, der in diesem Jahr Bundesvorsitzender des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft ist.

In jüngerer Zeit musste sich die Burschenschaft des Öfteren mit dem Vorwurf rechtsextremer Tendenzen auseinandersetzen. Sobolewski kandidiert auf der AfD-Liste für die Berliner Abgeordnetenauswahl im September. Von den über 70 Verbindungen kehrten in den zurückliegenden Jahren mehrere Studentenbünde dem Dachverband der Deutschen Burschenschaft aufgrund radikaler Ansichten, Kontakte von Mitgliedern zur rechtsextremen Szene sowie der geäußerten Forderungen nach einem Abstammungsnachweis den Rücken.

Während des diesjährigen Burschentages wurde ein Strategie-rat aus der Taufe gehoben, der Leitlinien erarbeiten soll, wie und mit welchen Zielen die Burschenschaft wachsen und in die Zukunft geführt werden kann. Um jüngeren Mitgliedern entsprechende Angebote unterbreiten zu können, riefen die Versammelten eine Bildungsakademie ins Leben.

Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt ist die Vorbereitung für das Treffen der Deutschen Burschenschaft im nächsten Jahr. Es ist ein besonderes, denn 2017 wird das Jubiläum 200 Jahre Wartburgfest gefeiert. 

Aus Anlass des 300. Jahrestages des Beginns der Reformation und des 4. Jahrestages der Leipziger Völkerschlacht versammelten sich Studierende fast aller evangelischer deutschen Universitäten am 18. Oktober 1817 auf der Wartburg. "Wir haben den organisatorischen Fahrplan erarbeitet", sagt Sobolewski. Für die Feierlichkeiten 2017 werde ein hochrangiger "Festredner" erwartet, eventuell ein Staatspräsident. Beim diesjährigen Burschentag spielte die Wartburg keine Rolle. Diesbezüglich sind die Hoffnungen für das Jubiläum des Wartburgfestes 2017 noch nicht gänzlich begraben. "Wir sind mit der Wartburgstiftung im gespräch, aber es wurde noch keine Einigung erzielt", führt Stein an.

Am Samstagabend feierten weit mehr als 500 Burschenschafter ihren Festkommers. "Wir sind von den Bürgern in Seebach freundlich aufgenommen worden", sagt Sobolewski. Die Bedingungen seien im Kulturhaus optimal - besser als in der Aßmann-Halle in Eisenach. Ob die Deutsche Burschenschaft sich auch 2017 in Seebach trifft, steht noch in den Sternen. "Es gibt noch keine Vereinbarungen", sagt der DB-Bundesvorsitzende. Zumindest sind die Verbindungsstudenten nicht von allen Seebachern mit offenen Armen empfangen worden. Häuser "schmückten" die Gegner mit weniger burschenfreundlichen Spruchbändern.

Artikel aus der Thüringer Landeszeitung / Eisenach vom 23. Mai 2016 / Redakteur Norman Meißner

Zum Burschentag 2016 der Deutschen Burschenschaft beteiligten sich am späten Freitagabend knapp 400 Burschenschafter mit Fackeln bei der Totenehrung an der Langemarck-Gedenkstätte vor dem Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe. Sie gedachten der gefallenen Studenten bei der Schlacht bei Langemarck. Foto: Norman Meißner
Nachdem noch in der Vorwoche die Langemarck-Gedenkstätte von Gegnern der Burschenschaft beschmiert wurde, blieb es zur Totenehrung ruhig. Foto: Norman Meißner
Die Schmierereien am Burschenschaftsdenkmal haben jetzt ein politisches Nachspiel, nachdem gestern Burschenschafter von der Eisenacher Landtagsabgeordneten Kati Engel (Linke) forderten, sich von "Gewalt gegen Kulturgüter" zu distanzieren. Archiv-Foto: Schöne

Verbindungsstudenten fordern von Linke-Parlamentarierin, sich von "Gewalt gegen Kulturgüter" zu distanzieren

Eisenach. Die Deutsche Burschenschaft rückt erneut in den Blick Thüringer Politiker. Hintergrund sind Schmierereien am Burschenschaftdenkmal in Eisenach in der vergangenen Woche und die Reaktion von Burschenschaftern darauf.

Mitglieder mehrerer in dem Verband organisierter Verbindungen forderten gestern vor dem Wahlkreisbüro der Landtagsabgeordneten Kati Engel (Linke), jugendpolitische Sprecherin ihrer Fraktion, sie solle sich von "Gewalt gegen Kulturgüter" distanzieren. Dazu liefern sie in Anzug mit Band und Mütze vor dem Büro der Abgeordneten auf, trugen ein Banner mit der Aufschrift: "Frau Engel, distanzieren sie sich von der Gewalt gegen Kulturgüter!" Ein Foto davon veröffentlichte der Dachverband auf seiner Facebookseite. Dort verwesit er darauf, dass von Engel und ihrer Abgeordneten-Kollegin Madeleine Henfling (Grüne), Sprecherin der Landtagsfraktion für Strategien gegen Rechtsextremismus, "burschenschaftsfeindliche Vorträge" organisiert wurden seien. "Die linken und feministischen Symbole, mit denen Ehrenhof und Burschenschaftsdenkmal beschmiert wurden, sind vor diesem Hintergrund sicher rein zufällig", heißt es. 

Im benachbarten Seebach sind an diesem Wochenende zahlreiche Mitglieder zum sogenannten Burschentag versammelt. Eisenach ist die Heimstatt der Burschenschaften. 

Zu der Burschenschafter-Aktion verschickten gestern Abend Kati Engel und Madeleine Henfling eine Mitteilung, in der sie deutlich machen, dass die von ihnen organisierte Vortragsreiche "Rassistisch/Sexistisch/Elitär - Ein kritischer Blick auf die Deutsche Burschenschaft" nun in "verleumderischer Art und Weise" mit der Sachbeschädigung in Verbindung gebracht werde. Wer bei den Vorträgen gewesen sei, werde feststellen, "dass dort vor allem aufgeklärt und über die rechtsextremen Entwicklungen und Strömungen innerhalb der Burschenschaften diskutiert wurde." Die Abgeordneten empfehlen den Verbandsmitgliedern, dass sie sich mit der "rechtsextremen Ausrichtung befassen" und "von einem geschichtsverklärenden und chauvinistischen Weltbild" lösen sollten.

Engel und Henfling haben darüber hinaus eine Kopie des Facebook-Eintrages der Burschenschaft versendet, mit der sie deutlich machen wollen, wie die Linke-Landtagsabgeordnete online attackiert wird. Die Kopie zeigt das benannte Foto der Burschen-Aktion und teilweise grob beleidigende Kommentare. Auf der Facebook-Seite der Burschenschaft waren diese am Abend nicht (mehr?) zu finden. 

Unterstützung bekommen die Burschenschafter indes von der Seite der AfD. Landtagsfraktionschef und Landesverbandsvorsitzender Björn Höcke reagierte auf die Aktion ebenfalls und forderte engel dazu auf, sich von der Sachbeschädigung zu distanzieren, die einen Tag nach dem benannten Vortrag stattgefunden habe. Für Höcke ist klar, wie er in einer Mitteilung deutlich machte, dass es töricht sei, von "einem Zufall zwischen der Vortragsveranstaltung und dem Farbanschlag" auszugehen. Der AfD-Politiker forderte von der Polizei zwingende Aufklärung. "Es sind immer die gleichen Personen, die Schwierigkeiten damit haben, dich glaubhaft und konsequent von linksextremistischen Organisationen und Taten zu distanzieren", so Höcke. Er hatte der Deutschen Burschenschaft für die Tagung in Seebach ein Grußwort zukommen lassen, worin er nach eigenen Worten Unterstützung zusagt.

Dass die Burschen im sozialen Netzwerk ihren Eintrag mit den Worten "Burschen heraus" beenden, kommentieren die beiden Landtagsabgeordneten indes so: "es wäre besser, die Burschen denken erst einmal nach, bevor sie heraus kommen. Nötig hätten sie es."

Artikel von der TLZ Thüringer Landeszeitung / Teil Thüringen vom 21. Mai 2016 / Redakteur Fabian Klaus

 

 

Farbschmierer sollen gefunden werden

Ob 5000 Euro genug Anreiz sind, einen Hinweis zu geben, der zur Ermittlung des oder der Täter führt, die das Burschenschaftsdenkmal gerade mit Farbe beschmiert haben? Der Denkmalerhaltungsverein, der diese Summe zur Ergreifung der Täter ausgesetzt hat, weiß es nicht, hofft aber, dass damit Hebel in Bewegung gesetzt werden.

Heute beginnen die Verhandlungen des viertätigen Deutschen Burschentages in Eisenach und Seebach. Am Freitagabend wollen Hunderte Burschenschafter am Denkmal ihren Festakt samt Fackelzug und Totengedenken abhalten. Bis dahin sollen die Schmierereien entfernt sein. Einige Leute haben zwischen dieser Aktion und anderen Schmierereien etwa auf dem Areal der ehemaligen Synagoge Gemeinsamkeiten ausgemacht und machen dies vor allem an der rosa Leuchtfarbe fest. Das allerdings ist ebenso Spekulation wie sie von rechtsradikalen Kreisen verlautet wird, die Linke als mutmaßliche Täter ausgemacht haben.

Jedenfalls befeuert das alles die Auseinandersetzung der Linken mit den Burschen. Letztere müssen sich gefallen lassen, dass die Eisenacher Bündnis gegen Rechts sich ob der vermeintlichen Bildungslücken eines "Maulwurfes" bei einer Info-Veranstaltung in Seebach auf die Schenkel klopft. Erst recht, als dieser im dem Moment die Veranstaltung verließ, da man ihm das Wort erteilte.

Artikel aus der Thüringer Landeszeitung Eisenach / 19. Mai 2016 / Redakteur Jensen Zlotowicz

Denkmalerhaltungsverein fordert Regress

Eisenach. Der Denkmalerhaltungsverein Eisenach (DEV) verurteilt den mutmaßlich von Linksextremisten verübten Farbanschlag auf das Burschenschaftsdenkmal und das Ehrenmal für die beiden Weltkriegen gefallenen Burschenschafter (wir berichteten). Die Tat sei ein "barbarischer Angriff auf das nationale Kulturerbe und auf die Identität Eisenachs". Der DEV werde alles daran setzen, um die Schäden schnellstmöglich zu beseitigen und die Identifizierung der Täter zu unterstützen. 

"Das Burschenschaftsdenkmal steht nicht nur für Einheit und Freiheit in Deutschland es ist auch ein bei Bürgern und Touristen gleichermaßen beliebtes Wahrzeichen der Stadt", erklärt der Vorsitzende des DEV, Thomas Mayer-Steudte. Zahlreiche Eisenacher Bürger engagierten sich im Verein dafür, das Denkmal zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der DEV erwarte deshalb von der Politik in Stadt und Land ein klares Zeichen der Verurteilung für diesen Akt des Vandalismus.

Meinungsterror müsse auf die entschiedene Zurückweisung durch alle Demokraten treffen, fordert Mayer-Steudte. Von der Denkmalschändung zur offenen Gewalt gegen Personen sei der Weg nicht weit, wie die von den Tätern hinterlassenen Parolen und Gewaltaufrufe nahelegten, findet er. Insbesondere das sogenannte "Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach" und die Grünen-Politiker Madeleine Henfling und Rüdiger Bender, die derzeit mit einer Veranstaltungsreihe pauschal Stimmung gegen Burschenschafter machten, müssten sich von den Gewalttätern distanzieren.

Nachdem der Tatort durch das Staatsschutz-Kommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Gotha bereits freigegeben wurde, will der Denkmalerhaltungsverein Eisenach die Beseitigung der Spuren sofort nach den Pfingstfeiertagen in Angriff nehmen. Für den entstandenen Schaden plant der Verein, die Täter in Regress nehmen.

Artikel aus der Thüringer Landeszeitung Eisenach / 18. Mai 2016 / Redakteur unbekannt

Denkmal-Erhaltungsverein verurteilt Tat an der Göpelskuppe. Bündnis gegen Rechts kritisiert Tagungsort in Seebach

Eisenach. Im Vorfeld des Treffens der Deutschen Burschenschaft in Seebach und Eisenach kommendes Wochenende hat es vor Pfingsten zum Teil großflächige Beschmierungen am Eisenacher Burschenschaftsdenkmal und am Mahnmal an der Göpelskuppe gegeben (unsere Zeitung berichtete). Mit gelber und rosa Farbe wurden unter anderem Slogans wie "Burschis boxen" oder "Keine Opfer, sondern Täter" aufgesprüht. 

Die Kriminalpolizei prüft derzeit laut Polizeisprecherin Susanne Schmidt, ob es sich bei der Sachbeschädigung um eine politisch motivierte Straftat handelt. 

Der Denkmalerhaltungsverein Eisenach hat sich am Dienstag zu Wort gemeldet und den Farbanschlag scharf verurteilt. Der Verein werde laut einem Sprecher alles daran setzen, um die Schäden schnellstmöglich zu beseitigen und die Identifizierung der Täter zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung.

Für den Denkmalerhaltungsverein kommen die mutmaßlichen Täter aus der linksradikalen Ecke. Die Tat sei ein "barbarischer Angriff auf das nationale Kulturerbe", erklärte der Verein und fordert, dass sich die Politik deutlich von solchen Straftaten distanzieren müsse.

"Das Burschenschaftsdenkmal steht nicht nur für Einheit und Freiheit in Deutschland, es ist auch ein beliebtes Wahrzeichen der Stadt!, erklärte am Dienstag der Vereinsvorsitzende, Thomas Mayer-Steudte.

Zahlreiche Eisenacher engagieren sich laut Mayer-Steudte im Verein dafür, dieses Denkmal zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Man erwarte deshalb von der Politik in Stadt und Land ein klares Zeichen der Verurteilung für diesen Akt des Vandalismus. 

"Meinungsterror muss auf die entschiedene Zurückweisung durch alle Demokraten treffen", fordert Mayer-Steudte. Nach Ansicht des Vereins sollten sich auch das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach und die zwei Grünen-Politiker Madeleine Henfling und Rüdiger Bender von den Gewalttätern distanzieren. Das Bündnis hatte zusammen mit den Landespolitikern im Vorfeld des DB-Treffens in Seebach zu Vortragsveranstaltungen eingeladen, in denen die Deutsche Burschenschaft kritisch beleuchtet wird.

Der Denkmalerhaltungsverein erklärte weiter, er wolle die Beseitigung der Spuren nun sofort in Angriff nehmen. Für den Schaden plane der Verein, die Täter in Regress nehmen.

Zu Wort meldete sich am Dienstag auch das Bündnis gegen Rechtsextremismus mit dem Bekenntnis, sich auch in diesem Jahr gegen die Versammlung der Deutschen Burschenschaft (DB) zu wenden. Zwar habe die Stadt Eisenach den Mietvertrag mit der DB nicht verlängert und auch die Wartburg-Stiftung reagierte, sodass das Treffen auf dem Burghof nicht möglich wird. Jedoch tage die DB in diesem Jahr im Kulturhaus Seebach, bedauerte Sebastian Krieg vom Bündnis. 

"Dass in dessen Geschichte an dieser Stelle schon Zwangsarbeiter infolge des Nationalsozialismus, dessen völkische Elemente sich bis heute in der Deutschen Burschenschaft wiederfinden, untergebracht wurden und leiden mussten, gibt dem Veranstaltungsort einen zusätzlichen makabren Anstrich", sagt Krieg. Für die Menschen in der Wartburgregion sollte das Klubhaus ein Ort der Erinnerung an die Zwangsarbeiter sein.

Ebenso kritisiert das Bündnis - eine Vereinigung aus Vertretern der demokratischen Parteien, Initiativen und Mitgliedern der evangelischen Kirche - , dass Björn Höcke (AfD) als Redner eingeladen wurde. Dies zeige die Bereitschaft der DB, die politische Ideologie der AfD und die rechte Tradition der Burschenschaft und Gemeinsamkeiten zu prüfen. "Ein Schulterschluss der intellektuellen Rechten und der traditionalistisch rechten Deutschen Burschenschaft wäre die fatale Folge. Für uns als Bündnis gegen Rechtsextremismus sind es genau die Gefährdungen der demokratischen Kultur, denen wir uns entgegenstellen", so Krieg im Namen seiner Mitstreiter. Das Bündnis fordert die Bürger aus Eisenach und Seebach und die Gemeindeverwaltung auf, sich kritisch mit den Burschen auseinanderzusetzen. "Es täte der ganzen Region und uns allen gut", findet Krieg.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus Eisenach will mit seinen Wortmeldungen nach eigenen Angaben "den Finger in Wunden legen und demokratische Aufklärungsarbeit leisten".

Artikel aus der Thüringer Allgemeine / Eisenacher Lokalseite vom 18. Mai 2016 / Redakteurin Katja Schmidberger

Die Langemarck-Gedenkstätte wurde mit Farbsprays beschmiert, der Eingang des Burschenschaftsdenkmals mit Farbbeuteln beworfen.

Das Kommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Gotha nahm die Ermittlungen auf

Eisenach. In der Nacht zu Freitag ist das Gelände des Eisenacher Burschenschaftsdenkmal an der Göpelskuppe von Vandalen heimgesucht worden. "Der Eingangsbereich des Burschenschaftsdenkmals ist mit Farbbeuteln beworfen worden", bestätigt Kriminaldirektor Matthias Kehr. Zudem sind die Natursteinwände der Langemarck-Gedenkstätte, die an die Toten der verlustreichen militärischen Auseinandersetzung während des Ersten Weltkrieges beim belgischen Ort Langemarck erinnert, großflächig mit Parolen beschmiert worden. Dazu wurde Farbspray in Rosa verwendet. "Wir stufen das als politisch motivierte Sachbeschädigung ein", fährt der Kriminaldirektor fort. Die Ermittlungen nahm das Kommissariat Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Gotha auf. Für gut drei Stunden musste gestern Vormittag das Burschenschaftsdenkmal für den Besucherverkehr gesperrt werden. Kehr bestätigte, dass ein Fährtenhund zum Einsatz kam. Aus ermittlungstaktischen Gründen hüllt sich Matthias Kehr in Schweigen, bis zu welcher Stelle die Fährte von dem Vierbeiner verfolgt werden konnte. 

Die Beseitigung der Schmierereien soll am Dienstag nach Pfingsten von einer Spezialfirma erfolgen.

"Besonders erschreckend ist hierbei, dass der Vorhof, der zur Erinnerung an die Gefallenen und Ermordeten der Studentenschaft dient, mit Farbe beschmiert wurde", heißt es in der Stellungnahme der Deutschen Burschenschaft. Aufgrund der aufgesprühten Texte und Symbole vermutet die Burschenschaft, dass die Täter dem linksextremen Milieu zuzuordnen seinen. "Wir fordern die thüringische Landesregierung dazu auf, das Kulturerbe des Landes vor Vandalismus zu schützen und dem gewaltbereiten politischen Extremismus entschieden entgegenzutreten", heißt es in der Presseerklärung der Burschenschaft. Am Tatort sei ein Faltblatt gefunden worden, das für die Veranstaltung "Ein kritischer Blick auf die Deutsche Burschenschaft" des Eisenacher Wahlkreisbüros "RosaLuxx" warb. Diese fand am Abend vor der Entdeckung der Schmierereien in Eisenach statt. Der Vortrag mit Rüdiger Bender (Grüne) findet am 17. Mai im Seebacher Clubhaus ein zweites Mal statt. 

"Trotz der feigen Attacke auf ein Wahrzeichen der deutschen Geschichte wird die Deutsche Burschenschaft weiterhin unbeirrt in Eisenach tagen und feiern", schreibt die Deutsche Burschenschaft in ihrer Presseerklärung.

Artikel aus der Thüringer Landeszeitung / Eisenacher Lokalseite vom 14. Mai 2016 / Redakteur Norman Meißner

Mehr Bilder zum Farbanschlag finden Sie in der Rubrik Pressemitteilung.

 

 

Burschenschaft und Denkmalverein vereint 

Eisenach. Die Deutsche Burschenschaft (DB) hat in Zusammenarbeit mit dem Denkmalerhaltungsverein Eisenach ein offizielles Sekretariat in Eisenach (Löberstraße 14) eröffnet. Damit kehre die DB an jenen Ort zurück, der für die damit einhergehende Geschichte Deutschlands von Bedeutung ist, heißt es in einer Information.

Zusätzlich zum Burschenschaftsdenkmal, dem angeschlossenen Berghotel sowie der Wartburg entstehe mit dem Sekretariat ein weiterer wichtiger Standort für die burschenschaftliche Bewegung.

Der Denkmalerhaltungsverein (DEV) realisiere mit der Eröffnung des Sekretariats sein schon immer verfolgtes, aber im Alleingang nicht zu stemmendes strategisches Ziel, mit einem ständigen Büro in Eisenach vertreten zu sein. Für den DEV sei das nicht nur ein Schritt zu einer effizienteren und schnelleren Verwaltung und zur Vermeidung von Reibungsverlusten, sondern auch ein Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Eisenach. 

Neben den üblichen Verwaltungsaufgaben, die fortan von Eisenach aus gesteuert werden, ist mit dem Sekretariat auch eine Stelle geschaffen wurden, die Auskünfte erteilen und für Bürger zum Ansprechpartner werden kann. Verein und Verband wollen sich Bürgern und Besuchern der Stadt weiter öffnen. Die DB werde ihren Sitz mittelfristig nach Eisenach verlegen, hieß es.

Artikel aus der Thüringer Landeszeitung Eisenach vom 13. Mai 2016 / Redakteur unbekannt

 

 

Keine Protestveranstaltungen zum Deutschen Burschentag in diesem Jahr "bedeuten jedoch keine Tolerierung"

Eisenach. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus, zu dem Parteien, Institutionen und Einzelpersonen gehören, hat sich laut einer Pressemitteilung nochmals mit dem Treffen der Burschenschaften in Eisenach befasst. Gegen das Treffen gab es in diesem Jahr erstmals seit längerem keine Gegendemonstration oder ähnliche Aktionen (wir berichteten). "Das bedeutet jedoch keine Tolerierung: Die Deutsche Burschenschaft ist in Eisenach nicht willkommen!", schreibt das Bündnis.
Dessen Mitglieder "werden überkommenen und menschenfeindlichen Ansichten nicht akzeptieren, auch wenn sie durch die Burschenschaftler an nur einem Wochenende im Jahr in die Stadt getragen werden". Das Bündnis sehe seine Aufgabe in der Aufklärung darüber, "welche Gesinnung hinter dem bunten Treiben der Burschenschaft steckt und wo ihr Platz in der deutschen Geschichte ist." Man sei trotz fehlendem öffentlichem Protest überzeugt, "dass alle Formen des Widerstandes gegen die rechten Burschenschaften zu nehmend Wirkung zeigen".

Die Burschen sei erneut nicht nur die Feier auf der Wartburg verwehrt geblieben, auch die Aßmann-Halle dürften sie ab 2017 nicht mehr nutzen. Städte wie Marburg und Innsbruck gingen zunehmend auf Distanz zur Deutschen Burschenschaft, aus der immer mehr moderate Verbände austreten würden.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus werde die Entwicklungen beobachten und "weiterhin Ewiggestrigen der Deutschen Burschenschaft die Stirn bieten".

Kommentierung durch den Eisenachbeauftragte der Deutschen Burschenschaft:

"Die Deutsche Burschenschaft ist in Eisenach nicht willkommen", mit diesem einseitig plumpen Populismus versucht sich das Bündnis gegen Rechtsextremismus in Szene zu setzen. Wenn ich mich als Eisenacher Bürger in der Stadtbevölkerung umhöre, kann ich mir, wie andere auch, selber ein Bild von der Stimmungslage verschaffen. Die meisten Menschen dieser Stadt stehen dem alljährlichen Burschentag neutral bis positiv gegenüber und sind ausgesprochen freundlich zu seinen Besuchern.   Wer den Burschenschaften "menschenfeindliche Ansichten" unterstellt wie der Redakteur Jörg Heise, ignoriert, dass es sich bei der burschenschaftlichen Bewegung seit 1815 um die älteste demokratische Bewegung in Europa handelt, die explizit Wert auf den einzelnen demokratisch agierenden Menschen legt.

Wo der Platz der Deutschen Burschenschaft in der Geschichte ist, muss sicherlich nicht ein Mitglied des Bündnisses gegen Rechtsextremismus erklären. Die Deutsche Burschenschaft ist sich ihrer herausragenden Rolle als Initiator und Treiber der demokratischen Bewegung im 19. Jahrhundert, wie auch in der Gegenwart, sehr wohl bewusst.

Eine journalistische Sorgfaltspflicht scheint der Verfasser nicht zu kennen. Dies wirft ein schlechtes Bild auf Herrn Heise und  gleichzeitig auf die "Eisenacher Allgemeine", die diesen Beitrag offensichtlich unreflektiert übernommen hat, anstatt ihn als Zitat zu kennzeichnen.

Der Eisenachbeauftragte der Deutschen Burschenschaft

Stellungnahme zu der MDR-Dokumentation „Burschenschaften feiern in Jena 200.Geburtstag“
vom 12.6.2015

Die Dokumentation des MDR bedient sich des  erzählerischen Vehikels einer „Geschichte in der Geschichte“. Dadurch, dass sie eine Gruppe Studenten dazu instrumentalisiert, filmisch „den Burschen auf den Grund zu gehen“ glauben sie sich über jegliches journalistisches Sorgfalts- und Objektivierungsgebot hinwegsetzen zu können. Das tritt in verschiedenen meist harmlosen Fehlern, wie beispielsweise der Darstellung des Lützow´schen Freikorps oder der Vermengung von Burschenschaften mit Corps und sogar katholischen Verbindungen zutage und gipfelt dann aber in glatten Lügen.

So wird behauptet, wir würden als Dachverband keine Stellungnahme abgeben. Tatsächlich ist es aber so, dass ich (Medienreferent der Deutschen Burschenschaft) dem MDR zu „200 Jahre Burschenschaft“ ein ausführliches Interview gegeben habe. Ein kleiner Ausschnitt dieses Interviews ist auch am 30. Mai vom MDR ausgestrahlt worden. Der weitaus größere Teil, in dem ich auf die Frage antwortete, was die Burschenschaft denn in den 200 Jahren zustande gebracht hätte und dabei sehr ausführlich über die Leistungen der Burschenschaften für unsere demokratischen Verfassungen und die Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen berichtete, jedoch nicht. Dies dürfte dem Regisseur nicht ins Konzept gepasst haben und so hat er dies einfach unter den Tisch fallen lassen und hat lediglich den Teil des Interviews mit der Frage, was wir zu den Vorwürfen des Rechtsextremismus sagen, in gekürzter Form  in dem Bericht vom 30. Mai verarbeitet.

Auch bei den befragten „Experten“ kamen ausschließlich „bekennende Linke“ und Alexandra Kurth, als „selbsternannte Expertin mit Nähe zum linken Hochschulspektrum“ zu Wort. Burschenschaftliche Historiker, insbesondere solche aus dem Bereich der burschenschaftlichen Geschichtsforschung, die Burschenschaften aus eigener Erfahrung und nicht nur vom Hörensagen kennen, wurden nicht einbezogen.

Einerseits werden die Verdienste der Burschenschaften um die Nationswerdung Deutschlands und auch um die demokratischen Errungenschaften gewürdigt. Dann wird, ansatzlos und ohne jede Begründung behauptet, Burschenschaften hätten sich Anfang des 20. Jahrhundert „gewandelt“ und nach rechts orientiert und sie hätten diese Denkrichtung bis heute beibehalten. Diese hanebüchene Behauptung kann nicht mehr mit Wissensdefiziten erklärt werden, sondern nähert sich durch die Ignoranz der Wahrheit dem Bereich der Verleumdung.

Erkennbar ist in dem Filmbeitrag vom 12.6. auch wiederum der Versuch, einen Keil zwischen die Burschenschaften zu treiben. Am Beispiel von Normannia Jena, die eine verbandsfreie Burschenschaft ist (merke: der Begriff „Burschenschaft“ ist nicht geschützt) und mit der Deutschen Burschenschaft NICHTS zu tun hat, wird darauf hingewiesen, dass der Dachverband so rechtsradikal wäre, dass die „guten“, liberalen Verbindungen zum Austritt „gezwungen“ worden wären; auch dies eine wohl bewußt inszenierte Lüge.

Insgesamt reiht sich der MDR mit diesem Filmbeitrag in die lange Reihe derjenigen ein, die Geschichte ignorieren, schlecht recherchieren, die journalistische Sorgfaltspflicht außer Acht lassen und linkspolitisch motiviert die Burschenschaften diskreditieren. Mit einem Wort: schlechte Demokraten und fahrlässig handelnde Journalisten!

Um den Filmbeitrag zu sehen, klicken Sie bitte auf folgenden Link:
http://www.mdr.de/tv/programm/video276870.html


W.T.

Etwa 400 Angehörige von Burschenschaften haben sich am Freitagabend in Eisenach versammelt. Am Burschenschaftsdenkmal erinnerten die Mitglieder der umstrittenen Deutschen Burschenschaft (DB) an die Gründung der Ur-Burschenschaft vor 200 Jahren. Erstmals seit Jahren waren nach Angaben der Eisenacher Stadtverwaltung keine Proteste gegen den Burschentag angemeldet worden.

Nach Angaben des Sprechers der Deutschen Burschenschaft, Torben Braga, gibt es trotz der internen Streitigkeiten in den vergangenen Jahren einen Mitgliederzulauf bei den Vereinigungen. Die in der DB als Dachverband organisierten Burschenschaften waren in den vergangenen Jahren massiv in die Kritik geraten. Ihnen war vorgeworfen worden, nicht konsequent genug gegen rechtsextreme Strömungen in den eigenen Reihen vorzugehen. Zahlreiche Studentenverbindungen waren in der Folge aus der DB ausgetreten. Derzeit sind in dem Verband rund 120 Vereinigungen mit etwa 10.000 Mitgliedern aus Deutschland und Österreich organisiert.

Kommentierung durch den Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft:

Im Originalfernsehbeitrag, der leider nicht mehr abrufbar zu sein scheint, wurde der Fackelzug gezeigt und Interviews mit OB Katja Wolf und mir gegenübergestellt. Es ging in dem Bericht nur um die Frage, ob die Burschenschaften rechtsextrem, oder „nur“ konservativ wären. Frau Wolf beklagte sich, dass sie von uns persönlich in NPD-Diktion angegriffen wurde. Sie bezog sich dabei auf unsere Pressemeldung, in der wir aufgezeigt hatten, dass sie die Stadt wirtschaftlich herunterwirtschaftet und mit dem Versuch uns aus Eisenach zu vertreiben, dies noch weiter tun würde. Zudem haben wir ihr mangelndes Demokratieverständnis vorgeworfen, weil sie die Grundrechte auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit missachte.

Ich habe den Vorwurf der Rechtsextremität zurückgewiesen und mich zu konservativen Werten bekannt. Auf die Frage nach einem Beispiel für diese konservativen Werten habe ich angeführt, dass wir nach wie vor das traditionelle Familienmodell mit Vater, Mutter, Kinder hochhalten und mit den neuerdings hochgespielten gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, die immer mehr der traditionellen Familie gleichgestellt werden, nichts am Hut hätten.
W.T.


Zu diesem Fernsehbeitrag gab es eine Reihe von Meinungsäußerungen, die zu 90 % positiv für uns waren. Exemplarisch sei folgender hier wiedergegeben:

Joe Kraistein: Wieder einmal schafft es der MDR nicht, über seine ideologischen Gräben zu springen und einen, zumindest um Neutralität bemühten Kurzbeitrag zu produzieren. Besonders deutlich wird dies, wenn die Worte der Linken-OB quasi als O-Ton übernommen und die Ansichten des DB-Pressesprechers mit Zwang widerlegt werden müssen. Besonders amüsant fand ich den Versuch, das Lied der Deutschen dadurch zu diskreditieren, dass es über das Singen der 1841(!) verfassten Zeilen hieß, dass dort ein Deutschland besungen werde, dass im Dritten Reich "Großdeutschland" hieß. Man mag von der DB halten, was man will und es mag durchaus sein, dass es einzelne Burschenschafte(n/r) gibt, welche rechtsextrem sind. Einen Dachverband und die Gesamtheit seiner Mitglieder unter Generalverdacht zu stellen, offenbart aber eine Pluralismusunfähigkeit, wie sie einer Demokratie nicht unwürdiger sein könnte.

Die Rednerliste des Deutschen Burschentags belegt eindrücklich einen Rechtsruck unter den Burschen. Öffentlicher Protest bleibt weitgehend aus. von Tilman Steffen

Wenn die Deutsche Burschenschaft sich dieses Wochenende im thüringischen Eisenach versammelt, wird sie weitgehend unbehelligt bleiben. Erstmals haben Gegner des ultrakonservativen Dachverbands nicht zum öffentlichen Protest aufgerufen. Das Bündnis gegen Burschentage in Eisenach hatte seit 2011 den Widerstand organisiert, diesmal beließen die Gegner es bei einem offenen Brief, verbunden mit dem Vorwurf, in Eisenach nicht willkommen zu sein. Lediglich die Thüringer Linkspartei forderte, solange die Burschenschaftler nach Eisenach pilgerten, solange müsse man "dem reaktionären Treiben nationalistischer Männerbünde" entgegentreten.

Einer der Gründe für das Ausbleiben des Protests ist die anhaltende Schwäche des rechtslastigen Dachverbands. Seit 2008 reduzierte sich die Zahl der Mitgliedsbünde auf weniger als 70 – eine Entwicklung, die zunächst wenig Grund zur Sorge ist. Und wegen des öffentliches Protests in früheren Jahren und wegen mehrerer rechtsextremistischer Vorfälle und Skandale um Burschenschaftsfunktionäre kündigte die Stadt Eisenach an, den Burschen den Mietvertrag für die städtische Veranstaltungshalle nach 2017 nicht zu verlängern. Bürgermeisterin Katja Wolf von der Linkspartei erhielt dafür von einer Erlanger Burschenschaft die Drohung, ihre Tage seien gezählt. Die Wartburg-Stiftung versagte den Burschen 2014 erstmals den symbolträchtigen Marsch auf die Wartburg – wo die Farbenträger gern das Deutschlandlied sangen. So blieb auch das  Medieninteresse an der Pressekonferenz zum diesjährigen Burschentag marginal.

Für die Deutsche Burschenschaft ist ausgerechnet der 200. Jahrestag der Gründung der ersten Burschenschaft in Jena ein Rückschlag. Zu den Feierlichkeiten in der thüringischen Universitätsstadt am 12. Juni wurden ihre Mitgliedsverbände nicht eingeladen, lediglich die Vorsitzende sei in Jena vertreten, sagt Pressesprecher Walter Tributsch. Deshalb erklärte der Verband den traditionellen Burschentag in Eisenach kurzerhand zu einer eigenen Gründungsgedenkfeier und organisierte ein eigenes Symposium.
Zwar gibt sich die Burschenschaft noch immer optimistisch: Laut deren Pressesprecher Walter Tributsch wird man sich "nicht aus Eisenach vertreiben lassen". Wegen der gesunkenen Teilnehmerzahl ist das Plenum in der Eisenacher Aßmann-Halle jedoch dieses Jahr überschaubar. Ende der neunziger Jahre traten hier noch Politiker wie Helmut Kohl auf, wie das Blog Burschenschafter gegen Neonazis erinnert. Der Eisenacher Oberbürgermeister von der SPD hielt jahrelang Grußworte auf dem Treffen.

Dieses Jahr kündigt die Burschenschaft den rechten Publizisten Götz Kubitschek an, ein Vertreter der Bewegung Neue Rechte und ihres Anhängsels Identitäre Bewegung, die vor einer angeblichen Islamisierung Europas warnt. Kritikern gilt Kubitscheks Auftritt als Beleg für einen weiteren Rechtsruck des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft. Hinzu kommt: Nicht nur die AfD ging zu dem Herausgeber der konservativen Zeitschrift Sezession auf Distanz: Sie lehnte im Februar Kubitscheks Mitgliedsantrag ab. 2014 hatte Amazon Bücher von Kubitscheks Verlag Antaios aus dem Sortiment genommen.

Als weiteren Redner hat der Verband den ehemaligen FPÖ-Spitzenpolitiker Wilhelm Brauneder eingeladen, ehemals österreichischer Nationalratspräsident.

Ansonsten dominieren die üblichen Programmpunkte die Tagung: Das jährliche Totengedenken, ein Festakt am Burschenschaftsdenkmal und ein Fackelzug zum selben Ort – gezwungenermaßen, da die Wartburg nicht zur Verfügung steht.

Kommentierung durch den Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft:

Die Unwahrheiten des Artikels demaskierten sich selbst. Nicht eine  als „überschaubar“ herabwürdigend bezeichnete Teilnehmerzahl hatten wir dieses Jahr, sondern eine so große, wie schon seit Jahren nicht mehr.

Die Enttäuschung des Autors über die fehlenden Proteste versucht er dadurch zu kompensieren, dass er der Veranstaltung Bedeutungslosigkeit zuordnet.

Die Formulierung der Bürgermeisterin wäre von einer Erlanger Burschenschaft „gedroht“ worden, dass ihre Tage gezählt seien, sucht bewusst Anleihen aus dem Mafiamilieu. Gemeint war aber lediglich, dass jedes politische Amt in einer Demokratie ein zeitlich begrenztes ist.
W.T.

Die Burschenschaftsszene feiert in Thüringen ihr 200-jähriges Bestehen. In den vergangenen Jahren hatten viele Verbindungen ihren als rechts geltenden Dachverband verlassen - pünktlich zum Jubiläum sind sie nun offenbar wieder dabei.

In Eisenach haben Mitglieder der umstrittenen "Deutschen Burschenschaft" an die Gründung der Ur-Burschenschaft vor 200 Jahren erinnert. Mehrere Hundert Burschenschafter aus Deutschland und Österreich versammelten sich dazu am Burschenschaftsdenkmal der thüringischen Stadt. Erstmals seit Jahren waren nach Angaben der Stadtverwaltung Eisenach keine Proteste gegen den Burschentag angemeldet gewesen.

Am 12. Juni 1815 trafen sich Studenten der Universität Jena im Gasthaus "Grüne Tanne" und schlossen sich zu einer Verbindung zusammen. Als Patrioten verstanden sie sich. Ihr Ziel: Die Kleinstaaterei in Deutschland sollte überwunden werden. Ihnen folgten weitere Gründungen in vielen deutschen Städten.

Heute, 200 Jahre später, präsentiert sich die Bewegung tief gespalten. Viele Burschenschaften haben in den vergangenen Jahren den Dachverband "Deutsche Burschenschaft" verlassen. Doch pünktlich zu den Jubiläumsfeierlichkeiten sehen Vertreter des Dachverbandes die Szene der Verbindungsstudenten wieder zusammenrücken.

Ein Zeichen dafür sei, dass zu den Feierlichkeiten auch Vertreter von Verbindungen kämen, die zuletzt aus dem Dachverband ausgetreten seien, sagt Philip Stein, der stellvertretende Sprecher der "Deutschen Burschenschaft". In Eisenach will die "Deutsche Burschenschaft" unter anderem mit einem Festakt am Freitag an die Gründung der ersten Burschenschaft 1815 in Jena erinnern.

Noch vor zwei Jahren wollte der Verband bei einem Treffen in der Stadt über eine Art "Ariernachweis" diskutieren lassen und zeigte sich damit einmal mehr als stramm rechts. Bereits zwei Jahre zuvor war es zu einem Eklat gekommen. Es ging um die Frage, wer "deutsch" genug ist, um Burschenschafter zu sein. Konkret: ob eine Burschenschaft, die einen chinesischstämmigen Studenten aufgenommen hatte, dem Dachverband angehören darf.

Viele Studentenverbindungen waren aus Protest aus der "Deutschen Burschenschaft" ausgetreten. Gestritten wurde aber auch über das Andenken der Hitler-Attentäter vom 20. Juli um Graf von Stauffenberg. Einige Burschenschaften stehen zudem wegen enger Verbindungen in die rechtsextreme Szene in der Kritik.

Fechtkämpfe gehören dazu
Nach Angaben der "Deutschen Burschenschaft" sind derzeit noch etwa 120 Vereinigungen mit zehntausend Mitgliedern aus Deutschland und Österreich in dem Dachverband organisiert, darunter 75 Burschenschaften. Anders als viele andere Studentenverbindungen sind Burschenschaften farbentragend, kleiden sich also zu offiziellen Anlässen in kämpferisch anmutende Uniformen. Viele Burschenschaften sind zudem schlagend. Das heißt: Fechtkämpfe gehören fest mit zum Verbindungsleben.

"Die Burschenschaftsbewegung war von Anfang an sehr heterogen bis hin zu Formen des politischen Extremismus", sagt der Würzburger Historiker Matthias Stickler. "Heutzutage gibt es mehr Burschenschaften außerhalb als innerhalb der Deutschen Burschenschaft." Die Mitgliederzahl habe sich seit den Sechzigerjahren drastisch verringert.

In den Nachkriegsjahren - damals wurden viele Studentenverbindungen in Westdeutschland neu gegründet - sei die Szene liberal-konservativ dominiert gewesen, erklärt der Historiker. In den Schzigerjahren habe es mit der Aufnahme der österreichischen Burschenschaften einen "Rechtsruck" gegeben. "Für viele Verbindungen wurde es mit der Zeit rufschädigend, in einem solchen Verband zu sein. Die schweigende liberal-konservative Mehrheit hat mit Austritten reagiert."
bkr/dpa

Kommentierung durch den Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft:

Dieser Beitrag ist für Spiegel-online geradezu als „knapp an der Wahrheit“ anzusehen. Er geht allerdings auf die Aussendung der Deutschen Presseagentur (dpa) zurück und wurde nur um einige wenige, diskriminierende Passagen ergänzt.
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Vor 200 Jahren gründeten Studenten so genannte Burschenschaften. Die akademischen Männerbünde erinnern auf dem Burschentag in Eisenach an das Jubiläum und versuchen, rechtskonservativen Extremen entgegenzuwirken.

Frauen haben nach wie vor keinen Zutritt zu den geschlossenen Vereinigungen. Es wird gut getrunken und beim Fechten mit scharfen Waffen, der traditionellen Mensur, fließt auch schon mal Blut. Die Wunden im Gesicht werden "Schmiss" genannt und stolz präsentiert. Fast 90 Prozent der Burschenschaften halten aktuell an diesem Ritual fest. Bei den Zusammenkünften in oft altehrwürdigen Clubhäusern sitzen die Mitglieder in Uniformen mit farbigen Schärpen und Kappen beisammen, singen alte Lieder und verfolgen Rituale, die sie wie Geheimbünde wirken lassen.

Ihre Wurzeln haben diese Burschenschaften im Jahr 1815, als Studenten sich zusammenschlossen und nach den Kriegen Napoleons der Zersplitterung Deutschlands entgegen treten wollten. Viele Freiheitsrechte wurden von Burschenschaften zum ersten Mal gefordert und beschworen- sie trugen mit zur Revolution von 1848 bei. Berühmte Persönlichkeiten gehörten der Bewegung an. Darunter der patriotische Dichter Heinrich Heine und der Komponist Robert Schumann. Viele der heutigen Studenten beeindruckt die Geschichte. Sie loben zudem den einzigartigen Zusammenhalt und sehen in den Burschenschaften einen Bund für das Leben, auf den man sich in einer immer hektischeren Welt im Wandel einfach verlassen könne.

Heftige Kritik
Doch die Anhänger der studentischen Verbindungen müssen sich immer wieder mit den Vorwürfen von Kritikern auseinandersetzen. Danach seien nicht wenige Mitglieder in den Burschenschaften rechtsextrem und rassistisch eingestellt. Der Verfassungsschutz beschäftigte sich mit der Burschenschaft Germania. Die Polizeigewerkschaft setzte sich für eine stärkere Beobachtung ein, nachdem Burschenschaften diskutierten, wie "deutsch" ein Student sein müsse, um Mitglied in einer Verbindung werden zu können.

Die Bundesregierung musste auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Ulla Jelpke reagieren und beantworten, inwieweit Kontakte zu rechtsextremen Personen oder Organisationen existieren. Die Antwort: Nur vereinzelt.

Burschenschaften rücken 2015 wieder enger zusammen
Vor zwei Jahren setzten sich Burschenschaften mit dem Vorwurf auseinander, sie seien doch von Neonazis unterwandert. Es kam zu einem Rechtsstreit. 26 der heute noch 75 Mitgliedsburschenschaften traten aus dem Dachverband aus. Aufgrund dieser Entwicklung hielt der Stiftungsrat der Wartburg die historische Anlage in diesem Jahr zum wiederholten Male für die Deutsche Burschenschaft verschlossen.

Neuer Kurs
Auf dem Burschentag 2015 in Eisenach wird jetzt eine Art politischer Befreiungsschlag versucht.

Walter Tributsch: "Mehr außenpolitisches Engagement"

"Wir wollen Anwalt der Jugend in Europa werden", sagt Walter Tributsch vom Dachverband Deutsche Burschenschaft. Eine Petition an EU-Parlament und EU-Kommission sei eingereicht. Damit wolle man sich für einen eigenen EU-Jugendkommissar einsetzen. "Die hohe Jugendarbeitslosigkeit und die Probleme mancher Akademiker in europäischen Ländern ist erschreckend". Nicht nur eine nationalkonservative Haltung, sondern andere Grundwerte der Burschenschaften sollen künftig in den Vordergrund gestellt werden. "Es geht um Meinungsvielfalt und den Wunsch nach europäischer Einheit", so Tributsch. Inzwischen gibt es in vielen deutschen Burschenschaften einen wachsenden Anteil von Studenten internationaler Herkunft. Für eine vorurteilsfreiere Bewertung soll das zukünftig deutlicher gemacht werden.

Bereits 1815 hatten sich Burschenschaften dafür eingesetzt, Handelsschranken zu überwinden, die Leibeigenschaft aufzuheben und eine liberale Verfassung einzuführen. "Wir waren und sind modern" gibt sich Tributsch zuversichtlich und betont den studentischen Freigeist, der bereits 1817 auf der Wartburg die Überwindung der Kleinstaaterei forderte. Auf keinen Fall wolle man sich in Eisenach wieder mit Diskussionen beschäftigen wie "Antigermanismus" und "Abstammung" und "Deutschfeindlichkeit". "Wir haben nichts dagegen, wenn man uns als konservativ bezeichnet. Aber wir sind gegen jede Form von Rechtsextremismus" – so äußern sich auch Vertreter weiterer Studentenverbindungen in Eisenach.

Auf dem Burschentag werden rund 800 von insgesamt 10.000 Mitgliedern in 120 Vereinigungen erwartet. Trotz des "Modernisierungskurses" ist ein Festakt mit Fackelzug und Totengedenken geplant. Protestaktionen gegen Burschenschaften hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Sie werden nach Einschätzung der Veranstalter in diesem Jahr weitgehend ausbleiben.

Kommentierung durch den Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft:

Abgesehen von einigen sachlichen Unschärfen und den obligaten Rechtsextremismusvorwürfen ist der Bericht relativ neutral. Es wurde vor allem, im Unterschied zu anderen Berichten, verhältnismäßig viel von dem mit einbezogen, was ich in dem Interview gesagt hatte.
W.T.


Die Deutsche Burschenschaft darf zu ihrem Jahrestreffen auch diesmal die Wartburg nicht für offizielle Veranstaltungen nutzen. Das bestätigte Kerstin Böttger von der Wartburgstiftung am Dienstag auf Anfrage. Im vorigen Jahr blieb den Burschenschaften die Burg erstmals für ihre Feierlichkeiten verwehrt. Begründet wurde dies damit, dass der Dachverband aufgrund vieler Abspaltungen nicht mehr repräsentativ sei. Zudem weise die Deutsche Burschenschaft zunehmend politische Tendenzen auf. Für parteinahe Veranstaltungen dürfe die Burg aber nicht genutzt werden.

Die Burschenschaften feiern in diesem Jahr den 200. Jahrestag der Gründung der Urburschenschaft in Jena. Freitag steht der Fackelzug am Burschenschaftsdenkmal samt Totengedenken auf dem Plan, am Samstagabend der Festkommers in der Werner-Aßmann-Halle. Zunehmend wendet sich aber die Stadt von ihnen ab. Der Vertrag für die Nutzung der Halle als Tagungsort läuft 2017 aus. Touristiker, die vor Jahren noch auf den wirtschaftlichen Effekt der Treffen für die Stadt verwiesen, geben sich nun deutlich zurückhaltender.

Stimmung in der Stadt hat sich gedreht
Die Stimmung in der Stadt habe sich gedreht, bestätigte schon letztes Jahr Heidi Günther, Geschäftsführerin der Tourismus GmbH. Gärtner Thomas Brinkhoff verweigerte den Burschen gar die Lieferung eines Kranzes für deren Totenehrung und rief andere Geschäftsleute auf, es ihm gleich zu tun.

Hintergrund ist der Rechtsruck, den der Dachverband ab etwa 2012 vollzogen hat und der 2013 eskalierte. Viele als liberal geltende Mitgliedsverbände traten seitdem aus, der Verband verlor über die Hälfte seiner Mitglieder. Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Burschenschafter engen Kontakt zur rechte Szene pflegen. Einzelne Verbände werden vom Verfas-sungsschutz beobachtet. Der SPD-Vorstand beschloss 2014, dass eine Mitgliedschaft in der Partei unvereinbar ist mit der in einer Burschenschaft.

Gleichwohl gibt es in diesem Jahr offenbar keine Gegenaktionen gegen das Treffen. Das „Bündnis gegen Burschentage in Eisenach“ will laut einer Ankündigung auf eine Demo verzichten. Die Aufzüge feministischer und antifaschistischer Gruppen unter anderem aus Marburg und Kassel fanden in der Stadt kaum Unterstützung, wohl auch wegen ihrer teils radikalen Anmutung. Das Bündnis kritisierte im letzten Jahr und auch diesmal wieder die Eisenacher, die aus ihrer Sicht zu wenig gegen die Treffen tun. „Hören Sie auf, sich zurückzulehnen und so zu tun, als ginge Sie der Drei-Strophen-Deutschlandlied-Spuk am Burschenschaftsdenkmal nichts an“, so Sprecher Knut Heinken. Das Eisenacher „Bündnis gegen Rechts“ plant keine Aktionen zum diesjährigen Burschentag, wie auf Nachfrage von Bündnismitglied Jörg Rumpf zu erfahren war.

OB sieht sich in ihrer Ansicht bestätigt
Martialisch gab sich die Burschenschaft im Vorfeld: In einer Mitteilung kritisierte Pressesprecher Walter Tributsch Oberbürgermeisterin Katja Wolf heftig, weil sie die Burschenschaften loswerden wolle. Man werde sich aber „nicht aus Eisenach vertreiben lassen“. Die Mitteilung ähnelt passagenweise dem Sprachgebrauch der NPD, wenn es um Katja Wolf geht – die örtlichen Rechtsextremen begrüßen regelmäßig das Burschentreffen in Eisenach.

„Der Tonfall und die Wortwahl gegenüber dem Amt der Oberbürgermeisterin und meiner Person spricht für sich und bestätigt auf eindrückliche Weise nicht nur meine Einschätzung, was die DB-Burschenschaften, ihre Geisteshaltung und ihre demokratische Verwurzelung in unserer Gesellschaft betrifft“, teilte OB Katja Wolf dazu mit.

Man dürfe jedoch „nicht alle Studentenverbindungen in einen Topf werfen“. Das tue man auch nicht, wie sich am Wingolf-Bund zeige. Bei dem christlichen Verband hatte Katja Wolf vor einer Woche ein Grußwort gesprochen. Er durfte auch seinen Festakt auf der Wartburg abhalten. Im Thüringer Museum läuft zudem eine Ausstellung über den Wingolf.

Kommentierung durch den Pressesprecher der Deutschen Burschenschaft:

Dies ist offensichtlich der Vorläuferartikel zu dem MDR-Fernsehbeitrag.
W.T.